Maschgraden waren wetterfest

Einmal Schnee, dann wieder Wind und Regen und sogar ein paar blaue Flecken am Himmel begleiteten die Steiner Maschgraden. Sie liessen sich an ihrem 1. Fasnachtstag davon wenig beeindrucken.

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«Muesch güüssä, lüüter ...», sagt der Maschgrad. Wenns laut genug ist, dann gibt es Orangen für das ohrenbetäubende Konzert. (Bild: Erhard Gick / Neue SZ)

«Muesch güüssä, lüüter ...», sagt der Maschgrad. Wenns laut genug ist, dann gibt es Orangen für das ohrenbetäubende Konzert. (Bild: Erhard Gick / Neue SZ)

«Giigeri Basch, Giigeri Basch Basch, Giigeri Basch, Giigeri Basch; Karlini chum, Karlini chum chum, Karlini chum, Karlini chum.» Die Übersetzung dieses Satzes ist eigentlich ganz einfach und dann sicher für jedermann verständlich. Es ist der traditionelle Steiner Narrentanz, jedem eingefleischten Steiner Fasnächtler natürlich der Inbegriff des einzigen Rhythmus, der in der närrischen Zeit zählt. Und gestern tanzten wieder gegen 150 bis 200 Maschgraden zum Takt der Steiner Tambouren. Damit die Fasnächtler bei ihrem Tanz auch genügend Platz im Kreis der Zuschauer bekamen, drehten Talibasch und Välädi ihre Runden.

Bild: Erhard Gick / Neue SZ
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Der Tanz, der warm hält

Allerdings, und das muss man festhalten, war gestern zeitweise harter Durchhaltewillen gefragt. Immer, wenn die Maschgraden gerade Einhalt in der Beiz machten, zeigte sich das Wetter von der harmlosen Seite. Wieder zurück auf dem Dorfplatz, «chutete» es meist «ghörig». Einmal buntes Schneetreiben, dann waren es wieder Wind und Regen, die die Maschgraden auf Trab hielten. Aber davon liess sich die Steiner Rott kaum beeindrucken. Das miese Wetter trieb gestern die grosse Maschgradenrott zur Höchstform. Denn einmal mehr galt: Was wärmt besser als ein gepflegter Steiner Narrentanz.

Eine Tonne Orangen

Und so wurde also, anlässlich des ersten Fasnachtstages, der in Steinen bekanntlich jeweils an einem Freitag durchgeführt wird, wieder kräftig getanzt oder eben genüsselt. Das hätte das Fasnachtsvolk allerdings nicht alleine dazu bewegt, auf dem Dorfplatz auszuharren. «Muesch güüs-sä», entlockte mancher Maschgrad den vielen hundert Kindern. Andere hielten es da eher mit der anderen Steiner Tradition und schenkten den Maschgraden ein «Sind so guät, liebä Maschgrad.» Das brachte Erfolg. «Wir haben heute gegen eine Tonne Orangen an die Maschgraden abgegeben. Dazu viele Kilogramm Zältli und andere Leckereien», sagte Evelin Holdener vom Spar-Laden, der die Maschgraden mit «Vitaminen aus dem Papiersack» versorgte. Und die fasnachtsbegeisterte Steiner Bevölkerung, die zu Hunderten den Dorfplatz säumte, wurde gestern einmal mehr reich belohnt. Nebst Orangen gabs noch einige tausend Fasnachts-Chräpfli, Füür­stei und manchmal sogar einen feinen Cervelat.

Erhard Gick