MILCHSTREIK: Innerschwyzer Bauern verschenken ihre Milch

Mit dem aktuellen Milchpreis von 75 Rappen können die Bauern ihre Kosten nicht mehr decken. Auch die Innerschwyzer Milchproduzenten haben nun die Nase voll.

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Bruno Bucheli aus Ingenbohl verschenkt seine Milch – für einen höheren Milchpreis. (Bild Daniela Bellandi/Neue SZ)

Bruno Bucheli aus Ingenbohl verschenkt seine Milch – für einen höheren Milchpreis. (Bild Daniela Bellandi/Neue SZ)

Jetzt machen auch die Innerschwyzer Milchproduzenten mit: Zusammen mit zahlreichen Bauern der Schweiz und ganz Europa verschenken sie ihre Milch. «Wir haben nun endgültig genug von den unfairen Preisen, die wir von den Verarbeitern seit Jahren für unser hochwertiges Lebensmittel bekommen», sagt Bruno Bucheli, Präsident der Milchproduzentenvereinigung (MPV) Ingenbohl.

Mit den 75 Rappen, die ein Liter Milch dem Bauern bringe, könne er seine Kosten nicht mehr decken. Anfang der Achtzigerjahre sei dieser Preis auf 1.07 Franken gestiegen und seit dann nur noch gesunken.

Das langfristige Ziel liegt bei einem Franken pro Liter
Bis auf einen einzigen Biobauern konnte Bucheli gestern alle 19 Mitglieder der Vereinigung davon überzeugen, dass nur ein Streik zu einer Lösung führen kann. Der Streik werde erst beendet, wenn die Verarbeiter mindesten 85 Rappen pro Liter Milch bezahlen. Das langfristige Ziel ist 1 Franken.

Mit 500 Litern pro Tag produziert Bucheli am meisten Milch in Ingenbohl. Am Wochenende hat er in der Nachbarschaft 200 Flyer verteilt. Viele Leute nahmen ihr Michkesseli oder leere Petflaschen und holten am Sonntag bei ihm Gratismilch ab. So verschenkte er die ersten hundert Liter.

Weniger als die Hälfte der Milch geliefert
Dass «Emmi» noch genug Milch zum Verarbeiten haben soll, kann Bucheli nicht glauben. Seine Vermutung wird von Erich Reichmuth, Besitzer der Schwyzer Milchhuus AG, bestätigt. Für ihn hat der Streik bereits krasse Auswirkungen. «Wir haben am Sonntag schon weniger als die Hälfte der Milch geliefert bekommen», sagt er.

Die Bauern gehen unterschiedlich mit dem Streik um. Milch verschütten, das wollten die Innerschwyzer schon aus ethischen Gründen auf keinen Fall. Bruno Bucheli und seine Frau Cornelia machen beispielsweise jetzt mehr Butter und Rahm als üblich. Bei einigen Kollegen würden wieder mal die alten Käsekessi zum Einsatz kommen.

Daniela Bellandi

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Schwyzer Zeitung.