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MASKENSCHNITZER: Ausklappbare Bundesräte sind aus Lindenholz

Sieben Bundesräte, und alle sind vom selben Maskenschnitzer. Ihren Auftritt werden die Masken an Fasnachtsanlässen haben.
Ruedi Kyburz: «Die Masken von Doris Leuthard und Moritz Leuenberger warten auf ihren Auftritt.» (Bild Ursula Spillmann/Neue SZ)

Ruedi Kyburz: «Die Masken von Doris Leuthard und Moritz Leuenberger warten auf ihren Auftritt.» (Bild Ursula Spillmann/Neue SZ)

Noch ist er nicht vollendet. Doch schon deutlich sind die Züge von Hans-Rudolf Merz, dem aktuellen Schweizer Bundespräsidenten, zu erkennen. Maskenschnitzer Ruedi Kyburz hat ihn als letzten der sieben Bundesräte in Arbeit. Vorsichtig schnitzt er am ausgeprägten Nasenflügel. Als Vorlage dienen dem Holzmaskenschnitzer aus Schindellegi diverse Fotos. «Ich brauche möglichst viel Bildmaterial», sagt er. Kyburz? Merz wird dereinst mit seinen sechs Kolleginnen und Kollegen am kommenden fasnächtlichen Bezirksumzug in Schindellegi teilnehmen.

Haarprobleme
Alle sind sie aus Lindenholz geschnitzt. Um sie besser anziehen zu können, sind sie aufklappbar. Noch Probleme hat Kyburz mit den Haaren von Eveline Widmer-Schlumpf. «Sie hat so feines und krauses Haar, dass ich mir etwas einfallen lassen muss», meint er.

Ueli Maurer, der neue SVP-Bundesrat, wurde einfach befördert. Er fristet sein Maskendasein nämlich schon seit neun Jahren. «Ich habe ihn damals als Nationalrat kreiert», meint der Maskenmeister. Zusammen mit Christoph Blocher diente er schon vor Jahren als ein viel beachtetes Fasnachtssujet.

Der Bundesrat in corpore
Alles begann an der letzten Luzerner Fasnacht. Ruedi Kyburz und seine drei Männerriege-Kollegen Martin Oechslin, Frank Heinrich und Ernst Ress traten erstmals als Bundesweibel und die drei Bundesräte Pascal Couchepin, Moritz Leuenberger und Micheline Calmy-Rey auf. «Wir hatten einen durchschlagenden Erfolg», sagt Kyburz. Deshalb wurde beschlossen, die Bundesratsparodie dieses Jahr zu wiederholen.

Den Anstoss, um Masken von bekannten Personen und Kollegen anzufertigen, gab vor vielen Jahren ein Kollege von Ruedi Kyburz. Die Idee gefiel, und so machte sich Kyburz ans Werk. «Ich erinnere mich noch sehr gut an meinen ersten Versuch», sagt er. Um einen möglichst identischen Gesichtsausdruck zu erhalten, drapierte er einen Gipsabdruck als Negativ direkt aufs Gesicht des Opfers. Damit dieses nicht erstickte, wurden ihm vier Röhrli in den Mund gesteckt. Aber: Das Unglück begann, als der Gips genügend hart geworden war und das Negativ entfernt werden sollte. Es ging nicht. Weil das lebende Modell beschnauzt war, klebte der Gips daran. Mit der Nagelschere begann Kyburz die Schnauzhaare vorsichtig zu lösen. Das Maskenopfer wurde befreit. Da ihm aber ausserdem noch Gipswasser in die Augen gelaufen war, musste der arme Tropf noch einige Zeit ohne Schnauz und mit entzündeten Augen umherlaufen. Dies sei eindeutig ein zu hoher Preis für eine Holzmaske, sagte sich der Maskenschnitzer.

Parodieren macht Spass
Jakob Bürgi, alt Nationalrat und ehemaliger Präsident der Gemeinde Schindellegi, wurde sein zweites Modell. Die Holzmaske entstand ab Fotos. Sein Auftritt fand zusammen mit der ersten Maske, einem Betreibungsbeamten, anlässlich eines Bezirksumzuges in Freienbach statt. Der «Nationalrat» teilte Subventionen in Form von Hunderternötli aus, und der «Betreibungsbeamte» zog sie gleich wieder ein. «Parodieren macht Spass», meint Kyburz. Sprache und Gestik müssten genau studiert werden, damit sie möglichst naturgetreu nachgeahmt werden können, dann seien die Lacher und der Erfolg garantiert.

Die Lieblingsfigur von Ruedi Kyburz ist der HD-Soldat Läppli. Er habe Läppli, alias Alfred Rasser, schon als Kind geliebt und bewundert. So ist Kyburz denn auch schon als braver Soldat Läppli in Vaters alter Uniform aufgetreten.

Ursula Spillmann

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