MEDIEN: «Bote der Urschweiz» mit neuer Partnerin

Bei der Tagespresse ist es Anfang 2014 zu einer Konzentration gekommen: Die «Neue Luzerner Zeitung» stellte ihre Schwyzer Regionalausgabe ein und spannt mit dem Konkurrenten «Bote der Urschweiz"» zusammen. Dieser erschien am Freitag erstmals in neuer Aufmachung.

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Die «Neue Schwyzer Zeitung» wurde eingestellt. Nun spannt der «Bote der Urschweiz» mit der «Neuen Luzerner Zeitung» zusammen. (Bild: Bert Schnüriger / Neue SZ)

Die «Neue Schwyzer Zeitung» wurde eingestellt. Nun spannt der «Bote der Urschweiz» mit der «Neuen Luzerner Zeitung» zusammen. (Bild: Bert Schnüriger / Neue SZ)

Layout und Schrift des «Bote der Urschweiz» von Verleger Hugo Triner wurden der neuen Kooperationspartnerin «Neue Luzerner Zeitung», die zur NZZ-Mediengruppe gehört, angepasst.

Umfangreicher als bisher ist der überregionale Bund mit den Rubriken Tagesthema, In- und Ausland sowie Wirtschaft. Er erscheint neu an dritter statt an vierter Stelle in der Zeitung.

Daneben schuf der «Bote» mehr Platz für die Berichterstattung aus der Zentralschweiz. Die Rubriken Sudoku und TV-Seite übernimmt der «Bote» aus Luzern. Beim Comicstrip setzt er anstelle von «Calvin und Hobbes» neu wie die Vertragspartnerin auf «Rabenau».

Weiterhin vier Bünde

Beim Aufbau des «Boten» hingegen änderte sich im Grunde nichts. Es gibt weiterhin zwei Regionalbünde, einen Sport- sowie einen überregionalen Bund.

Die 15-köpfige «Bote»-Redaktion hat auf sämtliche Inhalte der «Neuen Luzerner Zeitung» Zugriff. Im Gegenzug bietet sie ihre im Kanton Schwyz realisierten Beiträge der «Neuen Luzerner Zeitung» zur Veröffentlichung an. Zuvor hatte der «Bote» 16 Jahre lang mit der «Südostschweiz»-Verlagsgruppe in Chur zusammengearbeitet.

Der «Bote» wird weiterhin in Schwyz produziert und in Seewen gedruckt. Verleger Hugo Triner will die 155 Jahre alte Familientradition fortführen. Das Verlagsrecht am «Boten der Urschweiz» soll an eine neue Stiftung übergehen.

Wechsel an der Redaktionsspitze

Zu einer Änderung kommt es auch an der Spitze der Redaktion. Chefredaktor Josias Clavadetscher geht im Sommer 2014 in Pension. Nachfolger wird der jetzige Politikchef der Blick-Gruppe, Jürg Auf der Maur. Der promovierte Historiker aus Goldau war bereits von 1993 bis 2000 Chefredaktor des «Boten der Urschweiz», ehe er zur «Neuen Luzerner Zeitung» und später zum «Blick» wechselte.

Im Zuge der engeren Zusammenarbeit mit dem «Boten» stellte die «Neue Luzerner Zeitung» ihre Schwyzer Regionalausgabe ein. Die «Neue Schwyzer Zeitung» erschien an Silvester 2013 zum letzten Mal. Vom Aus der Zeitung betroffen waren acht Angestellte.

Mit der Einstellung endete ein rund 137 Jahre dauernder Konkurrenzkampf mit dem «Boten der Urschweiz». Der «Bote» erscheint gemäss eigenen Angaben mit knapp 15'800 Exemplaren. Die Auflage der «Neuen Schwyzer Zeitung» lag gemäss letzten WEMF-Erhebungen bei rund 3200 verbreiteten Exemplaren.

«Bote» will Auflage steigern

Nach der Einstellung der Konkurrentin will der «Bote» die Auflage um rund 1000 Exemplare steigern. Er will künftig täglich über 70 Prozent der Haushalte in der Region Schwyz erreichen, wie die NZZ-Gruppe im Juni 2013 mitteilte.

Die Vorläuferin der eingestellten «Neuen Schwyzer Zeitung» wurde 1876 unter dem Namen «Schwyzer Zeitung» gegründet und von der Druckerei Schwyzer Zeitung AG herausgegeben. 1989 wurde die Regionalzeitung vom Luzerner «Vaterland» übernommen. Von 1996 bis 2013 erschien sie unter dem Namen «Neue Schwyzer Zeitung» als Regionalausgabe der «Neuen Luzerner Zeitung».

Neben dem Regionaltitel «Bote der Urschweiz» werden im Kanton Schwyz auch die Lokalzeitungen «Höfner Volksblatt» in Wollerau, der «March-Anzeiger» in Lachen, der «Einsiedler Anzeiger», die «Rigi Post» in Goldau und der «Freie Schweizer» in Küssnacht herausgegeben.

sda