LZ-Weihnachtsaktion
Alleinerziehende Mutter ist schwer krank – ihre Kinder geben ihr Kraft, um durchzuhalten

Die alleinerziehende Franziska B. wartet auf eine Nierenspende. Gesundheitlich ist es ein Auf und Ab. Die LZ-Weihnachtsaktion hilft ihr und ihren Kindern.

Arno Renggli
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Franziska B. (35) mit ihren beiden Kinder Freyja (4) und Leif (3).

Franziska B. (35) mit ihren beiden Kinder Freyja (4) und Leif (3).

Bild: Patrick Hürlimann (9. November 2021)

Irgendwann wird der Anruf kommen. Dann wird die Luzernerin Franziska B. umgehend nach Zürich ins Spital reisen. Und dort eine neue Niere erhalten. Die dann hoffentlich passt. Die ihr Körper hoffentlich annehmen wird. Und ihr nach Jahren des Leidens den Neustart in ein neues Leben ermöglichen soll.

Blutreinigung dauert jedes Mal stundenlang

Ihr jetziges Leben: Sie nimmt es so gut wie nur möglich. Aber es ist hart. Dreimal pro Woche muss sie eine mehrstündige Dialyse erdulden. Dabei wird gemacht, was ihre kranken Nieren nicht mehr können; das Blut reinigen. Wie lange sie das noch über sich ergehen lassen muss, weiss sie nicht. Sie ist auf einer Warteliste für eine transplantierbare Niere; gespendete Organe sind in der Schweiz immer noch rar. Die Dialyse hält sie am Leben, erschöpft sie aber oft. «Es gibt Tage, an denen ich mich gut fühle», erzählt sie. «Aber es gibt auch andere.» Dabei müsste sie doch immer stark sein, als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern.

Für Franziska B. sind diese Kinder alles. «Sie geben mir Kraft, sie motivieren mich, nicht aufzugeben, gerade an schweren Tagen.» Und die zwei haben sich schon erstaunlich gut darauf eingestellt, dass es ihrer Mama nicht immer gut geht. Und dass sie so oft wegmuss, etwa in die Dialyse. Vor allem die vierjährige Freyja zeigt grosses Einfühlungsvermögen, berichtet Franziska B.:

«Wenn ich müde bin, kommt sie zu mir und sagt: ‹Setz dich nur hin, Mama, ich bring dir etwas zu trinken.› Und dann bietet sie an, mit dem kleinen Bruder zu spielen.»

Freyja hilft auch schon im Haushalt oder beim Kuchenbacken.

Die schreckliche Angst, eine Hand zu verlieren

Die Müdigkeit ist nur das eine. Dass die Nieren nicht funktionieren, führt auch zu anderen gesundheitlichen Problemen. So brauchte Franziska B. während zwei Monaten einen Rollstuhl, weil sie Lähmungserscheinungen an Beinen und Armen hatte. Samt diesem Rollstuhl musste sie in dieser Zeit dann auch in die Dialyse.

Oder sie hatte starke Schmerzen in ihrer rechten Hand, die sich stellenweise schwarz verfärbte und Absterbenssymptome zeigte. «So etwas tut nicht nur extrem weh, sondern macht auch grosse Angst. Angst davor, eine Hand zu verlieren.» Das Nierenleiden hat weitere, immer wieder neue, unberechenbare Nebenwirkungen. «Dem ausgeliefert zu sein, zieht mich immer wieder in die Tiefe. Fanziska B. sagt:

«Dann frage ich mich: Was passiert wohl als Nächstes.»

Sie wirkt die in der Begegnung keineswegs deprimiert, sondern offen und positiv. Aber eben: Es gibt diese und andere Tage.

Auch finanziell ist die Situation bedrückend. Franziska B., früher erfolgreich etwa in der Hotellerie tätig, kann im Moment natürlich nicht arbeiten. Die Sozialleistungen reichen nicht, um über die Runden zu kommen, vor allem nicht für zusätzliche Ausgaben wie die ständigen Fahrten zur Dialyse oder die externe Kinderbetreuung. «Manchmal traue ich nicht, zum Briefkasten zu gehen. Weil ich dort Rechnungen finde, die ich nicht bezahlen kann.»

Söhnchen nach der Geburt in Lebensgefahr

Dabei hatte sie in den letzten Jahren schon genug Belastendes. Auch weil ihr zweites Kind, Söhnchen Leif, mit einem Herzfehler geboren worden ist. Auch dies löste schreckliche Ängste aus. Doch nach einer Herzoperation ist der kleine Liv gesund.

Für die ganze Familie soll es dereinst besser werden. Wenn sie eine neue Niere erhalten hat und diese ihre Aufgabe erfüllt, will Franziska B. auch wieder arbeiten. «Das gehört zu meinem Leben dazu.» Auch wenn die Ärzte sie gewarnt haben, dass sie kaum mehr ein volles Pensum leisten kann. Und ihre Kinder sie noch lange brauchen werden. «Manchmal sehe ich das Licht am Ende des Tunnels», sagt sie. Dann glaubt sie daran, dass alles wieder gut wird.

Wir von der LZ-Weihnachtsaktion glauben das auch. Und helfen mit einem Beitrag, die finanzielle Not zu überbrücken und die Drucksituation zu lindern. «Dass es die LZ-Weihnachtsaktion gibt, ist wunderbar», sagt Franziska B. «Ich hoffe, dass sie noch ganz vielen weiteren Menschen helfen kann.»

Die neue Sammlung startet: Helfen Sie, damit wir helfen können

Die LZ-Weihnachtsaktion ist in unserer Region fest verankert. Letztes Jahr erzielten wir ein Spendenergebnis von 5'377'439 Franken, total 18'970 Spenderinnen und Spender halfen mit. Seit der Gründung wurden rund 64 Millionen Franken gesammelt. Wie willkommen diese Hilfe ist, zeigt die Zahl der Gesuche, die sich letztes Jahr auf 3645 belief. Dieses Jahr haben wir schon vor dem Start bereits wieder über 1100 Anfragen erhalten. Gesuche können von Gemeinden oder sozialen Institutionen zu Gunsten von Einzelpersonen und Familien eingereicht werden, nicht von Betroffenen selber.

Jedes Gesuch wird vom Beirat geprüft. Er besteht aus 13 ehrenamtlich tätigen Sozialfachleuten aus der Zentralschweiz. Beiratspräsident ist Urs W. Studer, alt Stadtpräsident Luzerns. Die Coronasituation betrifft auch die LZ-Weihnachtsaktion. Viele Hilfsgesuche zeigen, dass die Pandemie eine Notsituation verschärfen kann, Schicksalsschläge noch härter macht. Weil gesundheitliche Probleme sich verstärken, weil jemand seinen Job verliert, weil soziale Isolation alles erschwert. Wir helfen schnell und gezielt, wo Menschen durch die Maschen des Sozialsystems fallen. Dies lindert nicht nur materielle Not, sondern zeigt Betroffenen, dass sie nicht allein gelassen werden, dass unsere Region solidarisch ist. Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Sammlung. (are)

Geschäftsstelle LZ-Weihnachtsaktion: Elisabeth Portmann, Geschäftsleiterin. Infos: lzweihnachtsaktion@chmedia.ch, Tel. 041 429 54 04.

Heute Donnerstag startet die LZ-Weihnachtsaktion offiziell ihre neue Sammlung. Bereits zum 26. Mal helfen wir mit Spenden unserer Leserinnen und Leser Menschen in der Zentralschweiz, die in Not geraten sind. In der Ausgabe unserer Zeitung vom Freitag liegt der Einzahlungsschein zur diesjährigen Sammlung bei. Wir werden die Namen der Spenderinnen und Spender ab 100 Franken in der Zeitung veröffentlichen, sofern von ihnen nicht anders vermerkt.

Auf eine erfolgreiche Sammlung freuen sich auch Bettina Schibli, Stiftungsratspräsidentin, und Urs W. Studer, Präsident des Beirats, der sämtliche Hilfsgesuche prüft.

Auf eine erfolgreiche Sammlung freuen sich auch Bettina Schibli, Stiftungsratspräsidentin, und Urs W. Studer, Präsident des Beirats, der sämtliche Hilfsgesuche prüft.

Bild: Pius Amrein (Dietschiberg Luzern,
10. November 2021)

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