LZ-WEIHNACHTSAKTION: «Ich konnte ihn gerade noch auffangen»

Am Dienstag wurde der junge Landwirt und Familienvater Martin Schwarzentruber am Herzen operiert. Es war die Folge eines dramatischen Ereignisses im Sommer. Vorgestern kam die Nachricht: Die Operation ist geglückt. Die LZ-Weihnachtsaktion hilft mit, die nächsten Monate zu überstehen

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Die ganze Familie hofft, dass es Vater Martin bald wieder besser geht. Von links: Silas (7), Anja (fast 2), Linda (5), Martin (33) und Alexandra (35). (Bild Philipp Schmidli)

Die ganze Familie hofft, dass es Vater Martin bald wieder besser geht. Von links: Silas (7), Anja (fast 2), Linda (5), Martin (33) und Alexandra (35). (Bild Philipp Schmidli)

Der Himmel ist verhangen, als ich beim Hof der Familie Schwarzentruber in Romoos ankomme. Es ist vorwinterlich kalt, einzelne Nebelschwaden ziehen durch das Voralpengebiet, Bergzone 2 lautet der Fachbegriff dazu. Schwarzentrubers haben eine turbulente Zeit hinter sich. Und das Schwierigste liegt noch vor ihnen. In wenigen Tagen muss sich der erst 33-jährige Familienvater Martin einer Herzoperation unterziehen.

Es passiert am Abend des 2. August: Martin ist mit seiner Frau Alexandra an einer Hochzeit von Freunden. Die Stimmung ist bestens. Nach einem Spiel der Hochzeitsgesellschaft verspürt Martin plötzlich einen Druck in der Herz­gegend. Alexandra merkt sofort, dass etwas nicht stimmt, denn Martin neigt sich auf seinem Stuhl nach vorne. Dann erhebt er sich, begibt sich nach draussen, an die frische Luft. Dort sinkt er zusammen. Alexandra ist ihm nachgegangen: «Ich konnte ihn gerade noch auffangen.» Schnell sind andere Gäste da, die Ambulanz wird alarmiert, Martin wird ins Spital Wolhusen transportiert. Alexandra hat alles unmittelbar miterlebt: «Ich blieb die ganze Zeit relativ ruhig. Denn ich habe immer gewusst, dass das wohl einmal passieren wird.»

Tatsächlich kommt der Kollaps nicht aus dem Nichts. Martin Schwarzentruber musste als Zweitklässler nach einem Sturz vom Velo ins Spital, wo nebenbei ein angeborener Herzklappenfehler entdeckt wurde. Seither geht er regelmässig zur Kontrolle. Der Herzklappenfehler bewirkt, dass weniger Blut aus dem Herz gelangt, was zu unangenehmen und gefährlichen Rückstaus führt. Da das Herz entsprechend weniger Blut in den Kreislauf zurückpumpen kann, ist auch Martins gesamte Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Was für einen körperlich schwer arbeitenden Bauer besonders gravierend ist. Er merkt es aber nicht nur bei der Arbeit. Auch wenn die Familie auf eine Wanderung geht, ist es oft ungewiss, wie lange er durchhalten kann. Auch das Töchterchen zu tragen, liegt fast nicht drin.

Besonders hart gearbeitet

Rückblickend ist Martin klar, dass sich der Vorfall im Sommer vorher abgezeichnet hat. «Es war ein schleichender Prozess. Wir haben besonders hart gearbeitet im Frühjahr und im Sommer, ich war immer wieder sehr müde.»

Zwar konnte er nach dem Zusammenbruch wieder nach Hause, aber es war klar, dass nun etwas passieren musste. Auch Alexandra forcierte die Entscheidung, dass mit einer Operation, welche die verengte Herzklappe öffnen soll, nun eine nachhaltige Verbesserung von Martins Gesundheit angestrebt werden soll.

Eine Operation nicht ohne Risiko, das ist beiden klar. Weshalb es auch für die drei Kinder schwer ist. Die Eltern haben ihnen so gut wie möglich erklärt, was mit ihrem Papi geschehen soll. Die Angst bleibt. Martin zeigt ein Glücksbringerbändeli, das seine ältere Tochter Linda für ihn gemacht hat. Alexandra sagt: «Ich versuche einfach, nicht daran zu denken, was passieren könnte, ich schirme mich vor negativen Gedanken ab.»

Mit Leib und Seele Bauer

Positiv denken: Das ist eine Stärke der Schwarzentrubers. Auch weil sie wissen, dass eine gelungene Operation Martins Leben und damit das der ganzen Familie erleichtern wird. «Ich freue mich darauf, wenn ich ohne Behinderung arbeiten oder etwas unternehmen kann», sagt er, und Alexandra nickt dazu.

Gerade die Arbeit ist ihm wichtig, er ist mit Leib und Seele Bauer, übernahm den Hof vor gut zehn Jahren von seinem Vater, der dann leider viel zu früh starb. In einem Alter, in dem andere Väter ihren Söhnen noch tatkräftig auf dem Hof mithelfen. Aber Martin beklagt sich nicht, er liebt seine Arbeit und das Leben auf dem Hof, er möchte einfach normal leben. Und ist zuversichtlich, dass die Operation gut verläuft.

Als ich den Hof verlasse, haben sich Wolken und Nebel verzogen, die Sonne zeigt sich. Ausdruck dieser Zuversicht und ein gutes Omen? Tatsächlich, vorgestern Mittwoch kommt die erlösende Nachricht: Alles gut gegangen.

Noch eine gute Woche muss Martin im Spital bleiben, dann beginnt die Rehabilitation. Und drei Monate darf er nicht arbeiten. Alexandra wird schauen, dass er sich strikte daran hält. Ein Betriebshelfer überbrückt die Zeit. Damit die Schwarzentrubers deswegen nicht in Not geraten, beteiligt sich die LZ-Weihnachtsaktion an den Kosten. Eine gute Investition in eine Familie, für die nun ein besseres Leben beginnen wird.

Heute liegt Einzahlungsschein bei

Diese Woche ist die diesjährige LZ-Weihnachtsaktion offiziell gestartet worden. Und heute liegt unserer Zeitung der Flyer mit dem Einzahlungsschein bei. Wir freuen uns über jede Spende, damit wir möglichst vielen Menschen in unserer Region helfen können.

Postkonto, online oder SMS

Spenden kann man auch via Postkonto 60-33377-5 und oder www.luzernerzeitung.ch/weihnachtsaktion.
Neu sind auch SMS-Spenden möglich: Wählen Sie die Nummer 488 und schreiben Sie LZWA plus den Frankenbetrag (nur Zahl), der dann Ihrer Telefonrechnung belastet wird. Auch für 2014 haben wir bereits wieder rund 1100 Hilfsgesuche erhalten. Diese können nur von Gemeinden oder sozialen Institutionen eingereicht werden. Jedes wird vom Beirat sorgfältig geprüft. Dieser besteht aus zwölf ehrenamtlich tätigen Sozialfachleuten aus allen Zentralschweizer Kantonen. Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Sammlung, die erneut vielen Menschen neue Hoffnung schenken wird. Geschäftsstelle der LZ-Weihnachtsaktion: Elisabeth Portmann, Geschäftsleiterin. Kontakt: lzweihnachtsaktion@lzmedien.ch, 041 429 54 04.

Hilfe ist sehr willkommen: Letztes Jahr erreichte die Zahl der eingereichten Gesuche einen neuen Höchstwert. (Bild: Grafik Loris Succo)

Hilfe ist sehr willkommen: Letztes Jahr erreichte die Zahl der eingereichten Gesuche einen neuen Höchstwert. (Bild: Grafik Loris Succo)

LZ-Weihnachtsaktion 2014 (Bild: PD)

LZ-Weihnachtsaktion 2014 (Bild: PD)