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MENSCHENHANDELS-PROZESS: Bedingte Freiheitsstrafe für Schwyzer Bordellvermieter bestätigt

Das Bundesgericht hat die bedingte Freiheitsstrafe von neun Monaten für den Vermieter einer Liegenschaft in Tuggen bestätigt. In diesem Gebäude waren Frauen aus Rumänien und Bulgarien zur Prostitution gezwungen worden. Der Verurteilte beantragte einen Freispruch.
Sexarbeiterinnen in einem Bordell. (Symbolbild) (Bild: AP Photo/Franka Bruns)

Sexarbeiterinnen in einem Bordell. (Symbolbild) (Bild: AP Photo/Franka Bruns)

Der wegen mehrfacher Förderung der Prostitution verurteilte Mann machte vor Bundesgericht geltend, dass er mit dem Betrieb der Kontaktbar kaum etwas zu tun gehabt habe. Er sei lediglich vertraglich dazu verpflichtet gewesen, die Liegenschaft und die Umgebung zu reinigen.

Das Bundesgericht hat die Beschwerde des Verurteilten in einem am Freitag publizierten Entscheid abgewiesen. Es hält fest, dass der Mann nicht aufgezeigt habe, inwiefern der von der Vorinstanz festgestellte Sachverhalt nicht zutreffe.

So war der Vermieter durchaus Teil eines Systems, in dem die Frauen unter Druck gesetzt wurden und der Prostitution so nachgehen mussten, wie es von ihnen verlangt wurde.

Auch wurden ihnen gemäss Urteil des Bundesgerichts Präsenzzeiten und Preise für die sexuellen Dienstleistungen vorgeschrieben. Den meisten Frauen wurden zudem die Pässe abgenommen.

Der Vermieter ist einer von insgesamt acht Verurteilten. Der Haupttäter und Bordellchef wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 22 Monaten verurteilt.

Der Schwyzer Menschenhandel-Prozess geht zurück auf Grossrazzien, die im Februar 2007 in Nidau BE und Tuggen SZ durchgeführt wurden. Erst im Juni 2014 kam es zum erstinstanzlichen Prozess. Wegen Verjährung mussten diverse Anklagepunkte fallen gelassen werden. Der Grund für die lange Dauer war neben der Komplexität des Falles auch der langjährige Schwyzer Justizstreit. (Urteil 6B_1284/2016 vom 12.06.2017) (sda)

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