LZ-Weihnachtsaktion: Es ist wie ein Wunder, der kleine Martin lebt

Viel zu früh kamen Martin und seine Schwester Katja zur Welt. Doch die Bauernfamilie überstand einen monatelangen Kampf.

Arno Renggli
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Es ist überraschend mild an diesem Tag auf Bramboden im Entlebuch. Während man im Tal die Jacken fester zuzieht, wirkt es um den Bergbauernhof der Rööslis fast schon warm. Vielleicht ist es eine Wärme, die von der Familie selber herkommt. Einer Familie, die allmählich beginnt, das Glück mit ihren Zwillingen zu geniessen. Noch vor wenigen Wochen sah alles anders aus. Denn der kleine Martin kämpfte die ersten Monate seines Lebens mit dem Tod.

Ruth und Philipp Röösli mit den Zwillingen Martin (links) und Katja (rechts).

Ruth und Philipp Röösli mit den Zwillingen Martin (links) und Katja (rechts).

Bild: Pius Amrein (Bramboden, 20. Dezember 2019)

Schon die Schwangerschaft von Ruth Röösli ist schwierig. Bereits im 5. Monat muss sie ins Kantonsspital. Die Fruchtblase des einen Kindes hat ein Loch, eine Infektion droht. Bald schon sehen sich die angehenden Eltern mit einer brutal schwierigen Frage konfrontiert: Falls eine besonders frühe Geburt droht, holt man beide Kinder heraus im Wissen, dass sie dann beide gefährdet sind? Oder lässt man das eine Kind sterben, um das andere möglichst lange drinzulassen? Eine Entscheidung, welche kein Elternpaar treffen möchte.

Auch die Mutter gerät in Lebensgefahr

«Zuerst tendierten wir darauf, das zweite Kind nicht zu gefährden», erzählt Ruth Röösli. «Aber immer mehr wurde uns klar, dass wir möglichst beide retten wollten.» Dann kommt es zur befürchteten Infektion, am 1. April werden die beiden per Kaiserschnitt entbunden, rund 14 Wochen zu früh. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt, auch für die Mutter, die hohes Fieber und viel Blut verloren hat. Ihr Mann Philipp berichtet:

«Ich wusste zunächst nicht, ob überhaupt jemand überleben würde.»

Eine furchtbare Situation. Dann endlich gibt es eine erste positive Nachricht: Die kleine Katja ist wohlauf, als Frühgeburt natürlich noch sehr klein und mit vielen Schläuchen verbunden, aber sie wird es schaffen. Und auch Ruth Röösli erholt sich. Aber was ist mit dem Martin, noch viel kleiner und zarter als sein Schwesterchen?

Zunächst ist er stabil, doch am dritten Tag kommt es zu einer Hirnblutung, kurz darauf braucht es notfallmässig die nächste Operation, weil eine Magensonde ein Loch im Magen verursacht hat. Auch arbeitet seine Lunge nicht richtig. Die folgenden Wochen müssen die Kinder im Spital bleiben, die kleine Katja kann Ende Mai nach Hause, Martin erst sieben Wochen später. Doch wegen Probleme mit seinen Hüftgelenken muss er wieder ins Spital, eingegipst werden und tagelang mit den Beinen in einer Aufhängevorrichtung liegen.

Erst in den letzten Wochen ist für die Familie so etwas wie alltägliche Normalität eingekehrt. Und die beiden Kleinen machen stete Fortschritte, Katja natürlich noch etwas voraus, Martin wacker hintendrein.

LZ-Weihnachtsaktion hilft beim Überbrücken

Aber die letzten Monate waren nicht nur körperlich und psychisch sehr belastend, die Eltern mussten viele Kosten und zugleich Erwerbsausfälle gerade auch im Nebenjob der Mutter in Kauf nehmen. Diese lassen sich auf dem Bauernhof in der Bergzone 2 nicht einfach so wieder hereinholen. Die LZ-Weihnachtsaktion tut genau das, wofür sie da ist: Eine akute Notsituation mit einem Beitrag überbrücken, sodass ein unbelasteter Neuanfang und damit eine nachhaltige Wirkung möglich ist.

Die Familie Röösli wird ihren Weg machen. Gemeinsam haben sie viel überstanden. Einer der Ärzte habe es als Wunder bezeichnet, dass der kleine Martin überlebt habe, sagt Ruth Röösli. Sie selber sagt es lieber so: «Wir beide empfinden es als grosses Glück, dass wir die Kinder haben.»

LZ-Weihnachtsaktion im Endspurt:
So können Sie spenden und helfen

Noch bis Ende Jahr läuft die aktuelle LZ-Weihnachtsaktion. Zum 24. Mal sammelt sie mit ihren Regionalausgaben für Menschen in der Zentralschweiz, die in Not geraten sind. Spenden können Sie auf das Postkonto 60-33377-5 (IBAN-Nummer: CH89 0900 0000 6003 3377 5) und online via www.luzernerzeitung.ch/weihnachtsaktion. Auch SMS-Spenden sind möglich: Wählen Sie Nummer 488 und schreiben Sie LZWA plus den Frankenbetrag (nur Zahl). Wir danken herzlich!

Die LZ-Weihnachtsaktion ist in unserer Region fest verankert. 2018 wurde mit rund 4,9 Millionen Franken ein Spendenrekord realisiert. Total 16309 Spenderinnen und Spender halfen mit. Seit der Gründung im Jahr 1996 wurden total über 54 Millionen Franken gesammelt.

Zahl der Hilfsgesuche ist jetzt schon rekordverdächtig

Wie willkommen diese Hilfe ist, zeigt die Zahl der Hilfsgesuche, die sich letztes Jahr auf 3848 belief, ebenfalls ein Höchstwert. Für dieses Jahr haben wir bereits wieder rund 3600 Anfragen erhalten, ein neuer Rekordwert ist also gut möglich. Gesuche können nicht direkt von Hilfesuchenden eingereicht werden, sondern ausschliesslich von Sozialbehörden oder sozialen Institutionen zu Gunsten von Einzelpersonen oder Familien, die in Not sind. Jedes dieser Gesuche wird vom Beirat sorgfältig geprüft. Dieser besteht aus 13 ehrenamtlich tätigen Sozialfachleuten aus der ganzen Zentralschweiz. Beiratspräsident ist Urs W. Studer, alt Stadtpräsident von Luzern. Wir freuen uns über eine erneut sehr erfolgreich laufende Sammlung, die wieder vielen Menschen in unserer Region helfen und neue Hoffnung geben wird.

Geschäftsstelle LZ-Weihnachtsaktion: Elisabeth Portmann, Geschäftsleiterin. Infos: lzweihnachtsaktion@lzmedien.ch, Tel. 041 429 54 04.