MENZNAU: «Die Tat ist Teil unseres Lebens geworden»

Am Donnerstag ist es ein Jahr her, dass ein Kronospan-Mitarbeiter mehrere Kolleginnen und Kollegen erschoss. Der CEO Mauro Capozzo blickt zurück.

Thomas Heer
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CEO Mauro Capozzo vor der Kronospan in Menznau. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

CEO Mauro Capozzo vor der Kronospan in Menznau. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Im grossen Interview spricht Kronospan-CEO Mauro Capozzo über die kaltblütige Schiesserei in seiner Firma. Er erzählt von den ersten Augenblicken, nachdem er von der Schiesserei erfahren hatte, den Kontakt mit der Familie des Täters und wie es im Betrieb weitergegangen ist: «Die Tat hat uns alle stark geprägt. Sie ist ein Teil unseres Lebens geworden, ob wir wollen oder nicht. Das Ganze zeigt uns, wie verletzlich wir alle sind und wie schnell sich etwas schlagartig verändern kann. Trotzdem müssen wir die Verantwortung für unsere Zukunft übernehmen. Dies sind wir unseren Familien und Angehörigen schuldig.», sagt er. Innerhalb seiner Familie, dem Bekanntenkreis und auch im Betrieb habe er grosse Unterstützung gefunden, was die schwere Zeit erträglicher gemacht habe.

Mitarbeiter tragen keine Schuld

In der Öffentlichkeit wurde auch lange Zeit intensiv darüber diskutiert, wie der Täter Viktor B. schliesslich ums Leben kam. Handelte es sich um einen Suizid oder wurde er von einem in der Kantine anwesenden Kronospan-Angestellten getötet? Für die Staatsanwaltschaft steht fest, dass B. entweder Suizid beging oder aber bei einem selbst verursachten Unfall tödlich verletzt wurde. Untersuchungen gegen Mitarbeiter im Zusammenhang mit dem Tod von B. wurden eingestellt.