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MÜHLAU: Die Pfarrei Mühlau hat im Archiv aufgeräumt

Über die Jahre sammeln sich in einer Kirchgemeinde viele Dokumente an. Alles ist nun geordnet und registriert. Am Dienstagabend wurde über das Projekt informiert.
Die Pfarrkirche St. Anna in Mühlau ist in der Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut worden. (Bild: PD)

Die Pfarrkirche St. Anna in Mühlau ist in der Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut worden. (Bild: PD)

«Die alten Dokumente sind wertvolle Schätze. Es sind Zeitdokumente. Wenn man hineintaucht, sieht man, wie die Zeit vergangen ist», sagte der Historiker Josef Kunz-Koch aus Villmergen. Am Dienstagabend informierte er im Gemeindesaal mit Fotos und historischen Details über das rund 10'000 Franken teure Archivierungsprojekt, das er im Auftrag der Kirchgemeinde Mühlau kürzlich durchgeführt hat.

«Die Landeskirche hat in der Archiv-Verordnung von 2015 die Pfarreien verpflichtet, ein bestimmtes System anzuwenden», begründete Claudia Burkard, Präsidentin der Kirchenpflege, das Projekt. Das Aufräumen sei auch nötig geworden, weil es im Gemeindearchiv keinen Platz mehr gebe. Zudem seien die ­Dokumente der Kirchgemeinde, die an mehreren Orten lagerten, gesammelt, geordnet und registriert worden. Das Archiv befinde sich künftig im Pfarrhaus.

Mit der wie früher üblichen Begrüssung des Pfarrers Danam Yammani – der «Hochwürdigen Geistlichkeit» – begann Josef Kunz-Koch den Vortrag, in dem die Zuhörer viel Interessantes über die wechselvolle Geschichte der Gemeinde Mühlau und der Pfarrei St. Anna erfuhren: «Erstmals erwähnt wurde ‹Mulnowe› 1274, ‹Kestiberg› und ‹Schorren› 1328/1371». Das Amt Merenschwand sei 1393 an Luzern gekommen, die Stadt habe 1580 den Bau der 1582 eingeweihten Kapelle bewilligt, welcher 1583 die Gründung der St. Anna Bruderschaft folgte. Die erste Kirche von 1654 sei jedoch später verlegt worden. Ein Bildstöckli zeige den ehemaligen Standort an.

Die «schmerzhafte» Trennung von Sins

Aus dieser Zeit stammen die ältesten Dokumente, welche Josef Kunz entdeckt hat. Dazu gehören die besiegelte Urkunde von 1662 zur Konsekration von St. Anna und der Bericht über die Kanonisierung und Transferierung der Reliquien von St. Joachim und St. Anna von den Klostern Einsiedeln und Engelberg nach Mühl­au.

Zwischen 1836 und 1881 sei, so Kunz, «unter Protesten und Klagen» die schmerzhafte Trennung von Sins erfolgt. Heute löst die Erwähnung des 1878 eingereichten Protestes der Gemeinde Meienberg (ab 1941 zu Sins) gegen die Errichtung der Pfarrei Mühlau Heiterkeit aus, welche 1880 doch noch selbstständig wurde. Damals sei die im Historismus-Stil erbaute heutige Kirche schon gestanden: Sie wurde bereits 1856 eingeweiht. Als Herzstücke bezeichnete er die Protokolle der Kirchenpflege von 1879 bis 1904 und erwähnte als witziges Detail dasjenige von 1881, auf dem als einziges Traktandum die Wahl von drei Kommissionsmitgliedern steht. Josef Kunz entdeckte auch Unterlagen über Messbücher (das älteste von 1726), Steuerrodel, Predigt- und Rechnungsbücher sowie ab 1880 bis 2017 Ehe- und Todesbücher, welche für die Familienforschung interessant sein dürften. Ab 1929 habe es Erstkommunion-Bücher, ab 1930 Pfarreiblätter und ab 1931 Bauakten zum Pfarrhaus gegeben. «Es bestehen auch Lücken, so liegen die Kirchenguts-Rechnungen erst ab 1907 vor. Möglich ist auch, dass sich Dokumente von Mühlau in Engelberg, Luzern oder Aarau befinden.»

Wertvolle Dokumente vorbei bringen

«Jetzt ist alles geordnet und im Computer im Archivverzeichnis dokumentiert. Die Originale befinden sich in Spezialschachteln. Allerdings ist die Benutzung des Archivs streng limitiert», so Kunz. Zuständig dafür ist nun Pfarreisekretär Pius Affolter, der versprach: «Ich werde das Archiv weiterführen. Sie können uns auch wertvolle Dokumente bringen, damit sie erhalten bleiben.» Auch Claudia Burkard freute sich und sagte zufrieden beim Apéro: «Jetzt isch alles e suberi Sach.»

Monika Wegmann

redaktion@zugerzeitung.ch

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