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LZ-WEIHNACHTSAKTION: «Es war Liebe auf den ersten Blick»

Seit sie ein Kleinkind war, ist Esther Arnold an den Rollstuhl gefesselt. Vor zwölf Jahren wendete sich ihr Leben zum Guten: Sie lernte ihren heutigen Ehemann kennen und lieben. Doch dann kam es zu einem Unfall, ihr Mann wurde auf dem Trottoir schwer verletzt. In dieser Notsituation hilft die LZ-Weihnachtsaktion.
Robert und Esther Arnold, hier in ihrer Wohnung, meistern den Alltag gemeinsam. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Robert und Esther Arnold, hier in ihrer Wohnung, meistern den Alltag gemeinsam. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Arno Renggli

Man kann nicht behaupten, dass Esther Arnold (53) in ihrem Leben ständig Glück gehabt hat. Aber ihren Humor verloren hat sie jedenfalls nicht: «Ich machte eine Werkstattkarriere», schmunzelt sie, als sie von ihrer Jugend berichtet. Und spielt darauf an, dass sie als Jugendliche und auch später in geschützten Werkstätten gearbeitet hat.

Als sie ein 16 Monate altes Kleinkind war, wurde bei ihr eine Cerebralparese diagnostiziert. Womit klar war, dass sie ihr weiteres Leben mehrheitlich im Rollstuhl verbringen würde. Daran änderten auch zahlreiche Operationen nichts, die sie als Teenager über sich ergehen lassen musste.

Erfahrung mit behinderter Partnerin

Wenig Glück hat sie später auch in einer langjährigen Beziehung gehabt. Viel darüber berichten will sie nicht, jedenfalls hatte sie erst nach vielen Jahren die Kraft, etwas zu ändern und ihren damaligen Partner zu verlassen. Eine grosse Rolle spielte dabei ihr jetziger Ehemann. «Als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe, wusste ich, der ist es», erzählt Esther Arnold strahlend. «Vorher glaubte ich ja nicht an so was, aber es war Liebe auf den ersten Blick.»

Das war vor zwölf Jahren, endlich fand Esther Arnold das Glück. Positiv kam hinzu, dass Robert Arnold (64) aus einer früheren Beziehung bereits Erfahrung mit einer behinderten Partnerin hatte. Er wusste also, worauf er sich einliess. «Beim ersten Mal hat man keine Ahnung, was das im Alltag alles bedeutet», stellt er klar. «Und viele Leute aus dem Umfeld sagen einem, dass es gar nicht funktionieren kann. Aber man wächst in die neue Situation hinein.»

Zweimal grosses Abenteuer

Seit zwölf Jahren also sind die beiden zusammen und begleiten einander durchs Leben. Sie sind ein eingespieltes Team, führen zusammen den Haushalt, wobei er vor allem auch das übernimmt, was ihr nicht möglich ist. Mit Hilfe des Rollators kann sie allerdings immerhin eine Zeit lang zum Beispiel in der Küche stehen und etwas erledigen. Eine grosse Hilfe ist ihr bis heute ihre Mutter.

Wenn immer möglich, unternimmt das Paar auch etwas zusammen. Als besondere Highlights, so erzählt Esther Arnold strahlend, hätten sie es sogar schon geschafft, je ein Konzert von Semino Rossi und der Amigos zu besuchen. Natürlich sind das Abenteuer, die nur ganz selten möglich sind.

Ein Schreck mit fatalen Folgen

In dieses endlich gute Leben stiessen aber zwei Schicksalsschläge: Zuerst verlor Esther Arnold Anfang Jahr ihren Vater, der ihr bis zuletzt eine Stütze war. Sein Tod geht ihr auch heute sehr nahe, es fällt ihr schwer, darüber zu sprechen.

Und vor wenigen Wochen kam es zu einem schweren Unfall. Das Ehepaar war auf dem Trottoir unterwegs, er zu Fuss, sie mit ihrem Behindertenfahrzeug, als ein Autolenker direkt hinter ihnen hupte. Esther Arnold erschrak, verlor die Kontrolle über das Fahrzeug und fuhr ihren Mann an, welcher unglücklich stürzte. Schwer verletzt musste er ins Spital gebracht werden.

Für beide eine schreckliche Situation. Bei Esther Arnold kamen Schuldgefühle hinzu, obschon ihre Reaktion auf dem Fahrzeug mit ihrer Behinderung zu begründen ist, da sie als Cerebralgelähmte besonders schreckhaft ist. So gut es ging, kümmerte sich Esther Arnold um ihren Mann, besuchte ihn im Spital, betreute ihn dann auch zu Hause. Der Unfall brachte auch die ohnehin knappen Finanzen aus dem Lot. Hier kann die LZ-Weihnachtsaktion mit einem Beitrag helfen.

Alles «Roger» ...?

Inzwischen ist Robert Arnold wieder zu Hause, kann allerdings erst an Stöcken gehen. Klar ist nun auch, dass eine Rückkehr in die Berufstätigkeit – Robert Arnold hat viele Jahre täglich Zeitungen ausgetragen – kein Thema mehr ist, im Frühjahr wird er pensioniert.

So werden die beiden weiterhin den oft beschwerlichen Alltag bestreiten. Ihre Liebe trägt sie, und sie machen das Beste draus. Esther Arnold, ein leidenschaftlicher Tennisfan, hat noch einen grossen Traum: einmal im Stadion die Swiss Indoors Basel verfolgen, am liebsten Roger Federer. Natürlich weiss sie, dass es wohl nie dazu kommen wird. «Dann schaue ich es eben im Fernsehen.» Und ihr Mann sagt anerkennend: «Sie kommt richtig gut draus im Tennis.»

Die Kinder können nichts dafür

BEISPIEL are.Natürlich könnte man sagen, die Luzernerin Monika S. (26, Name der Redaktion bekannt) sei selber schuld: Als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, die zu ihrem ins Ausland weggezogenen Vater keinen Kontakt haben, hätte sie sich nicht so unvorsichtig in ein Abenteuer stürzen sollen. Jetzt ist sie erneut schwanger, der mutmassliche Vater will von Verantwortung nichts wissen.

Monika S. leidet unter psychischen Problemen und muss wegen einer chronischen Krankheit immer wieder ins Spital. Dennoch ist sie ihrem Sohn (8) und ihrer Tochter (7) eine liebevolle, pflichtbewusste Mutter. Sie wird dies auch dem Baby sein, das im Frühjahr auf die Welt kommt. Die drei Kinder können natürlich nichts für die schwierige Situation der Familie.

Dank einem Beitrag der LZ-Weihnachtsaktion können wichtige Dinge angeschafft werden: Bettwäsche, warme Kinderkleider und ein kleiner Küchentisch, wo die Kinder auch ihre Hausaufgaben machen können. Mit wenig Geld können wir ganz konkret helfen.

Gesuche nicht von Bedürftigen selber eingereicht

SPENDEN red.Eine Frage wird uns von Spenderinnen und Spendern der LZ-Weihnachtsaktion häufig gestellt: Gelangen Hilfsgesuche von Notleidenden direkt an uns? Und besteht damit auch die Gefahr eines Missbrauchs?

Die Antwort ist ein klares Nein: Gesuche können nur von Gemeinden oder sozialen Institutionen eingereicht werden. Jedes wird dann vom Beirat geprüft. Dieser besteht aus ehrenamtlich tätigen Sozialfachleuten aus der Region.

Die LZ-Weihnachtsaktion findet bereits zum 20. Mal statt. Sie sammelt Geld für Menschen in der Zentralschweiz, die in Not geraten sind.

Postkonto, online oder SMS

Spenden für die Jubiläumssammlung können Sie auf Postkonto 60-33377-5und online auf <strong><span style="display: none;">&nbsp;</span>www.luzernerzeitung.ch/weihnachtsaktion.<span style="display: none;">&nbsp;</span></strong> Auch SMS-Spenden sind möglich: Wählen Sie die Nummer 488, und schreiben Sie LZWA plus den Frankenbetrag (nur Zahl).

Die LZ-Weihnachtsaktion ist in unserer Region fest verankert. 2014 wurde mit über 3,85 Millionen Franken ein Spendenrekord realisiert. Die Zahl der Spenderinnen und Spender wuchs auf 14 779, was ebenfalls Rekord bedeutet.

Wie willkommen diese Hilfe ist, zeigt die Zahl der Gesuche, die für dieses Jahr bereits wieder bei über 2100 liegt. Auch die aktuelle Sammlung wird erneut vielen Menschen neue Hoffnung verleihen.Sehen Sie aktuelle Berichte und Filme über die LZ-Weihnachtsaktion und ihr Jubiläum auf www.luzernerzeitung.ch/weihnachtsaktion

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