MASTERPLAN: Hochwasserschutz der Oberen March nachhaltig verbessern

Seltene Hochwasser der Dorfbäche bedrohen die Siedlungsgebiete der Oberen March. Wassergesättigte Böden und kanalisierte Entwässerungsgräben führen zu Problemen für die Landwirtschaft und für die Natur. Ein Masterplan zeigt Lösungen und Verbesserungsansätze auf.

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Starke Regenfälle führen zu Staunässe. (Bild: pd)

Starke Regenfälle führen zu Staunässe. (Bild: pd)

In Zusammenarbeit zwischen Bewirtschaftern, Landeigentümern, Fachspezialisten und Politikern der Region wurde ein Masterplan zur Regionalen Entwässerung der Oberen March erarbeitet. Der Masterplan schlägt gemäss einer Medienmitteilung des Umweltdepartemetes vom Donnertsag drei Massnahmenpakete vor, um den Hochwasserschutz zu verbessern und die ökologische Vernetzungsfunktion der Bäche der Linthebene zu gewährleisten:

  • Verbesserung der Hochwassersicherheit im Siedlungsgebiet Schübelbach–Buttikon. Dazu sollen die kritischen Bachabschnitte vergrössert werden, so dass auch ein Hochwasser durchgeleitet werden kann.
  • Prüfung einer Ableitung von Hochwassermengen ab einer bestimmten Eintretenswahrscheinlichkeit vom Tuggenerkanal in den Wildbachkanal. Dadurch soll die Hochwassersicherheit im Siedlungsgebiet Tuggen verbessert und gleichzeitig die landwirtschaftlichen Nutzflächen entlastet werden. Der Wildbachkanal müsste aufgeweitet und könnte ökologisch aufgewertet werden.
  • Prüfung einer Reduktion der Rückstaueffekte bei der Grynau mit geeigneten Massnahmen, wo sich viele Gewässer vereinigen. Dadurch soll die Hochwassersicherheit des Siedlungsgebiets Tuggen, aber auch der angrenzenden landwirtschaftlichen Nutzflächen, ausreichend gewährleistet werden.

Weiter schlägt der «Boden-Gewässer-Entwicklungsplan» zwei Massnahmen vor, welche auf eine Verbesserung der bestehenden Werkanlagen des Meliorationswerks abzielen.

  • Optimierung der bestehenden Pumpen der Pumpwerke Tuggen und Grynau.
  • Unterhaltsmanagement der Kanäle und Drainagen mit Unterstützung eines geographischen Informationssystems (GIS) und einer Nachvermessung der Kanäle. Mit den daraus gewonnenen Grundlagen soll ein Gewässerentwicklungsplan über den gesamten Perimeter der Linthebne Melioration erstellt werden.

Vision «Polderlandschaft Grynau»

Die Linthebene in der Oberen March liegt nur ein bis zwei Meter über dem mittleren Wasserstand des Zürichsees, dessen Wasserspiegel bei Normalwasserstand im Tuggenerkanal bis auf die Höhe des Dorfplatzes Tuggen reicht. Die grosse, landwirtschaftlich genutzte Ebene wird schon heute mit Pumpwerken entwässert.

Dieses System wird weiter ausgebaut und verbessert, analog zu den Polderlandschaften in den Niederlanden. Diese sind teilweise hunderte von Jahren alt und gehören zum Weltkulturerbe. Das zeigt, dass bewusst bewirtschaftete Polderlandschaften eine zukunftsfähige Landschaftsentwicklung und - nutzung ermöglichen.

So geht es weiter

Bis Mitte April haben die eingeladenen regionalen, öffentlich-rechtlichen Körperschaften Zeit, zum Masterplan Stellung zu nehmen. Nach den Auswertungen der Stellungnahmen erfolgt die Sitzung der Projektträgerschaft mit weiteren Kostenträgern. Das Ziel besteht darin, einen verbindlichen Kostenteiler sowie einen Zeitplan für das weitere Vorgehen zu definieren.

pd/zim

Das Pumpwerk Grynau dient auch als Rückstausperre gegen Hochwasser im Vorfluter. (Bild: pd)

Das Pumpwerk Grynau dient auch als Rückstausperre gegen Hochwasser im Vorfluter. (Bild: pd)