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Kolumne

Mein Rigi

Die Rigi ist für Zuger der Rigi. Und für den Autor eine wichtige Kindheitserinnerung.
Christian Peter Meier, Leiter regionale Ressorts
Christian Peter Meier.

Christian Peter Meier.

Der wichtigste Berg in Zug ist – der Rigi. Diese Behauptung mag Sie in doppelter Hinsicht erstaunen. Erstens, weil der Rigi für alteingesessene Zuger tatsächlich nicht weiblich, sondern männlich ist, was mit der stolzen, gleichsam muskulösen Nordflanke zu tun haben mag, die er uns zeigt. Zweitens, weil ja kein einziger Quadratmeter des Rigis auf Zuger Boden liegt. Trotzdem kommt man als Zuger, Chamer, Baarer, Steinhauser, Hünenberger oder Rotkreuzer an diesem Berg nicht vorbei. Er setzt sich dominant in Szene und begrenzt nach Süden hin unseren Horizont.

Mich persönlich begleitet er seit frühster Kindheit. Da ich in einer Wohnung mit Blick auf den Zugersee und eben den Rigi aufgewachsen bin, ist er für mich ein Synonym für Heimat. Ausserdem bereicherte so mancher Tag auf Rigi Kaltbad meine Jugend. In der Ferienwohnung von guten Freunden und darum herum habe ich den Zauber dieses Berges erfahren, auf der Piste zwischen Staffel und Kaltbad lernte ich leidlich Ski fahren, auf einem Natur­eisfeld drehte ich viele Kurven, in der damaligen «Hostellerie» trank ich Rivella.

Wenn es um den Rigi geht, fühle ich mich darum legitimiert mitzureden – auch in der aktuellen Tourismusdebatte, die allerdings ambivalente Gefühle in mir auslöst. Letztlich geht es dabei um die zentrale Frage, wie viele Touristen und touristische Infrastruktur der Berg erträgt. Ich begreife die Sorgen, die bei manchen ob der immer grösseren Massen von fremden Gästen entstehen können. Ich verstehe den sehnlichen Wunsch, dass auf dem Rigi die Zeit stehen bleiben möge, und fühle mich da oben zuweilen ja auch selber ganz wohlig um 50 Jahre zurückversetzt.

Doch gebe ich gleichzeitig zu bedenken: Kaum ein anderer Berg wurde schon so früh so konsequent touristisch erschlossen wie der Rigi. Mit grossen Hotelkästen und einer einzigartigen Bergbahninfrastruktur. Eine urtümliche, naturbelassene Landschaft sucht man hier darum über weite Strecken vergebens – der Rigi ist ein Ausflugsberg, überdies ein Domizil für so manchen Zweitheimbesitzer. In deren Reihen vermute ich auch die Haupt­treiber des aktuellen Widerstands. Falls dem so ist, kämpfen auf dem Rigi letztlich Touristen gegen Touristen. Wobei die einen sich gegenüber den andern im Vorrecht fühlen. Das ist zwar legitim. Aber längst nicht so sympathisch wie das Anliegen an sich – nämlich den Berg vor einer touristischen Überflutung bewahren zu wollen.

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