Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

LZ-WEIHNACHTSAKTION: «Wir denken jeden Tag an unsere Mutter»

Sie sind 14 und 15 Jahre alt. Ihre Mutter starb vor wenigen Monaten an einer unheilbaren Krankheit. Ihren Vater kennen sie kaum, er hat den Kontakt zu ihnen abgebrochen. Sarah und Tamara versuchen, sich gegenseitig Trost und Halt zu geben. Die LZ-Weihnachtsaktion hilft mit.
Sarah (links) und Tamara versuchen, mit ihrem schweren Verlust zu leben. Wir haben das Bild auf ihren Wunsch anonymisiert. (Bild Nadia Schärli)

Sarah (links) und Tamara versuchen, mit ihrem schweren Verlust zu leben. Wir haben das Bild auf ihren Wunsch anonymisiert. (Bild Nadia Schärli)

Arno Renggli

Es fällt ihnen nicht leicht, dieses Gespräch. «Aber wir haben uns vorgenommen, es zusammen durchzustehen und die Fragen zu beantworten», sagt die 15-jährige Tamara (Namen der Redaktion bekannt). Tatsächlich halten sie und ihre Schwester Sarah (14) sich bis zum Ende tapfer, geben mit klaren Stimmen Auskunft, verstehen es auf beeindruckende Art, ihre Gefühle in Worte zu fassen.

Doch es gibt sie, die Momente, wo eine von beiden nicht mehr sprechen kann. Dann springt sofort die andere ein. Es zeigt, wie sehr sie füreinander da sind. Ganz besonders eben, seit ihre Mutter gestorben ist.

Wahrheit kam zu spät ans Licht

Die Mutter war das Zentrum ihres Lebens. «Sie war der wundervollste Mensch, den man sich vorstellen kann», sagt Sarah. Gerade mal 37-jährig, erhielt ihre Mutter eine schreckliche Diagnose. Fatalerweise hatten verschiedene Ärzte zunächst alle möglichen falschen Erklärungen aufgeführt, als sie über heftige Leibschmerzen geklagt hatte.

Als die Wahrheit ans Licht kam, war es bereits zu spät. Das wussten die Patientin und ihre Töchter noch nicht. Mit Bestrahlung und Chemotherapie wurde behandelt, die Ärzte blieben zuversichtlich. Doch es kam anders.

Der Verlust wiegt für die beiden Mädchen besonders schwer, weil sie ohne Vater aufgewachsen sind. Dieser verliess seine Partnerin und seine Töchter schon vor vielen Jahren und brach den Kontakt ab. Sarah und Tamara wissen nicht, wo er heute lebt. Gerüchteweise in Belgien, in einer neuen Beziehung, aber Genaueres ist nicht bekannt.

Heute können die Mädchen gut auf ihn verzichten. «Zwar würde ich gerne mal mit ihm sprechen, um zu erfahren, weshalb er damals verschwunden ist», sagt Tamara. «Aber jetzt noch eine Beziehung mit ihm aufbauen möchte ich nicht. Darum hätte er sich früher bemühen sollen.» Die Mutter hatte versprochen, ihnen dereinst mehr über ihren Vater zu sagen. «Dazu ist es nun nicht mehr gekommen», sagt Sarah.

Froh umeinander

Inzwischen leben sie und ihre Schwester bei ihrer Grossmutter. Für alle drei eine grosse Herausforderung. Die Frau, gegen 70 Jahre alt, musste quasi nochmals in die Mutterrolle schlüpfen. Und die beiden Teenager, gewöhnt an eine noch junge, moderne und weltoffene Mutter, erleben nun das strenge Regime von jemandem mit deutlich konservativeren Ansichten. «Sicher, wir sind nicht immer gleicher Meinung», sagt Sarah über ihre Grossmutter. «Aber sie meint es gut mit uns. Wir sind froh um sie.»

Froh sind die beiden aber vor allem auch umeinander. «In dieser schwierigen Zeit reden wir viel miteinander», berichtet Tamara. «Wir können uns gegenseitig sagen, wie es uns geht, was uns gerade beschäftigt.» Und Sarah ergänzt: Wenn es der einen von uns besonders schlecht geht, ist die andere da, um ihr Mut zu machen. Manchmal hilft trösten, manchmal hilft ablenken.» Tamara: «Wir kennen einander so gut, dass wir immer wissen, was im Moment gerade am besten wirkt.»

Wieder ins Leben finden

Die beiden Mädchen sind stark, zusammen wie einzeln. «Unsere Mutter hat uns stets Zielstrebigkeit und Selbstständigkeit vermittelt», blickt Tamara zurück. Entsprechend schaut sie jetzt auch vorwärts. Sie wird dieses Schuljahr die Oberstufe abschliessen und ins KV einsteigen. «Danach möchte ich eine berufsbegleitende Matura machen und Jus studieren, um Anwältin zu werden.» Ihre jüngere Schwester, welche die Oberstufe ein Jahr später beenden wird, zieht es eher in eine kreative Richtung. «Design, etwa im Zusammenhang mit Mode, interessiert mich besonders.» Da ihre Grossmutter kaum Geld hat, hilft die LZ-Weihnachtsaktion mit einem Beitrag. Er soll den beiden Mädchen auch zeigen, dass sie in der Not nicht alleine sind.

Allmählich versuchen sie, wieder in ein normales Leben zu finden. Wie normale Teenager die Zeit zum Beispiel auch im Freundeskreis zu verbringen. «Ab und zu gelingt das», sagt Sarah. «Und manchmal bleibe ich dann doch lieber zu Hause, weil ich nicht rausgehen mag.» Es ist eben alles noch sehr schwer. «Keinen Tag gibt es, an dem ich nicht an meine Mutter denke», macht Tamara klar. «Und keinen Tag, an dem wir beide nicht über sie sprechen.»

Immer noch eine Verbindung

Was ihnen hilft, ist das starke Gefühl, dass ihre Mutter in irgendeiner Weise mit ihnen in Verbindung steht. «Ich bin eigentlich nicht religiös», räumt Tamara ein. «Aber da ist etwas, was mir sagt: Obwohl sie nicht mehr hier lebt, ist sie immer noch für uns da.» Sarah empfindet das genauso: «Wir haben unsere Mutter über alles geliebt und sie uns. Daran hat der Tod nichts geändert.»

Heute liegt Einzahlungsschein bei

Heute finden Sie in unserer Zeitung die Infobroschüre mit Einzahlungsschein zur diesjährigen LZ-Weihnachtsaktion. Bereits zum 20. Mal sammelt die «Neue Luzerner Zeitung» mit ihren Regionalausgaben für Menschen in der Zentralschweiz, die in Not geraten sind.

Postkonto, online oder SMS

Spenden für die Jubiläumssammlung können Sie aufs Postkonto 60-33377-5 und online auf www.luzernerzeitung.ch/weihnachtsaktion. Für SMS-Spenden wählen Sie Nummer 488, und schreiben Sie LZWA plus den Frankenbetrag (nur Zahl)!

Die LZ-Weihnachtsaktion hat 2014 mit über 3,85 Millionen Franken ein Spendenrekord realisiert. Die Zahl der Spenderinnen und Spender wuchs auf 14 779. Wie willkommen die Hilfe ist, zeigt die Zahl der Gesuche, die sich letztes Jahr auf 2866 belief. Dieses Jahr haben wir bereits rund 2000 Anfragen.
Wir hoffen auf eine erfolgreiche Sammlung, die erneut vielen Menschen neue Hoffnung verleihen wird.

Fragen und Antworten zur LZ-Weihnachtsaktion

Werden Hilfsgesuche von Notleidenden direkt eingereicht? Besteht damit die Gefahr eines Missbrauchs?
Antwort: Nein, Gesuche können nur von Gemeinden oder sozialen Institutionen eingereicht werden, nicht von Betroffenen selber.

Wer garantiert, dass die Spendergeldern sinnvoll eingesetzt werden?
Antwort:
Der Beirat unter der Leitung von Urs. W. Studer, alt Stadtpräsident von Luzern. Jedes einzelne Gesuch wird vom Beirat sorgfältig geprüft. Dieser besteht aus ehrenamtlich tätigen Sozialfachleuten aus der Region.

Sorgfältiges Prüfen heisst also, der Beirat lehnt auch Gesuche ab?
Antwort
: Ja. Aber in der Mehrheit der Fälle kann er positiv entscheiden, da die Gesuche jeweils gut begründet sind.

Werden Spendengelder auch ausserhalb der Region eingesetzt, etwa im Kontext der Flüchtlingskrise?
Antwort:
Nein, die Spenden für die LZ-Weihnachtsaktion werden ausschliesslich für Einzelpersonen und Familien in der Zentralschweiz eingesetzt.

Die «Neue Luzerner Zeitung», aber auch Radio Pilatus oder Tele 1 werben für die Aktion. Werden dafür Spendengelder eingesetzt?
Antwort:
Nein, alle Leistungen der Zeitung sowie der übrigen LZ-Medien sind absolut unentgeltlich.

Hinweis
Haben Sie weitere Fragen zur Sammlung? Mailen Sie uns auf lzweihnachtsaktion@lzmedien.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.