Melden Sie uns Ihre Helden!

Selbstlos, couragiert und aussergewöhnlich: Menschen aus unserer Region, die sich in dieser Art für andere einsetzen, sind jetzt wieder gesucht.

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Sophie Hüsler, als sie im letzten Oktober den Pokal zur «Heldin des Jahres» entgegennehmen durfte. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)

Sophie Hüsler, als sie im letzten Oktober den Pokal zur «Heldin des Jahres» entgegennehmen durfte. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)

red . Das Schicksal der Familie Hüsler aus Kriens und ihr positiver Umgang damit hat die Öffentlichkeit bewegt. Die Wahl der 83-jährigen Sophie Hüsler zur Heldin des Jahres im vergangenen Oktober (siehe unten) hat sogar schweizweit für Aufsehen gesorgt. Doch nicht nur diese Tatsache, sondern vor allem die grosse Resonanz in Sachen Vorschläge für Kandidatinnen und Kandidaten aus der Zentralschweizer Bevölkerung haben die «Neue Luzerner Zeitung» und ihre Regionalausgaben in Nidwalden, Obwalden, Uri, Schwyz und Zug in der Absicht bestärkt, auch in diesem Jahr die Serie «Unbekannte Helden» weiterzuführen.

Vorschläge einreichen

Ab sofort können also wiederum bis dato unbekannte Personen aus der Zentralschweiz, die sich durch ihren uneigennützigen Einsatz für andere oder die Allgemeinheit auszeichnen, vorgeschlagen werden. Gerne laden wir Sie ein, uns solche unbekannten Heldinnen und Helden vorzustellen, die Kriterien sind die folgenden:

  • Wir suchen Menschen in der Zentralschweiz, die durch ihre aussergewöhnliche, aufopfernde, freiwillige Aufgabe auffallen.
  • Es sind etwa Personen, die durch ihr selbstloses, couragiertes Handeln anderen geholfen haben.
  • Oder es sind Menschen, die sich trauen, hartnäckig für eine gemeinnützige Sache einzustehen.
  • Gesucht sind Kandidatinnen und Kandidaten aus unserer Region, die nicht offizielle Vertreter von Behörden, Parteien oder Verbänden sind.

Publikum kann wählen

Unsere Zeitung wird in diesem Jahr insgesamt acht solche unbekannten Helden präsentieren. Jeweils am Ende eines Quartals wählt ein Redaktionsausschuss aus den eingereichten Vorschlägen zwei Personen aus, diese werden dann der Leserschaft vorgestellt. Das Publikum wählt eine dieser beiden Personen zum Quartalshelden. Zum Jahresende wird wieder eine prominent besetzte Jury aus den vier Quartalshelden die Heldin oder den Helden des Jahres 2012 wählen.

Bewusster Kontrapunkt

«Mit unserer Serie möchten wir die Bevölkerung ermuntern, sich mit dem positiven Tun und Wirken der Personen im eigenen Lebensumfeld vertieft auseinanderzusetzen», erklärt Thomas Bornhauser, Chefredaktor der «Neuen Luzerner Zeitung» und ihrer Regionalausgaben. Die «Unbekannten Helden» seien auch als bewusster Kontrapunkt zur heutigen schnelllebigen Zeit zu verstehen, in welcher die öffentliche und mediale Aufmerksamkeit oftmals auf die lautesten und aufgeregtesten Ereignisse gerichtet werde. Und: «Das Projekt ist eine Wertschätzung gegenüber denjenigen Personen aus unserer Region, die sich ohne Eigennutz für eine Sache einsetzen», so Bornhauser. Für die jetzt anlaufende Ausschreibung gilt: Schicken Sie uns eine kurze Beschreibung der heldenhaften Person mit Angabe von Name, Adresse, Alter, Telefonnummer sowie Ihre eigenen Koordinaten.

Senden Sie diese Angaben bis spätestens Donnerstag, 1. März, an:

LZ Medien «Unbekannte Helden»
Maihofstrasse 76
6002 Luzern

oder an:

Selbstverständlich können Vorschläge während der gesamten Projektphase, bis zur Wahl im vierten Quartal 2012, eingereicht werden. Führt Ihr Vorschlag zur Wahl eines Quartalshelden, winkt als Dankeschön eine Übernachtung für zwei Personen im 4-Sterne-Hotel Montana in Luzern, inklusive Nachtessen. Die Serie «Unbekannte Helden» wird zudem unterstützt durch Raiffeisenbanken der Zentralschweiz, Gübelin AG und Heini Conditorei AG. Medienpartner ist das Zentralschweizer Fernsehen Tele 1.

red

«Das hat uns auch viel Kraft gegeben»

Heldin des Jahres. Seit über 55 Jahren. So lange schon betreut die 83-jährige Sophie Hüsler ihre Tochter Christina – und dies praktisch rund um die Uhr. Christeli, wie sie liebevoll genannt wird, ist seit ihrer Geburt schwer cerebral gelähmt. Dass die Tochter ausserhalb der eigenen vier Wände in Kriens gepflegt werden könnte, stand für Sophie Hüsler und ihren Mann Heinrich (84) nie zur Debatte. Für diese Lebensaufgabe und für die Selbstverständlichkeit, mit der sie erfüllt wird, wurde Sophie Hüsler im vergangenen Oktober als Unbekannte Heldin des Jahres ausgezeichnet. Die erstmals von unserer Zeitung und ihren Projektpartnern (siehe oben) vergebene Auszeichnung ist mit 3000 Franken dotiert.

Nach der Wahl ging es bei Hüslers eine Weile lang zu und her wie in einem Bienenhaus. Schweizer Fernsehen, Radio und die «Schweizer Illustrierte» berichteten, «das Echo war riesig. Vor allem gab es auch ganz, ganz viele private Reaktionen, eigentlich ausschliesslich positive», erzählt Sophie Hüsler. Sogar ein Dok-Film sei zur Diskussion gestanden, aber das sei dann «ein bisschen zu viel geworden». Zumal Christeli zu Jahresbeginn gesundheitlich einen Dämpfer erlitten hatte.

Die Familie Hüsler durfte nach der Heldenwahl nebst zahlreichen guten Wünschen auch viele Geschenke entgegennehmen. Blumen, Süssigkeiten, Wolldecken «und da und dort sogar ein paar Franken. Unsere zweite Tochter kann gar nicht alles verdanken, weil gewisse Kärtli nur mit einem Namen oder mit ‹Osterhase› oder ‹Christkind› unterschrieben waren», sagt Sophie Hüsler. «Das alles hat uns in unserem Tun bestärkt und auch viel Kraft gegeben. Dabei haben wir das ja gar nicht gesucht. Es ist doch selbstverständlich, dass man für sein Kind sorgt, oder?»

«Fast unglaublich»

Die Anteilnahme am Schicksal der Krienser Familie Hüsler drückte bereits während der Publikumswahl durch, an der sich fast 2000 Personen beteiligt hatten. Dies etwa in Form von Reaktionen an die Adresse der Redaktion. So schrieb eine Ordensschwester: «Was diese Menschen jahrelang geleistet haben und in ihrem Alter noch leisten, ist absolut bewunderungswürdig, ja fast unglaublich. Das ist jahrelange Aufopferung und Selbstlosigkeit. Diesen Menschen gehört höchstes Lob.»

Jérôme Martinu