LZ-WEIHNACHTSAKTION: Mitfühlen, spenden und helfen

Menschen in der Zentralschweiz helfen einander auch dieses Jahr. Beim gestrigen Start­anlass erhielt die Spendensammlung unserer Zeitung prominente Unterstützung.

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Sie sind mit der LZ-Weihnachtsaktion auf unterschiedlichste Arten verbunden (von links): der Obwaldner Nationalrat Karl Vogler, die Urner Sozialdirektorin Barbara Bär, Timon Stoop, der seine Maturaarbeit zum Thema geschrieben hat, und der Luzerner Sozialdirektor Guido Graf. (Bild Nadia Schärli)

Sie sind mit der LZ-Weihnachtsaktion auf unterschiedlichste Arten verbunden (von links): der Obwaldner Nationalrat Karl Vogler, die Urner Sozialdirektorin Barbara Bär, Timon Stoop, der seine Maturaarbeit zum Thema geschrieben hat, und der Luzerner Sozialdirektor Guido Graf. (Bild Nadia Schärli)

Arno Renggli

Mit Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger war sogar der höchste Schweizer zu Gast. Im Grusswort wies der Romooser darauf hin, dass Grosszügigkeit dem Spender selber gut tue. Und das Wissen, dass es auch dem Empfänger dann besser gehe, freue zusätzlich. Ein Spende könne aber auch handfeste Beweggründe haben, eine Steuererleichterung oder öffentliche Wertschätzung im Sinne von «Tue Gutes und rede darüber». Doch letztlich sei nicht das Motiv entscheidend, vielmehr die Wirkung der Solidarität, die nicht nur Einzelnen helfe, sondern zum Kitt in unserer Gesellschaft und Heimat beitrage.

Kleiner Beitrag, grosse Wirkung

Luzerns Sozialdirektor Martin Merki wies in seinem Referat darauf hin, dass die Sozialhilfe oft als «soziale Hängematte» gelte. Zu Unrecht, denn auch in unserem Sozialstaat seien die Kriterien für Leistungen streng. Als Sozialdirektor erlebe er aber immer wieder, wie mit einer Hilfe Menschen zu Selbsthilfe gebracht werden können. Das gelte gerade auch für junge Leute, die man so an die Selbstständigkeit heranführen könne. «Und oft kann schon mit kleinen Beiträgen ein grosser Effekt erzielt werden. Gerade solches gehört zu den grossen Verdiensten der LZ-Weihnachtsaktion.»

Neben vielen privaten Spenderinnen und Spendern unterstützen auch viele Unternehmen unserer Region die LZ-Weihnachtsaktion. Ein Beispiel ist etwa die Schmid-Gruppe, deren VR-Präsident Hans Schmid aus eigener Erfahrung weiss, was schwierige Lebenssituationen etwa in der Jugend bedeuten. Nicht zuletzt aus Dankbarkeit, wie sein Leben dann verlaufen sei, wolle er heute der Gesellschaft auch etwas zurückgeben.

Berührende Schicksale

Hans Lustenberger, vor seiner Pensionierung langjähriger Sozialvorsteher in Adligenswil, ist Mitglied des Beirates der LZ-Weihnachtsaktion. Er berichtete im Kurzinterview, dass ihn auch heute noch, nach vielen tausend gelesenen Hilfsgesuchen, Schicksale bewegen und frappieren. So erzählte er von einer Familie mit sieben Kindern, die aufgrund der schwerwiegenden Probleme der Eltern alle fremdplatziert werden mussten, jedes einzeln. Oder von einem schwer behinderten Kleinkind, dessen Eltern einfach untergetaucht sind und das nun von Pflegeeltern liebevoll betreut wird.

Auch Mirjam Würsch Käslin, die für das Hilfswerk der Kirchen Uri tätig ist, hat viel Erfahrung mit menschlicher Not. Typisch seien heute vor allem zwei Situationen: zum einen Familien, die trotz geregelter Verhältnisse so knapp budgetieren müssen, dass jede unvorhergesehene Ausgabe sofort alles aus dem Lot bringt. Zum anderen bringen Trennungen oft alle Parteien in Not. Stellvertretend für die Hilfsorganisationen meinte sie: «Die Zusammenarbeit mit der LZ-Weihnachtsaktion ist unkompliziert und basiert auf gegenseitigem Vertrauen. Und es ist schön, danach die Dankbarkeit der betroffenen Menschen zu erleben.»