Mafia schielt auf Zentralschweizer Häuser

Sie kommen aus Italien oder dem Tessin: Unbekannte, die sich für Immobilien in der Zentralschweiz interessieren. Der Verdacht: Geldwäscherei von Mafiavermögen.

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Daniel Thelesklaf, Geldwäscherei-Experte. (Bild: pd)

Daniel Thelesklaf, Geldwäscherei-Experte. (Bild: pd)

Felix Müller* ist daran, ein Haus im Kanton Uri zu verkaufen. Müller annonciert in einer Immobilienplattform im Internet. An fünf Telefonate erinnert er sich gut. Alle Anrufer telefonierten mit unterdrückten Nummern und sprachen entweder Italienisch oder gebrochen Deutsch. Sie nannten ihre Namen nicht und wollten den Deal mit hohen Bargeldzahlungen abwickeln. Der Urner liess sich auf keinen der Deals ein. Er fragte sich, ob es sich bei den Anrufern um Kriminelle handelte. Seine Frage ist berechtigt.

Daniel Thelesklaf, Geldwäscherei-Experte. (Bild: pd)

Daniel Thelesklaf, Geldwäscherei-Experte. (Bild: pd)

Gemäss Bundesamt für Polizei (Fedpol) ist der Immobiliensektor besonders anfällig für Geldwäscherei. Warum dem so ist, erklärt Daniel Thelesklaf, Leiter des Basel Institute on Governance, das sich mit Geldwäscherei auseinandersetzt: «Will ich bei einer Schweizer Bank eine grössere Summe platzieren, muss ich nachweisen, woher das Geld stammt.» Der Verkäufer einer Liegenschaft muss hingegen nicht überprüfen, aus welcher Quelle das Geld des neuen Besitzers rührt. «Diese Gesetzeslücke», so der Experte, «müsste geschlossen werden.»

* Name von der Redaktion geändert. Zum Schutz der Informanten wurde im Text auf die genauen Örtlichkeiten der beiden Liegenschaften verzichtet.

Thomas Heer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Zentralschweiz am Sonntag.