MUOTATHAL: Hier krachen 100'000 Tonnen Fels in die Tiefe

Rund 250'000 Tonnen Fels stürzten am Wochenende bei Muotathal ins Tal. Weitere Felsblöcke drohen in die Tiefe zu stürzen. Später muss gesprengt werden.

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Mit dem Fels stürzten auch ganze Waldabschnitte in die Tiefe. (Leserbild Roger Berger)

Mit dem Fels stürzten auch ganze Waldabschnitte in die Tiefe. (Leserbild Roger Berger)

Am Montagmorgen haben Fachleute des Kantons das Felssturzgebiet genauer unter die Lupe genommen. Die Geologen kamen zum Schluss, dass die Häuser, die am Hang liegen, nicht akut gefährdet sind. Sobald es die Wetterverhältnisse zulassen, wird ein Helikopterflug durchgeführt, um die Abbruchstelle noch genauer analysieren zu können. Ein Flug war am Montagmorgen infolge Nebel und Schneefalls nicht möglich.

Weitere Felsstürze möglich
Daniel Bollinger, Leiter Naturgefahren des Kantons Schwyz, geht zurzeit davon aus, dass weiterhin mit Blockschlägen und kleineren Nachbrüchen zu rechnen ist. Das Material dürfte aber weiterhin dort zu liegen kommen, wo die übrigen Steine liegen.

Gefahr bei Hochwasser
Gefährlich wird es für die Anwohner erst, wenn der Schnee zu schmelzen beginnt und der Mettlenbach viel Wasser bringt. Im Bachbeet liegen nämlich zur Zeit Steinblöcke von mehreren Kubikmetern Grösse. Weil sie den Bach verstopfen, müssen sie deshalb vorsorglich gesprengt werden. Die Sprengung wird noch in diesem Winter erfolgen, aber erst, wenn die Steinschläge abgeklungen sind.

Video zeigt Abbruch
«Es hörte sich an, als ob Kampfjets über unser Haus donnern würden», erzählten Anwohner der «Zentralschweiz am Sonntag». Im Internet ist nun ein Video aufgetaucht, das zeigt, wie Felsbrocken nach dem dritten und bisher letzten grossen Abbruch in die Tiefe donnern. Der Abbruch ereignete sich in drei Teilen: Zwei Stürze ereigneten sich am Freitagabend, einer am Samstagnachmittag kurz nach 14.20 Uhr.

Total sind am Wochenende rund 100'000 Kubikmeter Fels ins Tal gestürzt, was rund 250'000 Tonnen entspricht. Einer der höchsten Wasserfälle der Schweiz, der über 100 Meter in die Tiefe stürzt, ist von einer Minute auf die Andere wegrasiert worden.

rem

Der Felssturz nach dem dritten und bisher letzten grossen Abbruch am Mettlenbach, gefilmt von einem Hobbyfilmer: