Kommentar
Mit einer Coronasteuer die Löcher in den öffentlichen Kassen stopfen? Schlechte Idee!

Nun sind erstmals die Dimensionen der Steuerausfälle aufgrund der Pandemie ersichtlich: Die Stadt Luzern rechnet für dieses und nächstes Jahr mit fast 14 Millionen Franken weniger - es könnte aber auch noch schlimmer kommen. Wie sollen Mindereinnahmen dieser Grössenordnung kompensiert werden? Mit einer harten Verzichtsplanung.

Jérôme Martinu. Chefredaktor
Merken
Drucken
Teilen
Jérôme Martinu, Chefredaktor Luzerner Zeitung und Regionalausgaben.

Jérôme Martinu, Chefredaktor Luzerner Zeitung und Regionalausgaben.

Bild LZ

42 von 230 Mitarbeitern wurde gekündigt. Und per Ende Juni verlieren in den drei Häusern der Astoria-Hotelgruppe wohl noch einmal 71 Angestellte ihren Job. Heftig hat der Lockdown den über Luzern hinaus bekannten, mit seinen Hotel- und Gastrobetrieben in der Stadt seit Jahrzehnten bestens verankerten Hotelier Urs Karli getroffen. Die Massenentlassung ist alarmierendes Zeichen dafür, wie stark die Pandemie auf die in unserer Region so wichtige Tourismusbranche durchschlägt.

Erstmals gibt es jetzt konkrete Zahlen zur Grösse der Löcher in den öffentlichen Kassen. Die Stadt Luzern schätzt – optimistisch gerechnet! – den durch Corona verursachten Ausfall für 2020 und 2021 auf fast 14 Millionen Franken. Das sind 4,4 Prozent des budgetierten Steueraufkommens.

Die Ertragsausfälle werden also massiv sein. Kantone und Gemeinden tun gut daran, zügig mit den Korrekturvorschlägen für die Finanzplanung loszulegen. Simples Rezept wäre eine Corona-Steuer. So einfach es ist mit der Steuerschraube Mehreinnahmen zu generieren, so schlecht ist dieses Idee. Die wirtschaftlichen Probleme sehr vieler Firmen, ja von ganzen Branchen, und damit auch von vielen Arbeitnehmern, sind zu gross, als dass man diese noch zusätzlich mit höheren Steuern belasten sollte. Und da mehr Schulden machen – trotz billigem Geld – nicht nachhaltig ist, führt für die wichtige langfristige Stabilität kaum ein Weg daran vorbei: Einnahmen und Ausgaben in der Balance halten. Heisst: Die Verzichtsplanung kann starten.