Zwischennutzung: Stadtgarten, Beach-Bar oder Skatepark?

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Inseli Bei der künftigen Gestaltung des Inseli setzt der Luzerner Stadtrat nicht auf eine Insellösung. Sollte die Bevölkerung im Herbst der Juso-Initiative «Lebendiges Inseli statt Blechlawine» zustimmen – und so die Reisecar-Parkplätze von der zentralen Lage verbannen –, will der Stadtrat gleich einen grossen Teil des linken Seeufers neu überdenken: vom Inseli über die Ufschötti bis zum Richard-Wagner-Museum. Damit will der Stadtrat ein Projekt in Angriff nehmen, das schon seit Jahrzehnten in der Schublade liegt.

Sobald die ersten Parkplätze verschwinden, will die Stadt eine Zwischenlösung anstreben, bis eine definitive Gesamtlösung für das linke Seeufer steht. Dafür soll ein Ideenwettbewerb lanciert werden. Einzelne Möglichkeiten hat der Stadtrat bereits skizziert: Urban Gardening, eine Beach-Bar oder ein Skatepark könnten auf dem Asphaltteil des Inseli eine temporäre Heimat finden. Klar ist derzeit für Stadträtin und Baudirektorin Manuela Jost (GLP) nur: «Die Määs wird weiterhin ihren Platz haben.»

Drei Teams sollen Ideen liefern

Längerfristig will sich der Stadtrat möglichst viele Optionen offenhalten. So könnte die Määs künftig doch an einem anderen Platz stattfinden – zum Beispiel dann, wenn das Inseli tatsächlich wieder zur Insel umgestaltet würde. Solche Ideen hängen von gleich drei interdisziplinären Teams ab, die der Stadtrat für das Entwickeln des linken Seeufers einsetzen will. In Workshops sollen die Teams dann auch weitere Experten und vor allem die Quartiervereine miteinbeziehen. «Drei Teams ergeben eine grosse Ideenvielfalt», begründete gestern Dominik Frei, Leiter des Ressorts Stadtgestaltung.

Der Startschuss für diese Testplanung dürfte 2018 fallen. Dazu braucht es neben dem Volks-Ja zur Juso-Initiative auch die Zustimmung des Stadtparlaments zu zwei Krediten: zum einen für den Bericht und Antrag «Linkes Seeufer» in der Höhe von 775 000 Franken, zum anderen für den Bericht und Antrag «Lebendiges Inseli» in der Höhe von 600 000 Franken. Besonders die Dreiviertelmillion sieht nach viel Geld aus. Allein 240 000 Franken sind als Entschädigung für die drei Projektteams veranschlagt. Dazu kommen 125 000 Franken für einen Projektleiter im 50-Prozent-Pensum während zweier Jahre.

Während das Inseli wohl einen grossen Gestaltungsfreiraum darstellt, dürfte sich dieser im Gebiet Werft, Ufschötti, Alpenquai und Tribschenhorn in engen Grenzen halten. Beispiel technischer Sporn mit Seepolizei beim Motorboothafen: Die Konzession für den dortigen Kiesverlad läuft erst 2028 aus. Laut Frei passt dieser Terminplan aber durchaus; so könne den involvierten Unternehmen frühzeitig mitgeteilt werden, wenn eine andere Nutzung geplant ist. Was genau wo anders genutzt werden könnte, darüber gibt es von Jost und Frei derzeit keine konkrete Auskunft. Unabhängig vom genauen Ort sei ein zusätzliches Restaurant denkbar, aber auch ein grosser Kinderspielplatz. Der Biodiversität will der Stadtrat ebenfalls Rechnung tragen. Auch wenn ein zusätzliches Schilfgebiet wie jenes entlang des Alpenquais wohl schwierig zu realisieren sein wird, wie Stadtrat Adrian Borgula ergänzte. (avd)