Mehr Bartgeier in der Zentralschweiz beobachtet

Im Muotathal und am Klausenpass in der Zentralschweiz sind in jüngster Zeit vermehrt Bartgeier beobachtet worden. Das sei eine Folge der Auswilderungen im St. Galler Calfeisental, so die Stiftung Pro Bartgeier.

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Ein junger Bartgeier: Erst vier Monate alt und dennoch schon eine Spannweite von fast drei Metern. (Bild: Franziska Lörcher)

Ein junger Bartgeier: Erst vier Monate alt und dennoch schon eine Spannweite von fast drei Metern. (Bild: Franziska Lörcher)

Wildhüter tragen drei junge Bartgeier ins St. Gallische Calfeisental. (www.wildphoto.ch) (Bild: Markus P. Staehli)

Wildhüter tragen drei junge Bartgeier ins St. Gallische Calfeisental. (www.wildphoto.ch) (Bild: Markus P. Staehli)

Auch in den Zentralschweizer Alpen kommen neuerdings vermehrt Bartgeier vor. Das hätten eigene Erhebungen mittels Telemetrie und Beobachtungen von Leuten ergeben, wie Daniel Hegglin, Geschäftsführer der Stiftung Pro Bartgeier, auf Anfrage erklärt.

Im St. Galler Calfeisental wurden seit 2010 acht Bartgeier ausgewildert. Zuvor waren Bartgeier-Auswilderungen in der Schweiz in Graubünden und in Frankreich in Hochsavoyen unweit des Wallis' durchgeführt worden. Künftig kommen für Auswilderungen von Bartgeiern auch Talschaften in der Zentralschweiz in Betracht, wie Pro Bartgeier mitteilte. Es müssten dafür aber noch geeignete Standorte evaluiert werden. Es sei sehr oft so, dass Bartgeier dorthin zurückkehren würden, wo sie aufgewachsen sind, so Hegglin.

Die Hoffnung sei, dass in den nächsten Jahren Bartgeier, die erst im Alter von fünf bis sieben Jahren geschlechtsreif werden, sich fest in den Nordalpen ansiedeln, Brutpaare bilden und für den ersten Bartgeiernachwuchs in den zentralen Schweizer Alpen sorgen. Aus diesem Grund findet vom 10. bis 11. November in Schwyz ein internationales Bartgeier-Fachsymposium statt.

sda/rem

Hinweis:
Am 9. November um 20 Uhr findet im Kollegium Schwyz ein öffentlicher Vortrag zum Thema «Bartgeier in den Alpen - der lange Weg zurück» statt. Neben viel Wissenswertem zur Biologie und Lebensweise dieses Alpenbewohners zeigt der Vortrag auf, welch langen Atem es braucht um eine einst verschwunden Art wieder zurückzubringen.