Mehr Geld für Pflegefinanzierung als budgetiert

Die neue Pflegefinanzierung, die auf Anfang 2011 in Kraft getreten ist, hat den Kantonen und Gemeinden grössere Aufwendungen gebracht als sie budgetiert hatten. Die Heime selbst schliessen ihre Rechnung dagegen mehrheitlich besser ab als erwartet.

Drucken
Teilen
Eine Pflegefachfrau misst einer Frau den Blutdruck. (Bild: Jakob Ineichen/Neue LZ)

Eine Pflegefachfrau misst einer Frau den Blutdruck. (Bild: Jakob Ineichen/Neue LZ)

Die neuen Zahlen zur Pflegefinanzierung stammen von einer Umfrage, die die Beratungsfirma BDO bei 128 Gemeinden und Kantonen und Gemeinden sowie 132 Pflegeheimen der Zentralschweiz durchgeführt hat. Mehr als die Hälfte der Heime und fast drei Viertel der Gemeinden und Kantone beteiligten sich an der Umfrage, wie BDO am Dienstag mitteilte.

70 Prozent der Alters- und Pflegeheime schlossen 2011 besser ab als budgetiert. Gemäss BDO wurde vorsichtiger budgetiert und den Vollkosten, die zur Berechnung der Tarife nötig sind, ein stärkeres Gewicht gegeben. Ferner waren die Betten besser belegt.

Überschüsse der Heime

Die Ertragsüberschüsse wurden fast ausschliesslich für die Äufnung des Eigenkapitals oder die Bildung von zweckgebundenen Rücklagen und Fondskapitalien verwendet. Mehr als die Hälfte der Heime hat keine Regelung mit den Gemeinden oder dem Kanton abgeschlossen, wie Ertragsüberschüsse zu verwenden sind.

Die Gemeinden und Kantone müssen für die Kosten aufkommen, die nicht von den Pflegebedürftigen und den Krankenkassen übernommen werden. Bei 60 Prozent dieser Restfinanzierer fielen 2011 die Aufwendungen für die Pflegefinanzierung gegenüber dem Budget höher aus. Bei einem Viertel der Gemeinden und Kantone waren die Überschreitungen höher als 20 Prozent. 60 Prozent stellten keine Entlastung in anderen Budgetposten fest, die den höheren Pflegeaufwendungen gegenüberstehen.

BDO empfiehlt, noch stärker auf die Kostenrechnung abzustellen. Die Gemeinden und Kantone sollten diese als Führungsinstrument nutzen.

sda/zim