Mieses Geschäft mit Drogensüchtigen

Bekommen sie ihre Drogen nicht, greifen Süchtige als Alternative oft zu anderen Substanzen – etwa zum Beruhigungsmittel Dormicum. Manche Ärzte schlagen aus dieser Notlage Profit.

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Eine Fixerin desinfiziert sich den Arm (gestellte Szene). (Symbolbild Neue ZZ)

Eine Fixerin desinfiziert sich den Arm (gestellte Szene). (Symbolbild Neue ZZ)

Drogenabhängige, die gerade nicht an ihren Stoff herankommen, greifen als Alternative oft zu anderen Substanzen. Auf der Gasse besonders verbreitet ist im Moment das Beruhigungsmittel Dormicum. Brisant: Es gibt Ärzte, die aus dieser Situation Profit schlagen. Die abhängig machenden Pillen werden nämlich regelmässig und zu leichtfertig an Drogensüchtige verschrieben.

Schwyzer Arzt bestraft

Sowohl der Luzerner Kantonsarzt Roger Harstall als auch Erika Lötscher, Stellenleiterin Drop-in bei der Luzerner Psychiatrie, bestätigten auf Nachfrage, dass im Kanton Luzern einzelne Ärzte Dormicum und ähnliche Medikamente an süchtige Personen verschreiben. Recherchen unserer Zeitung zeigen zudem, dass im Frühling 2012 auch ein Arzt aus dem Kanton Schwyz gegen die gängige Verschreibungspraxis verstossen hatte.

Ihm soll deshalb die Ermächtigung entzogen worden sein, Arzneimittel und damit auch Betäubungsmittel wie Dormicum abzugeben. Der Schwyzer Kantonsarzt Svend Capol bestätigt den Vorfall, aus Datenschutzgründen will er aber zum Fall keine nähere Stellung beziehen.

Dormicum wird in der Medizin oft verwendet. Es wird auch Kindern abgegeben, etwa vor Operationen. Besonders gefährlich wird es, wenn es in Kombination mit Drogen konsumiert wird. Dann besteht wegen möglicher Atemlähmung sogar Lebensgefahr.

Daniel Schriber

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