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Meine Zeit(en) bei der SZ

Bruno Marty arbeitete insgesamt 15 Jahre für die «Schwyzer Zeitung». Der heutige Gemeindeschreiber blickt auf die Zeit zurück.
Bruno Marty*
Bruno Marty bei einem Einsatz am Fussballfeld. Immer mit dabei: seine Kamera. (Bilder PD)

Bruno Marty bei einem Einsatz am Fussballfeld. Immer mit dabei: seine Kamera. (Bilder PD)

Rund 15 Jahre durfte ich in zwei Etappen zwischen 1971 und 1987 journalistisch und redaktionell für die «Schwyzer Zeitung» tätig sein. Zurück bleiben Fetzen der Erinnerung an eine Zeit, die eine andere war als unsere heutige.

Es muss Berufung gewesen sein, dass ich 1971 beim Verlag Schwyzer Zeitung AG eine kaufmännische Lehre begann. Ich wollte so schnell wie möglich in den Journalismus einsteigen. Nur: Einfach wurde mir der Einstieg in die faszinierende Welt der Medienschaffenden nicht gemacht. «Als hochgeschossener Stift bewarb er sich darum, als Berichterstatter eingesetzt zu werden. Es sei ehrlich zugegeben, dass wir damals zögerten. Erst als er das zweite Mal anfragte, kam er zu seinem ersten journalistischen Auftrag», hielt der damalige Chefredaktor Gerhard Oswald fest. Dieser hatte die «Schwyzer Zeitung» in der damaligen Zeit geprägt mit seriöser Recherche, kritischem Hinterfragen und nicht zuletzt auch mit scharfzüngigen Kommentaren. Damals ein Qualitätszeichen, heute leider – aus Furcht vor Reaktionen und Inserat-Boykotten? – im lokalen Journalismus zur Mangelware geworden.

Bruno Marty bei einem Einsatz am Fussballfeld. Immer mit dabei: seine Kamera. (Bilder PD)

Bruno Marty bei einem Einsatz am Fussballfeld. Immer mit dabei: seine Kamera. (Bilder PD)

Narrenfreiheit

Wir bei der Redaktion der SZ nahmen uns unter Wahrung von Respekt und Anstand die Narrenfreiheit des Kommentierens stets heraus. Reaktionen blieben nicht aus. Wenige Monate nach meinem vollberuflichen Einstieg in die Redaktion wagte ich 1974 die Bemerkung, eigentlich könnte man die Nutzenauszahlung bei Oberallmeind und Genossame abschaffen. Das Geld sei anderweitig sinnvoll(er) zu investieren. Und als ich mich kurz darauf erfrechte, Japanesenspiel und Priis-Nüssle als blosse Gaudi-Veranstaltung fernab der Spontaneität echten Fasnachtstreibens zu bezeichnen, da war mein damaliges journalistisches Markenzeichen «brum» arg ramponiert – jedenfalls bei den Betroffenen. Und heute? Wären meine damaligen Gedanken nicht immer noch einer Überlegung wert?

In solchen Situationen meldete ich mich nicht ungern zum «Dunkelkammerdienst». In der früheren Küche des Hauses Steiner entwickelten wir Filme und produzierten Schwarz-Weiss-Fotos. Mit den ursprünglich ebenfalls selbst erstellten druckfähigen Klischees ging es in die Setzerei, wo Druckzeilen noch in Blei gegossen wurden – und wo man einen Umbruch-Redaktor erst anerkannte, wenn er mindestens einmal mit einer glühend heissen Druckzeile durch die Setzerei «getänzelt» war. Solche Erlebnisse gibt es nicht mehr: Bleisatzmaschinen und Seitenumbruchbretter sind Computern gewichen, Fotos werden ab digitalen Daten und selbstverständlich in Farbe gedruckt.

Fehlende Zeit

Die «Schwyzer Zeitung» erschien 1971 noch zweimal die Woche, immer am Dienstag und am Freitag. Solange auch der Mitbewerber auf dem Platz die gleichen Erscheinungsdaten kannte, konnten die Journalisten der Region untereinander noch persönliche Kontakte aufbauen und pflegen. Es konnte schon vorkommen, dass die «Medienmeute» als letzte Gäste einer Veranstaltung heimgingen. Sie hatten ja Zeit, den Text zu erstellen und die Bilder zu entwickeln. Zeit, die heute fehlt und leider auch zu (mehr) Oberflächlichkeit führen kann.

Das Wort «Zeit» findet sich im Begriff der Zeitung. Vielleicht ist es deshalb auch symbolisch, dass es die Zeit oder mindestens der (gerade aktuelle, allein auf Profit ausgerichtete) Zeitgeist ist, der jetzt eine weitere Zeitung zum Verschwinden bringt. Schade: Ich hätte gerne weiterhin Zeit mit der Lektüre der «Schwyzer Zeitung» verbracht, der ich 15 Jahre meiner Zeit schenken durfte.

Hinweis

* Bruno Marty arbeitete während insgesamt 15 Jahren für die «Schwyzer Zeitung». Heute ist Marty Gemeindeschreiber in Schwyz.

Bruno Marty bei einem Einsatz am Fussballfeld. Immer mit dabei: seine Kamera. (Bild: PD)

Bruno Marty bei einem Einsatz am Fussballfeld. Immer mit dabei: seine Kamera. (Bild: PD)

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