Spenden

Die LZ-Weihnachtsaktion sammelt erstmals über 5 Millionen Franken

Zum ihrem 25-Jahr-Jubiläum erzielte die LZ-Weihnachtsaktion einen Spendenrekord von 5'377'439 Franken. Dank den Leserinnen und Leser unserer Zeitung erhalten Tausende Menschen in unserer Region Hilfe in Notsituationen. Und es gibt noch einen zweiten Rekord.

Arno Renggli
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Dieses Spendenergebnis sorgt für grosse Freude auch beim Stiftungsrat. Präsidentin Bettina Schibli ist überwältigt davon: «Ganz besonders freut es mich für die vielen Menschen in unserer Region, denen wir so helfen konnten und können.» Bereits hat der Beirat einen grossen Teil der 3645 eingegangenen Hilfsgesuche geprüft, entsprechend ist ein grosser Teil der Spendengelder bereits Notleidenden zugutegekommen.

18970 Spenderinnen und Spender

Neben dem Sammelergebnis gibt es einen weiteren Rekord: 18'970 Spenden sind getätigt worden. Auch dies zeigt die breite Abstützung der LZ-Weihnachtsaktion in der Bevölkerung. Erneut konnte die Sammlung auf die Unterstützung durch viele Firmen zählen, der grösste Teil der Spenden kommt aber von unseren Leserinnen und Lesern.

Die LZ-Weihnachtsaktion, die mit der 25. Durchführung ein Jubiläum feiern durfte, hat seit der Gründung von 1996 rund 64 Millionen Franken gesammelt und über 44'000 Hilfsgesuche geprüft.

Sie ist die mit Abstand erfolgreichste Sammlung einer Schweizer Zeitung. Und sie geht weiter. Spenden kann man das ganze Jahr über, Einzahlungen werden ab jetzt der nächsten Sammlung angerechnet, die im November starten.

Wir haben über Menschen berichtet, denen wir helfen konnten

Die Jubiläumssammlung der LZ-Weihnachtsaktion ist von unseren Leserinnen und Lesern geprägt worden, die uns mit 5377439 Franken einen überwältigenden Spendenrekord beschert haben. Aber auch von den Tausenden Menschen aus der ganzen Zentralschweiz, denen wir mit diesem Geld helfen können. Einige von ihnen durften wir in den letzten Wochen porträtieren – stellvertretend für viele schwere Schicksale in unserer Region, wie die insgesamt 3645 eingegangenen Hilfsgesuche zeigen. Dass sich Betroffene für einen Zeitungsbericht zur Verfügung stellen, braucht Mut und ist nie Bedingung für unsere Hilfe. Sie tun es freiwillig, um die LZ-Weihnachtsaktion ihrerseits zu unterstützen.

Alle ihre Schicksale haben uns sehr berührt. Ein auch für uns zunächst schwieriger Gang war der Besuch bei der Nidwaldner Familie, deren 2-jährige Tochter im letzten Sommer bei einem Unfall schwerste Verbrennungen, auch im Gesicht, davongetragen hat. Es ist eine tragische Situation, welche das kleine Mädchen und dessen ganze Familie noch viele Jahre betreffen wird. Und die LZ-Weihnachtsaktion wird mit ihnen auch in den folgenden Jahren in Kontakt bleiben und helfen, wie immer möglich.

Familie sieht das starke Mädchen, das hinter den Verletzungen steckt

Das Beeindruckendste unseres Besuches war, wie die Eltern und der Bruder das kleine Mädchen trotz seiner Entstellungen, die es immer noch hat, voller Liebe und ohne Schrecken annehmen. Durch ihre Augen haben auch wir rasch nicht mehr die Verletzungen gesehen, sondern ein wieder quicklebendiges und starkes Kind, das hoffentlich seinen Weg machen wird. Nach der Publikation des Zeitungsbeitrags hat sich auch der Notarzt gemeldet, der damals am Unfallort eintraf, das Mädchen betreute und dann per Helikopter ins Spital begleitete. Er hat uns geschildert, wie dramatisch er sogar als erfahrener Profi die Situation empfunden hat. Und wie er seither die Kraft und den Zusammenhalt dieser Familie bewundert.

Immer, wenn Kinder direkt betroffen sind, gehen einem Schicksalsschläge besonders nahe. Eine grosse Resonanz hat darum unser Porträt eines noch sehr jungen Luzerner Ehepaares ausgelöst, dessen Baby nach monatelangem Auf und Ab im Spital verstorben ist. Nach dem Wechselbad der Gefühle zwischen Hoffen und Bangen ein brutales Ereignis für die Eltern und auch die zweijährige Tochter, die den Verlust ebenfalls schon stark spürt. Die LZ-Weihnachtsaktion konnte mit einem Beitrag den materiellen Druck, der unter anderem durch die vielen Spitalbesuche in Zürich entstanden ist, etwas lindern. Und vor allem ein tröstendes Zeichen unserer Solidarität geben.

Manchmal kann man einen Kampf gewinnen - aber nicht immer

Denn das kann die LZ-Weihnachtsaktion leisten: Konkrete Not lindern und Mut machen. Und damit vielleicht auch Anteil daran haben, dass der Kampf gegen einen heimtückischen Feind gewonnen werden kann. Hinter vielen schweren Situationen stecken Krankheiten, oft ist es ein Krebs. Wie bei den beiden Luzerner Familien, wo der eine Vater an Leukämie, der andere an Lungenkrebs erkrankt ist. Bei beiden war zunächst nicht klar, ob sie überleben, bei beiden waren starke und mehrmalige Chemotherapien notwendig. Enorm sind die Belastungen nicht nur für sie, sondern auch für ihre Frauen und ihre Kinder. Noch ist ungewiss, wie weit sie wieder gesund werden, ob und wann sie auch wieder in eine Berufstätigkeit zurückkehren können. Wir durften helfen und damit auch etwas zur Zuversicht beitragen, welche in solchen Situationen ganz wichtig ist.

Dass es nicht immer gut ausgeht, musste der Zuger Mann erleben, dem ebenfalls Lungenkrebs seine über alles geliebte Frau genommen hat. Eine Diagnose, die aus dem Nichts und zu spät kam, um die lebensfrohe und sportliche Partnerin zu retten. Zurück bleibt er mit seinem 14-jährigen Sohn, der an einer Kombination von ADHS und Autismus leidet. Neben der Trauer eine grosse Herausforderung, die der Vater mit viel Liebe und Engagement auf sich nimmt. Mit einem Beitrag an die Betreuung des Sohnes während dessen Schulferienzeiten bot die LZ-Weihnachtsaktion eine sehr willkommene Hilfe.

Alleinerziehende Mutter in einem Teufelskreis gefangen

Ebenfalls einen tragischen Verlust verkraften muss eine zweifache Mutter aus dem Kanton Luzern, deren Mann nach vielen Jahren einer seltenen Krankheit erlegen ist, für die es noch kaum ausgereifte Behandlungsmethoden gibt. Um für ihre Kinder da zu sein, musste sie die Kraft finden, ins Leben zurückzukehren. Unsere Hilfe hat zumindest den finanziellen Druck reduziert, den der Tod des Partners ebenfalls bedeutet. Und ihre Entscheidung, bei einem Zeitungsbeitrag mitzuwirken, hat ihr auch Mut für anderes gemacht. Etwa für den Versuch, irgendwann und nach vielen Jahren wieder in die Arbeitswelt zurückzukehren. Wovor sie grossen Respekt hat.

Die Porträts in der Zeitung haben viele Reaktionen ausgelöst. Besonders betraf dies auch den Beitrag über eine dreifache alleinerziehende Mutter aus dem Luzerner Hinterland. Vor allem berührte unsere Leserinnen und Leser, dass die Powerfrau, die sich ohne Lehre beruflich emporgearbeitet hatte, nun in einer fast aussichtslosen Lage steckt. Gleich zwei Tumore und die notwendigen Chemotherapien haben ihren Körper – vor allem das Herz – so geschwächt, dass derzeit keine Operationen riskiert werden können. Diese wären aber nötig, um die Art des Tumors herauszufinden. Und wie man ihn bekämpfen könnte. Wir unterstützen diese Familie ebenfalls mit einem Beitrag. Und hoffen, dass sich auch für sie möglichst vieles zum Guten wendet.

Lesen Sie alle Beiträge über die hier erwähnten Menschen unter www.luzernerzeitung.ch/weihnachtsaktion.