MÜLLER MARTINI: Stellenabbau in Zofingen, Stans und Hasle

150 Schweizer Angestellte der Firmengruppe Müller Martini verlieren ihre Arbeit. Am stärksten vom Stellenabbau betroffen ist der Standort in Zofingen. Aber es trifft auch Mitarbeiter in Stans und Hasle.

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Müller Martini baut in Stans einen Drittel der Stellen ab. (Bild Dominik Buholzer)

Müller Martini baut in Stans einen Drittel der Stellen ab. (Bild Dominik Buholzer)

In der Medienmitteilung von Müller Martini vom Mittwoch ist die Rede von zirka 150 Stellen, die in den nächsten Monaten in den Werken Zofingen, Stans und Hasle abgebaut werden sollen. Es bestehe ein Sozialplan.

Durch frühzeitige Pensionierungen und durch eine natürliche Fluktuation sollen Härtefälle weitgehend vermieden werden, heisst es. Zudem würden Massnahmen zur Wiedereingliederung der Betroffenen in den Arbeitsmarkt erarbeitet. Die Lehrlingsausbildung sei vom Abbau nicht betroffen.

Die bereits zum Jahresbeginn eingeführte Kurzarbeit werde dem Auftragseingang entsprechend in allen Werken weitergeführt, teilte Müller Martini weiter mit. Als Grund für die Entlassungen gab die Konzernleitung die Weltwirtschaftskrise an, die das Unternehmen mit einem Exportanteil von 95 Prozent hart treffe. Die Entlassungen würden von der Konzernleitung ausserordentlich bedauert. Sie sehe darin aber die Chance, ihre Marktstellung auch für die Zukunft zu sichern.

88 in Zofingen, 40 in Stans, 11 in Hasle
Am stärksten vom Abbau betroffen ist laut der Gewerkschaft Unia der Standort Zofingen, wo 88 der rund 850 Beschäftigten ihre Arbeit verlieren. In Stans werde ein Drittel der rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeitslos. Und in Hasle wolle die Firma elf weitere Mitarbeiter entlassen. Die Unia protestierte dagegen, «dass Müller Martini mit diesen Massnahmen die Kosten der Krise einseitig den Arbeitnehmenden aufbürden will» und erinnerte daran, dass das Unternehmen noch in diesem Jahr bereits 60 mit Absatzschwierigkeiten begründete Kündigungen ausgesprochen hatte.

Kurzarbeit statt Entlassungen gefordert
Zusammen mit dem Aargauischen Gewerkschaftsbund und den Betriebskommissionen der verschiedenen Standorte fordert die Unia von Müller Martini statt Entlassungen eine Ausdehnung der Kurzarbeit. Diese sei mit gezielten Qualifizierungsmassnahmen zu verbinden, heisst es. Als weitere Massnahmen sehen die Gewerkschaft unter anderem ein sozialverträgliches Altersteilzeitmodell und die vorübergehende Ausleihe der betroffenen Müller-Martini-Belegschaft an andere Industriebetriebe.

Müller Martini, Herstellerin von Druckweiterverarbeitungssystemen, beschäftigt weltweit 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In der Schweiz zählen rund 2000 Menschen zur Müller-Martini-Belegschaft.

ap