«MITTELSTANDSBAROMETER 2009»: Nur unsere Firmen wollen noch investieren

Der Blick auf die Zukunft des eigenen Unternehmens ist zwar im Vergleich recht pessimistisch in der Zentralschweiz – und trotzdem oder gerade deshalb wird investiert und im Personalbereich aufgestockt.

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Le Corbusier auf der 10-Franken-Note. (Bild Dave Schläpfer/Zisch)

Le Corbusier auf der 10-Franken-Note. (Bild Dave Schläpfer/Zisch)

Für das «Mittelstandsbarometer 2009» wurden im Auftrag von Ernst & Young 700 mittelständische Unternehmen in der Schweiz befragt (30 bis 2000 Beschäftigte), und zwar aufgrund der rasanten wirtschaftlichen Entwicklungen in jünster Zeit in zwei Wellen im November 2008 und im Februar 2009. Sie stammten auf folgenden Branchen: 40%Dienstleistung, 26% Handel, 14% Bau und Energie sowie 20 Prozent Industrie und verarbeitendes Gewerbe.

In der Zentralschweiz wurden 65 Interviews durchgeführt. Hier die regionalen Zahlen auf die Fragen bezüglich der Prognosen für das laufende Jahr:

Wie bewerten Sie Ihre aktuelle Geschäftslage?

  • 55% Gut (52%)
  • 30% Eher gut (35%)
  • 10% Eher schlecht (10%)
  • 5% schlecht (3%)

Wie wird sich Ihre Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten entwickeln?

  • 35% Verbessern (16%)
  • 20% Gleich bleiben (20%)
  • 45% Verschlechtern (37%)

Im Vergleich der Schweizer Regionen zeigt sich, dass mittelständische Unternehmen in der Region Zürich und in der Zentralschweiz am pessimistischsten in die Zukunft blicken, wie es in der Studie heisst. Abschwächend ist anzumerken, dass es im Gegenzug in der Zentralschweiz prozentual so viele Firmen wie schweizweit nirgends gibt, die von einer Verbesserung der Lage ausgehen.

Wie wird sich die allgemeine Wirtschaftslage in der Schweiz im Jahr 2009 entwickeln?

  • 8% Verbessern (6%)
  • 28% Gleich bleiben (24%)
  • 64% Verschlechtern (70%)

Planen Sie, die Gesamtinvestitionen Ihres Unternehmens im Jahr 2009 zu steigern, konstant zu halten oder zu reduzieren?

  • 25% Steigern (16%)
  • 70% Konstant halten (62%)
  • 5% Reduzieren (22%)

Im Vergleich der Regionen erweisen sich derzeit nur noch die Unternehmen in der Zentralschweiz als investitionsfreudig: Bei ihnen liege die Differenz zwischen geplanten Investitionssteigerungen (in diesem Fall 25 Prozent) und Reduzierungen (fünf Prozent) bei 20 Prozentpunkten.

Wie wird sich die Zahl der Mitarbeiter Ihres Unternehmens (in der Schweiz) im Jahr 2009 voraussichtlich entwickeln?

  • 30% Steigern (16%)
  • 60% Gleich bleiben (63%)
  • 10% Sinken (21%)

Die stärksten Stellenstreichungen seien aufgrund der Befragungsergebnisse in den wichtigsten schweizerischen Wirtschaftsregionen – in Zürich, in der Nordwestschweiz sowie in der Genferseeregion – zu erwarten, heisst es weiter. Hingegen rechnen die mittelständischen Betriebe in der Zentral- und in der Ostschweiz mit einem Zuwachs an Mitarbeitenden. In diesen Kantonen liege der Saldo aus erwarteten Steigerungen und Senkungen bei plus 20 bzw. plus 9 Prozentpunkten.

Wie leicht oder schwer fällt es Ihrem Unternehmen derzeit, neue und ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden?

  • 19% Sehr schwierig (24%)
  • 55% Eher schwierig (58%)
  • 26% Eher leicht/leicht (18%)

Offenkundig haben vor allem die mittelständischen
Unternehmen in den grossen schweizerischen Ballungsräumen Zürich, Genferseeregion und Nordwestschweiz die grössten Schwierigkeiten bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter, wie es weiter heisst. Nur in zwei Regionen liegt der Anteil derer, denen es sehr schwer fällt, offene Stellen zu besetzen, unter 20%: im Tessin (elf Prozent) und in der Zentralschweiz (19%).

scd/ap