Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

LZ-WEIHNACHTSAKTION: Die kleine Lea kann fast nichts sehen

Vor gut einem Jahr kam Lea zur Welt. Sie ist fast blind wegen eines Sehfehlers, der sie wohl ein Leben lang begleiten wird. Sie und ihre Mutter müssen ohne Kindsvater auskommen. Und als ein Adoptivvater einspringen wollte, kam es Anfang Jahr zu einem zweiten Schicksalsschlag.
Cornelia L. mit ihrer gut einjährigen Tochter Lea, die wohl nie normal sehen können wird. (Bild: Boris Bürgisser)

Cornelia L. mit ihrer gut einjährigen Tochter Lea, die wohl nie normal sehen können wird. (Bild: Boris Bürgisser)

Arno Renggli

Es ist ein wunderschöner Sonnentag im Luzerner Hinterland, als wir Cornelia L. (29, Name der Redaktion bekannt) und ihre Tochter Lea besuchen. Doch davon sieht das gut einjährige Mädchen praktisch nichts. Im Gegenteil: Das Sonnenlicht ist eher sein Feind. Lea leidet unter einer Aniridie.

Damit gemeint ist, dass durch einen genetischen Defekt in den Augen die Regenbogenhaut (Iris) fehlt. Das bedeutet nicht nur einen Verlust des grössten Teils der Sehkraft, sondern auch eine enorme Lichtempfindlichkeit, da die Iris über die Vergrösserung und Verkleinerung der Pupillen den Lichteinfluss reguliert. Anders gesagt: Ohne Iris sind Leas Pupillen immer ganz offen.

«Ich fühlte mich alleine gelassen»

Dieser Diagnose voran ging ein monatelanger Leidensweg von Mutter und Kind. Cornelia L. merkte schon früh, dass mit ihrer Tochter etwas nicht stimmt: «Die Pupillen schlossen sich nicht, die Augen zitterten, überhaupt wirkte Lea sehr ängstlich, orientierungslos, hat viel geweint. Wenn ich mich nur etwas entfernte, geriet sie in Panik.» Doch ernst genommen hat das zunächst niemand, weder im Spital noch bei den verschiedenen Arztbesuchen. «Ich merkte, wie meine häufigen Anrufe allmählich als lästig empfunden wurden. Ich fühlte mich allein gelassen.»

Schock und Erleichterung

Erst als Cornelia L. auf einem nochmaligen Untersuch im Spital bestand, kam die Diagnose Aniridie. Für die Mutter ein Schock, aber zugleich eine Erleichterung: «Die übrigen Untersuchungen haben ergeben, dass Lea sonst absolut gesund ist und sich körperlich wie geistig normal entwickeln wird.»

Und genau so wirkt Lea auch. Bei unserem Besuch krabbelt sie emsig in der Wohnung herum, zieht sich am Stuhl oder Tischchen hoch, lächelt viel und ist völlig hingerissen, als es darum geht, ein Foto mit ihr zu machen. Man merkt höchstens eine gewisse Vorsicht, etwa wenn sie sich mit den Händen vorantastet. Und sie trägt eine spezielle Sonderbrille zum Schutz vor dem Licht.

Sehkraft wird nicht mehr besser

Wie viel oder wie wenig sie tatsächlich sieht, kann man heute nur erahnen. Mehr Gewissheit gibt es erst, wenn sich Lea in einigen Jahren differenziert ausdrücken kann. Aber man schätzt, dass ihr Sehvermögen vielleicht ein Viertel der Normalität erreichen wird. Und das wird sich nicht mehr bessern: Auch als Erwachsene wird sie mit dieser Einschränkung leben müssen.

Vater hat kein Interesse

Schon jetzt wird Lea mit speziellen Spielzeugen trainiert, einerseits um ihre bescheidenen Sehfähigkeiten optimal zu nützen, andererseits um die übrigen Sinne zu schärfen. Einmal pro Woche kommt eine Spezialistin und arbeitet mit ihr. Zudem braucht sie sechsmal im Tag spezielle Augentropfen. Das alles kostet viel Geld. Zu viel für die alleinerziehende Mutter, die mit ihrem 60-Prozent-Pensum im Verkauf ohnehin nur knapp über die Runden kommt. Die LZ-Weihnachtsaktion unterstützt Mutter und Kind mit einem Beitrag.

Denn, und das kommt erschwerend hinzu, Leas Vater hat kein Interesse an dem Kind. Nach einer Trennung, die nicht im Guten verlief, ist der Kontakt abgebrochen. Auch finanzielle Hilfe kommt bisher keine.

Tod aus dem Nichts

Doch dann schien sich alles zum Guten zu wenden. Cornelia L. kam mit einem Mann zusammen, der auch Lea sofort ins Herz schloss und bereit war, sie zu adoptieren. Was dann folgte, kann man nur schwer fassen: Anfang dieses Jahres starb der Mann, mit Anfang dreissig, völlig unerwartet an einer Atmungserkrankung. «Ich kann es heute noch nicht glauben, dass das passiert ist», sagt Cornelia L. und kämpft mit den Tränen. «Es hätte alles gepasst.»

Damit klarkommen

So bleibt ihr als Trost ihr Kind. Zusammen wachsen sie in die besondere Situation hinein. Und wie Lea automatisch lernt, damit klarzukommen, gelingt es auch ihrer Mutter. «Ich freue mich einfach, dass sie so ein gesundes, fröhliches und aktives Kind ist. Und ich habe auch kein Problem mit ihrem Handicap, ja ich erachte es nicht einmal als Behinderung. Jeder Mensch hat seine Eigenarten, und jeder Mensch hat seinen Platz im Leben. Ich liebe sie genau so, wie sie ist.»

Auch Betagte geraten in Not

BEISPIELare. Bekanntlich betrifft das Armutsrisiko vor allem Alleinerziehende oder Familien, die in irgendeiner Form einen Schicksalsschlag erlitten haben. Dabei geht oft vergessen, dass auch betagte Menschen in materielle Not geraten können, allen Errungenschaften wie AHV, Pensionskassen oder Ergänzungsleistungen zum Trotz. Ältere Menschen trifft Armut in ganz besonderem Masse: Die meisten von ihnen haben ein arbeitsreiches Leben geführt und empfinden ihre Situation deshalb als besondere Ungerechtigkeit. Gleichzeitig schämen sie sich oft für ihre Probleme, versäumen es darum, rechtzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen. Und schliesslich fehlt ihnen nicht selten die Energie, um sich zu wehren. Die LZ-Weihnachtsaktion unterstützt darum auch sehr gezielt ältere Menschen in Notsituationen. Und meistens kann mit erstaunlich wenig Geld eine markante Verbesserung der Lebensqualität erzielt werden.

Die Sammlung läuft noch bis Anfang Januar

SPENDENred. Die LZ-Weihnachtsaktion findet bereits zum 20. Mal statt. Sie sammelt Geld für Menschen in der Zentralschweiz, die in Not geraten sind. Gesuche können nur von Gemeinden oder sozialen Institutionen eingereicht werden. Jedes wird vom Beirat geprüft. Dieser besteht aus ehrenamtlich tätigen Sozialfachleuten aus der Region.


Postkonto, online oder SMS

Spenden für die Jubiläumssammlung können Sie auf Postkonto 60-33377-5 und online auf www.luzernerzeitung.ch/weihnachtsaktion. Auch SMS-Spenden sind möglich: Wählen Sie die Nummer 488, und schreiben Sie LZWA plus den Frankenbetrag (nur Zahl).

Die LZ-Weihnachtsaktion ist in unserer Region fest verankert. Seit 1996 sind über 35,6 Millionen Franken gesammelt worden. 2014 konnten wir mit über 3,85 Millionen Franken einen Spendenrekord verzeichnen. Die Zahl der Spenderinnen und Spender wuchs auf 14 779, was ebenfalls Rekord bedeutete. Wie willkommen diese Hilfe ist, zeigt die Zahl der Gesuche, die letztes Jahr bei 2866 lag und sich für dieses Jahr bereits auf rund 3000 beläuft. Auch die aktuelle Sammlung läuft sehr erfolgreich und verleiht erneut vielen Menschen neue Hoffnung. Sehen Sie aktuelle Berichte und Filme über die LZ-Weihnachtsaktion und ihr Jubiläum auf
www.luzernerzeitung.ch/weihnachtsaktion.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.