MASSENIMPFUNG: Mit der Tierärztin unterwegs auf Impftour

Nun ziehen die Tierärzte der Region von Hof zu Hof. Sie verpassen dem Rindvieh, den Ziegen und Schafen, die nicht auf einer Alp gesömmert werden, Impfungen gegen die Blauzungenkrankheit – eine Riesenaktion.

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Tierärztin Chantal Häusermann am Impfen – hier bei Bauer Franz Deck. (Bild Daniela Bellandi/Neue SZ)

Tierärztin Chantal Häusermann am Impfen – hier bei Bauer Franz Deck. (Bild Daniela Bellandi/Neue SZ)

«Es handelt sich um die erste flächendeckende Aktion dieser Art seit 1992», sagt der Brunner Tierarzt Bruno Winzap. Er ist für die Gemeinden Ingenbohl, Gersau, Morschach, Muotathal und Stoos zuständig. Da sein Praxispartner, Christoph Bächler, zurzeit in den Ferien weilt und er die Sprechstunden trotzdem einhalten will, hat er die Impftour an eine junge Tierärztin delegiert.

Viel Vorbereitungen
Chantal Häusermann hat im vergangenen Jahr ihr Studium abgeschlossen und ist jetzt in Bern mit ihrer Doktorarbeit über Tierseuchen beschäftigt. «Für mich sind diese Impftouren eine willkommene Abwechslung, da sich meine momentane Arbeit ausschliesslich im Labor abspielt», sagt die 30-Jährige. «Zudem lerne ich diese wunderschöne Landschaft hier ein bisschen kennen.»

Am Dienstag um 7.30 Uhr begann ihr Job in der Praxis von Bruno Winzap. Wie jeden Tag nimmt sie erst die Impfstoffe und Spritzen aus dem Kühlschrank und legt sie in die gekühlte Picknicktasche. Die tiermedizinische Praxisassistentin, Martina Dörig-Ott, lädt vom Internet die Liste mit den Bauernhöfen herunter, die besucht werden müssen. Aufgelistet ist jedes einzelne Tier, das geimpft werden soll. Dann wird die Tour kurz besprochen und die Route genau festgelegt.

Bauer hilft
Der erste Bauer, der besucht wird, ist Armin von Euw, am Feldweg in Ingenbohl. Seine 32 Kühe mussten auf den frühmorgendlichen Spaziergang verzichten. Brav stehen sie in Reih und Glied im Stall. Dies erleichtert die Arbeit der Tierärztin. Mit Hilfe des Bauern, der die Tiere während des Vorgangs festhält und sie mit Nackenkraulen zu beruhigen versucht, geht die ganze Aktion schnell über die Bühne. Chantal Häusermann setzt die Impfpistole an der Halsmuskulatur an, ein kurzer Pick, und schon ist die Kuh wieder erlöst und für ein Jahr vor der Seuche geschützt. Die Tiere reagieren unterschiedlich. «Das ist wie bei den Menschen», sagt Armin von Euw, «wir sind auch nicht alle gleich scheu und sensibel.»

Daniela Bellandi

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Schwyzer Zeitung.