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MUOTATHAL: «Für die Eingeschlossenen besteht keine Gefahr»

Acht Personen sind seit Sonntag im Hölloch eingeschlossen. Aufgrund der aktuellen Wetter- und Wassersituation ging die Einsatzleitung am Montag davon aus, dass die Männer noch mindestens 48 Stunden im Biwak ausharren müssen.
Oben: Einsatzleiter Franz Auf der Maur von Speleo-Secours Schweiz erklärt den Medien das Höhlensystem des Höllochs. Unten: Schlafen im Biwak auf einer Hölloch-Exkursion. (Bilder: Urs Flüeler/Keystone (Muotathal, 22. Januar 2018), Archivbild Philipp Schmidli (29. Januar 2011))

Oben: Einsatzleiter Franz Auf der Maur von Speleo-Secours Schweiz erklärt den Medien das Höhlensystem des Höllochs. Unten: Schlafen im Biwak auf einer Hölloch-Exkursion. (Bilder: Urs Flüeler/Keystone (Muotathal, 22. Januar 2018), Archivbild Philipp Schmidli (29. Januar 2011))

«Im Nachhinein ist man immer schlauer», sagte am Montag Veranstalter Peter Draganits vom Trekking Outdoor Team, das die zweitägige Tour ins Hölloch organisiert hatte. Er wurde am Montag an der Medienkonferenz im Feuerwehrlokal Muotathal mit der Frage konfrontiert, ob man aufgrund der aktuellen Wetterlage die Tour nicht besser ab­gesagt hätte. «Voraussehbar war das Unglück nicht», sagte indessen auch Einsatzleiter Franz Auf der Maur aus Seewen. Sowohl Franz Auf der Maur wie Peter Draganits rechneten mit mehr Schnee als Regen.

Eine siebenköpfige Touristengruppe und ihr Guide sind seit dem frühen Sonntagmorgen im Hölloch eingeschlossen. Franz Auf der Maur: «Den eingeschlossenen Männern geht es gut. Wir führen keine Rettungsaktion durch. Wenn der Wasserstand in der Höhle zurückgeht, werden die sieben Gäste und ihr Guide das Hölloch durch denselben Ort verlassen können, wie sie es betreten haben.»

Vier Höhlenforscher sind ins Hölloch vorgestossen

Bevor die Höhlengruppe am Samstagabend das Nachtlager bezog, hatte der Tourenleiter noch das obligate SMS nach draussen geschickt, dass drinnen alles in Ordnung sei, bestätigte Peter Draganits. Bereits um Mitter­nacht sah allerdings der Tourorganisator Anzeichen, dass Wasser ins Siphon der Höhle eindrang und den Weg nach draussen versperren könnte. Was man zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht wusste: Ein her­abgefallener Ast hatte die Antenne auf dem Berg, über welche das Warn-SMS an die Gruppe hätte übermittelt werden sollen, ausser Gefecht gesetzt.

«Als Sofortmassnahme sind vier Höhlenforscher über den aktuellen Zustand informiert worden», sagte Draganits. Die vier Männer der Rettungskolonne Muotathal, des Speleo-Secours Schweiz, machten sich daraufhin im Verlaufe des Sonntags über einen Nebeneingang auf den Weg zu den Eingeschlossenen. Um 16 Uhr waren die vier Höhlenforscher bei den Eingeschlossenen in der Höhle. «Für die Eingeschlossenen besteht keine Gefahr, sie sind alle wohlauf», so Peter Draganits. Dieser Weg zurück ist für die Touristen nicht machbar, der 300 Meter hohe Schacht setzt alpinistische Kennt­nisse voraus.

Lage wird sich bald entschärfen

Die Eingeschlossenen werden aufgrund der aktuellen Wetter­situation weiter in der Höhle verharren müssen. «Sie werden das Hölloch die nächsten 48 Stunden nicht verlassen können», sagte am Montag Einsatzleiter Franz Auf der Maur. Zur Frage, ob die Gruppe auch zwei Wochen oder länger im Biwak eingeschlossen sein könnte, sagte Auf der Maur: «So etwas gibt es üblicherweise nur im Mai, wenn das Schmelzwasser die Höhle füllt. Es würde mich sehr verwundern, wenn das in diesem Fall jetzt passiert.»

Um dem Höhlenkoller vorzubeugen, unternehmen die Eingeschlossenen derweil kurze Touren in hochwassersichere Gebiete oder sie sorgen mit Jassen oder Kaffeetrinken für Abwechslung.

Erhard Gick

zentralschweiz@luzernerzeitung.ch

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