MEDIZIN: Im Kanton Schwyz fehlen Kinderärzte

Die ambulante medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen im Kanton Schwyz sei knapp genügend, jedoch unmittelbar gefährdet, schreibt die Regierung in ihrer Antwort auf eine Interpellation. Sie will das Problem mit der Revision des Gesundheitsgesetzes angehen.

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Ein Arzt operiert im Spital Schwyz. (Archivbild Neue LZ)

Ein Arzt operiert im Spital Schwyz. (Archivbild Neue LZ)

SP-Kantonsräte wollten unter anderem wissen, wie die Regierung die aktuelle medizinische Grundversorgung beurteile. Die Interpellanten sind überzeugt: "In unserem Kanton, speziell im inneren Kantonsteil, ist die medizinische Grundversorgung von Kindern und Jugendlichen erheblich gefährdet."

Per Ende Oktober 2014 waren im Kanton Schwyz 15 Kinder- und Jugendmediziner tätig - teils jedoch nur in Teilpensen. Verteilt auf die Bevölkerungszahlen zeige sich die höchste Dichte im mittleren Kantonsteil (ein Kinderarzt auf 1714 Kinder im Alter von 0 bis 18 Jahren), gefolgt vom inneren (2914) und dem äusseren Kantonsteil (3161).

Falle nur eine Person aus und könne nicht ersetzt werden, drohe die wohnortsnahe Versorgung einzubrechen, schreibt die Regierung. Zu einem entsprechenden Engpass sei es in jüngster Vergangenheit im inneren Kantonsteil gekommen, da ein Kinderarzt nach der altersbedingten Aufgabe seiner Praxis nicht ersetzt werden konnte.

Der Kantonsärztliche Dienst unterstützte dabei die praktizierenden Kinderärzte bei der Suche einer Nachfolge. Massnahmen wie die Einrichtung einer externen ambulanten Sprechstunde des Kinderspitals Luzern im Kanton Schwyz, der Aufbau eines kinderärztlichen Zentrums im Talkessel Schwyz sowie die Anwendung von pädiatrischen Praxisassistenten bedürften teils einer vertieften Abklärung.

Die Schwyzer Regierung rechnet kurzfristig kaum mit einer Entlastung der Kinderärzte. Damit der Kanton Schwyz für eine kinderärztliche Tätigkeit ausgewählt werde, müsse einerseits die Attraktivität als Wohnstandort gewahrt bleiben, andererseits die Arbeitsbedingungen einladend sein, schreibt die Regierung.

Mit der vorgeschlagenen Revision des Gesundheitsgesetzes sollen die Möglichkeiten des Kantons und insbesondere der Gemeinden zur Sicherstellung der ambulanten medizinischen und damit auch der kinderärztlichen Versorgung erweitert werden, schreibt die Regierung. Der Gesetzesentwurf befindet sich in der Vernehmlassung.

Eine Verschiebung der Versorgung von Kindern zu den hausärztlichen Grundversorgern ist für die Regierung keine Option, da auch dieser Bereich stark belastet sei. (sda)