LZ-WEIHNACHTSAKTION: Alte Menschen schämen sich für ihre Not

Nicht alle Betagten haben, was sie nach einem arbeitsreichen Leben verdienen würden: einen möglichst sorgenfreien Lebensabend. Not trifft alte Menschen besonders hart. Weil sie sich schlechter wehren können. Und weil sie sich oft dafür schämen. Vielen von ihnen kann die LZ-Weihnachtsaktion dank der Spenden unserer Leserinnen und Leser helfen.

Drucken
Der Verlust des Lebenspartners ist nicht nur schmerzlich, sondern kann auch zu einem Grund für materielle Sorgen werden. (Bild: Keystone)

Der Verlust des Lebenspartners ist nicht nur schmerzlich, sondern kann auch zu einem Grund für materielle Sorgen werden. (Bild: Keystone)

Es stimmt schon, dass die meisten älteren Leute in unserem Land mindestens materiell einen sorgenfreien Ruhestand geniessen dürfen. Aber es gibt auch viele andere: Laut Schätzungen von Pro Senectute leben heute rund 20 bis 25 Prozent der Menschen im AHV-Alter am oder unter dem Existenzminimum.

Das bedeutet: Sie müssen jeden Rappen umdrehen, es reicht nur gerade für das Nötigste, und manches, was ihre Lebensqualität positiv beeinflussen würde, ist schlicht nicht möglich. Kommt dann noch etwas Unvorhergesehenes hinzu, gerät alles aus dem Lot.

Zur Trauer kommt die Not

Wie bei Agnes Meier aus Nidwalden* (* alle Angaben geändert). Im Oktober verlor die 83-Jährige überraschend ihren Ehemann. Neben der immensen Trauer kommt hinzu, dass sie sich die gemeinsame Wohnung alleine nicht mehr leisten kann. Sie kann in eine Alterswohnung ziehen, aber die Kosten für die Beerdigung ihres Mannes und für den Umzug führen dazu, dass sie sich den Kauf eines schmaleren Bettes, das in der kleinen Alterswohnung Platz hat, nicht leisten kann. Die LZ-Weihnachtsaktion hilft ihr mit einem Beitrag. Dank diesem Geld ist sie nicht nur eine konkrete Sorge los, sondern hat auch eine Solidarität erfahren, die sie mit etwas mehr Mut in die Zukunft blicken lässt.

Wenn alles liegen bleibt

Der verwitwete Walter Brun* (77) aus einer Luzerner Vorortgemeinde erlitt einen Schicksalschlag, den kein Elternteil erleben sollte: Er verlor dieses Jahr durch einen Unfall seinen erwachsenen Sohn und erlitt eine Depression. In deren Folge konnte er auch das Administrative nicht mehr erledigen, auch viele Rechnungen sind liegen geblieben. Zwar hat er sich wieder einigermassen gefangen. Aber nun drücken ihn die unbezahlten Rechnungen und viele Mahngebühren. Die LZ-Weihnachts­aktion hat entschieden, sich an diesen Kosten zu beteiligen. Das hat ihm Kraft gegeben, so weit wie möglich alles in Ordnung zu bringen. Er wird kein frohes Weihnachten erleben, aber darf mit neuer Zuversicht ins Jahr 2015 starten.

Am Ende seiner Kräfte

Die Sorgen von Bruno Meier* aus Obwalden beruhen im Grunde auf Nächstenliebe. Vor 20 Jahren hat der heute 79-Jährige einen drogenabhängigen Jugendlichen als Pflegesohn aufgenommen. Dieser ist nun seit längerem im Methadonprogramm. Da das Zusammenleben der beiden immer schwieriger wurde und die Kräfte des Pflegevaters überstieg, lebt der Sohn heute in einer betreuten Wohnung, besucht den Vater aber noch täglich. Dieser hat finanzielle Sorgen, ist aber inzwischen so gebrechlich, dass er einen Umzug in eine günstigere Wohnung nicht mehr schafft. Eine seiner derzeitigen Sorgen ist, dass er die TV-Gebühren nicht bezahlen kann. Da er kaum mehr aus dem Haus kommt, bedeutet es ihm viel, fernsehen zu können. Auch ihm hilft die LZ-Weihnachtsaktion mit einem Beitrag.

Weiterhin am Leben teilhaben

Ausgerechnet an den letzten Weihnachten verlor Marlis Bucher* (81) aus dem Luzerner Seetal ihren Ehemann. Mit Hilfe ihrer Familie hat sie den Verlust verarbeiten können. Obwohl sie nicht mehr so gut sieht, ist sie noch sehr rüstig und geht gerne unter die Leute. Ihr karges Einkommen reicht leider nicht mehr für das ÖV-Abo, das ihr so wichtig wäre. Die LZ-Weihnachtsaktion kann es ihr schenken, was sie unbeschreiblich glücklich macht.

Marlis Bucher ist ein gutes Beispiel für das, was vielen betagten Menschen wichtig ist: Sie möchten weiterhin am sozialen Leben teilhaben, aus der Wohnung kommen, Kontakte pflegen. Wenn das etwa aus finanzieller Not nicht mehr möglich ist, droht ihnen die Isolation. Und wenn ältere Menschen sich aus der Gesellschaft zurückziehen, ist es nicht nur schlimm für sie selber, sondern auch ein Verlust für die jüngeren Leute.

Auch bei materieller Absicherung ist das Älterwerden nicht immer einfach, gerade weil die gesundheitlichen Probleme zunehmen, bei einem selber oder auch beim eigenen Partner. Kommt dann noch materielle Not dazu, ist es für betagte Menschen besonders schlimm. Gerade auch, weil sie sich schämen, nach einem vorher selbstbestimmten Leben plötzlich auf Hilfe angewiesen zu sein. Es ist darum vielfach eine versteckte Not. Und oft kann schon eine kleine Hilfe die Lebensqualität ganz entscheidend verbessern.

Heute liegt Einzahlungsschein bei

Die diesjährige LZ-Weihnachtsaktion läuft seit Mitte November sehr erfolgreich. Bereits sind rund 1,5 Millionen Franken an Spenden eingegangen. Heute ist unserer Zeitung noch einmal der Flyer mit dem Einzahlungsschein beigelegt.

Spenden kann man auch via Postkonto 60-33377-5 oder www.luzernerzeitung.ch/weihnachtsaktion
Neu sind auch SMS-Spenden möglich: Wählen Sie die Nummer 488, und schreiben Sie LZWA plus den Frankenbetrag (nur Zahl), der dann Ihrer Telefonrechnung belastet wird.

Auch für 2014 haben wir bereits wieder rund 1900 Hilfsgesuche erhalten. Diese können nur von Gemeinden oder sozialen Institutionen eingereicht werden. Jedes wird vom Beirat sorgfältig geprüft. Dieser besteht aus zwölf ehrenamtlich tätigen Sozialfachleuten aus Zentralschweizer Kantonen. Auch deshalb halten wir die Verwaltungskosten auf dem absoluten Minimum.

Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Sammlung, die erneut vielen Menschen neue Hoffnung schenken wird.

Geschäftsstelle der LZ-Weihnachtsaktion: Elisabeth Portmann, Geschäftsleiterin. Kontakt: lzweihnachtsaktion@lzmedien.ch, 041 429 54 04.

Auch junge Leute in sehr schwierigen Situationen

Gerät eine Familie in Not, gehören auch deren Kinder zu den Leidtragenden. Das betrifft nicht nur kleinere, sondern auch ältere.

So etwa die beiden Zwillingsbrüder Jonas und Noah (11). Sie leben in einem Kinderheim, ihre Mutter ist drogenabhängig, einen regelmässigen Kontakt gibt es nicht, und die vereinbarten Besuche lässt sie oft platzen. Zum Vater haben sie eine gute Beziehung, aber er arbeitet 100 Prozent, auch um die in der Ehe entstandenen Schulden abzubezahlen. Beide Buben brauchen Winterbekleidung, doch das Familienbudget ist total am Anschlag.

Auch Melanie (16) musste in einem Heim platziert werden, die konfliktreichen Zustände zu Hause machten es nötig. Doch sie entwickelt sich positiv, bringt tolle Leistungen in der Lehre und in der Schule. Natürlich hat sie nur wenig Geld zur Verfügung, etwa für ihre Freizeit. Sie ist in einem Sportverein aktiv. Die LZ-Weihnachtsaktion schenkt ihr den Jahresbeitrag.

Gerade für junge Menschen ist es schwierig, auf Dinge zu verzichten, die für viele Altersgenossen selbstverständlich sind: Freizeitaktivitäten, Mode, die neusten Handys und anderes. Die LZ-Weihnachtsaktion hilft aber nur da, wo es sinnvoll und von nachhaltiger Wirkung ist. Dabei geht es eben nicht um ein neues Handy. Aber vielleicht um einen Beitrag an den Musikunterricht.
Lukas (11) verlor alle seine Spielsachen, als die finanziellen Probleme seiner Eltern zu einer Wohnungsräumung führten. Dabei wurde er auch von seinen beiden Schwestern getrennt. Der feinfühlige, liebenswerte Bub ist froh, dass er heute wieder bei seinen Eltern ist, auch wenn er auf einer Matratze auf dem Boden schlafen muss. Die LZ-Weihnachtsaktion hilft bei der Beschaffung eines Betts, eines Pults und einiger Kleidungsstücke.