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MEDIZIN: Künftig mehr Tagesgäste im Spital Muri

Das Spital Muri bereitet sich auf die Umsetzung der neuen Spitalverordnung des Kantons Aargau vor, welche künftig mehr ambulante Behandlungen vorsieht. Die Spitalleitung befürchtet eine Kostenverschiebung.
Cornelia Bisch
Die Spitalverordnung «ambulant vor stationär» wird für das Spital Muri einige Veränderungen mit sich bringen.

Die Spitalverordnung «ambulant vor stationär» wird für das Spital Muri einige Veränderungen mit sich bringen.

Mit der revidierten Spitalverordnung hat der Regierungsrat des Kantons Aargau die rechtlichen Grundlagen für die Verschiebung von dreizehn Eingriffen, Behandlungen und Untersuchungen aus dem stationären in den ambulanten Bereich geschaffen. Ab Beginn dieses Jahres soll dies in den

Aargauer Spitälern umgesetzt werden. «Der Regierungsrat will mit dieser Massnahme sowohl einem Patientenbedürfnis nachkommen als auch das Effizienzpotenzial in der Gesundheitsversorgung weiter ausschöpfen», heisst es in einer Medieninformation des Kantons.

Auf der Liste der ambulanten Eingriffe, die in der neuen Spitalverordnung festgelegt sind, finden sich unter anderem Behandlungen und Untersuchungen an Herz, Blutgefässen, Händen, Füssen, Leisten und Knien sowie gynäkologische Eingriffe, die Operation des grauen Stars und die Zertrümmerung von Nieren-, Harnleiter- und teilweise auch Gallensteinen. Die neue Verordnung sieht Ausnahmesituationen vor, in denen eine stationäre Aufnahme möglich ist. Beispielsweise, wenn Patienten besonders schwer erkrankt sind, schwere Begleiterkrankungen haben, oder soziale Faktoren vorliegen, sie beispielsweise keine Betreuungsmöglichkeiten durch Angehörige haben.

Für die Regionalspitäler des Kantons Aargau gilt eine Übergangsfrist bis zum Jahr 2020. Für die Kantonsspitäler Aarau und Baden sowie die Hirslanden Klinik Aarau gelten die neuen Vorgaben seit Jahresbeginn. «Das Spital Muri muss eine Quote von 30 Prozent erfüllen. Das heisst, bereits 2018 muss ein knappes Drittel der 13 gelisteten Behandlungen ambulant durchgeführt werden», informiert die Medienstelle des Spitals Muri.

Umschichtung der Kosten

Ambulante Eingriffe werden zu 100 Prozent durch die Krankenversicherungen übernommen. Bei stationären Eingriffen trägt der Kanton 55 Prozent der Kosten. Die restlichen medizinischen und pflegerischen Leistungen werden bei stationären Behandlungen im Rahmen einer Fallpauschale abgerechnet, die vom Versicherer übernommen wird. Abzüglich des Selbstbehalts und der Franchise, welche in beiden Fällen vom Patienten getragen werden. Vonseiten der Spitäler sind stationäre Eingriffe zu zirka 96 Prozent kostendeckend, ambulante jedoch lediglich zu 85 Prozent. «Deshalb muss der Taxpunktwert für ambulante ärztliche Leistungen eventuell erhöht werden», so die Medienstelle weiter. In Zukunft könnten also diverse zusätzliche Tarmed-Rechnungen für ambulante Behandlungen zu Lasten der Krankenkassen anfallen. «Die Verordnung ‹ambulant vor stationär› mag volkswirtschaftlich betrachtet eine sinnvolle, korrekte Stossrichtung sein. Es könnten sich ­dadurch aber auch eingespart ­geglaubte Kosten sogar noch erhöhen. Dies könnte in der Folge möglicherweise zu erhebli­- chen Krankenkassen-Prämienerhöhungen führen.»

Ebenfalls habe der Kanton den Aspekt der angespannten Hausärzte-Situation mutmasslich zu wenig berücksichtigt, heisst es in den Ausführungen der Medienstelle. «Aus Sicht der Spitäler sowie der Hausärzte ist die Nachbetreuung all jener Patienten, die künftig nicht am ersten postoperativen Tag im Spital visitiert werden, um beispielsweise Wundkontrollen und Verbandswechsel vorzunehmen, zwingend ambulant von einem Arzt zu gewährleisten.» Es sei deshalb möglich, dass Patienten, beziehungsweise deren zuweisende Ärzte, künftig erst einen Nachkontrolltermin festlegten, bevor sie den ambulanten Eingriff mit dem Spital koordinieren.

Notwendige Umbauten

Die Tagesklinik muss der steigenden Anzahl Patienten angepasst werden. Für das Spital Muri bedeutet dies, es braucht grössere Aufenthaltsbereiche und weitere Kojen sowie Räumlichkeiten zur Verpflegung. Im Operationstrakt sei mit geringeren baulichen Anpassungen zu rechnen, welche momentan bereits umgesetzt würden. Derzeit geht man davon aus, dass künftig ein Operationssaal komplett für ambulante Eingriffe reserviert wird. Auch die Verkehrswege von der Tagesklinik dorthin werden optimiert.

Cornelia Bisch

cornelia.bisch@zugerzeitung.ch

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