Mehr Züge mit Gefahrgut unterwegs

In Zukunft sollen viel mehr Güterzüge auf der SBB-Gotthardlinie fahren. Dadurch wird sich auch die Anzahl der Züge mit Gefahrgut erhöhen.

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Bis 2020 dürften 4,4 Millionen Tonnen gefährliche Güter jährlich durch den Talkessel rollen. (Bild: Keystone/Bally)

Bis 2020 dürften 4,4 Millionen Tonnen gefährliche Güter jährlich durch den Talkessel rollen. (Bild: Keystone/Bally)

Die derzeitige Ruhe im Schwyzer Talkessel trügt. Sie ist nur vorübergehend. Denn, seit einem Felssturz auf die SBB-Schienen vom 5. Juni in Gurtnellen ist die Gotthard-Bahnlinie unterbrochen. Darum rollen derzeit nicht wie sonst täglich 100 Güterzüge durch Innerschwyz. Und in ein paar Jahren können hier täglich doppelt so viele Güterzüge fahren, nämlich jeden Tag etwa 200. Diese Zunahme wird nach der Inbetriebnahme des ­Ceneri-Tunnels der Neat im Jahr 2020 möglich.

Dazu planen die SBB auf ihren 7,5 Kilometern Doppelspur zwischen dem Buecheneggen in Steinen und dem Bahnhof Brunnen umfangreiche technische Umbauten. Für 11,6 Millionen Franken sollen die technischen Einrichtungen und Zugsicherungsanlagen so umgebaut werden, dass hier künftig die Zugfolge von vier auf drei Minuten verkürzt wird. Dies ist vom Bund bei den SBB so für die heutige Zufahrtsstrecke zu den Basistunnels von Gotthard und Ceneri bestellt worden.

Zum Projekt liegen derzeit die Pläne in den Gemeinden Steinerberg, Steinen, Schwyz und Ingenbohl öffentlich auf. Bei den Planunterlagen liegt auch ein Umweltbericht der SBB. Er äussert sich zunächst zu möglichen Störfällen. Mit mehr Güterverkehr würden künftig hier auch mehr Gefahrgüter transportiert. Die Menge von heute 2,8 Millionen Tonnen Gefahrgut im Jahr werde auf 4,4 Millionen Tonnen jährlich anwachsen, steht da. Aber: «Bei der angenommenen Steigerung der Gefahrgutmenge verläuft die Summenkurve immer noch klar im akzeptablen Bereich.» Also bestehe hier kein zusätzlicher Handlungsbedarf, erklären die SBB.

Bert Schnüriger