MUOTATHAL: Hüttenhotel eröffnet an Heiligabend

An Heiligabend wird der jüngste Ausbauschritt der Husky-Lodge zum komfortablen Hüttenhotel eröffnet. Angefangen hatte alles vor 20 Jahren mit ein paar Schlittenhunden aus Alaska. Heute ist die Erlebniswelt Muotathal zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor in der Region geworden.

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Carlo Heinzer (links) und Emil Gwerder, zwei der vier Inhaber der erlebniswelt muotathal GmbH, vor dem neuen Gebäude. Darin sind die Réception, Büros und Gästezimmer untergebracht. (Bild: PD)

Carlo Heinzer (links) und Emil Gwerder, zwei der vier Inhaber der erlebniswelt muotathal GmbH, vor dem neuen Gebäude. Darin sind die Réception, Büros und Gästezimmer untergebracht. (Bild: PD)

Im Muotathal scheinen die Uhren langsamer zu gehen. Hier hat noch die Natur das Sagen, besonders im Winter. Wenn im Flachland Grau in Grau herrscht, dann regieren im Tal meist Schnee und Kälte. Ein Umstand, den vier Freunde vor fast 20 Jahren zum Anlass nahmen, Huskys aus Alaska einzuführen und Schlittenhund-Touren anzubieten. Mit Erfolg.

Nach und nach kamen Angebote wie Schneeschuhlaufen oder Eisklettern dazu, die Erlebniswelt Muotathal war geboren. «Anfangs hatten wir keine Ahnung vom Tourismus, muteten unseren Gästen Dinge zu, über die wir heute nur noch den Kopf schütteln», erinnert sich Emil Gwerder, einer der vier Gründer. Doch sie lernten schnell. Und sie bauten ihr Angebot über die Jahre stetig aus. Aus einem Unterstand wurde ein Camp, aus dem Camp eine Lodge. Inzwischen sprach sich herum, dass man hier gut essen und in kleinen Holzhütten – teils mit Sauna ausgestattet – romantisch übernachten kann, auch wenn man mit Schlittenhunden nichts am Hut hat. Mehrere Auszeichnungen, darunter der mit 40'000 Franken dotierte Prix Montagne 2012, brachten nicht nur Bestätigung, sondern auch Publizität. Die Kapazitäten wurden knapp, und die Zeit war reif für einen weiteren wichtigen Ausbauschritt. Aus der Lodge sollte ein Hüttenhotel werden.

Drei neue Hütten

Bisher bestand die Anlage aus einem Restaurant, einem Husky-Gehege, sechs Hütten mit zwei bis sechs Betten und einem alten Stall, in dem ein Seminarraum untergebracht ist. Das Ausbauprojekt beinhaltet weitere drei Hütten und den Ausbau des Stalls. Daran sollte ein neues Gebäude angebaut werden, das die Réception, einen Shop, die Büros und weitere Gästezimmer enthält.

Angefangen hatte alles vor 20 Jahren mit ein paar Schlittenhunden. (Bild: pd)
8 Bilder
Die Abenteuer-Hütten. (Bild: pd)
Stube in einer Hütte. (Bild: pd)
Das Hüttenhotel liegt direkt an der Muota. I (Bild: pd)
Im Vordergrund das Restaurant, im Hintergrund der Neubau. (Bild: pd)
Letzte Besprechungen auf der Baustelle: Geschäftsführer Beat Heinzer (von links), Leiterin Gastronomie Debora Gwerder und die beiden Mitinhaber Carlo Heinzer und Emil Gwerder. (Bild: pd)
Carlo Heinzer (links) und Emil Gwerder, zwei der vier Inhaber der erlebniswelt muotathal GmbH, vor dem neuen Gebäude. (Bild: pd)
Schlittenfahrt. (Bild: pd)

Angefangen hatte alles vor 20 Jahren mit ein paar Schlittenhunden. (Bild: pd)

Das ganze Tal profitiert

Die vier Inhaber, die daneben alle noch einen «Brotjob» haben, kratzten ihre Ersparnisse zusammen und machten sich auf die Suche nach Geldgebern. Investoren fanden sie unter ihren Stammgästen, aber auch im Tal – die wirtschaftliche Bedeutung der erlebniswelt muotathal für die ganze Region ist inzwischen sehr gross. Doch es reichte nicht. Erst als die Schweizer Berghilfe ihre Unterstützung zusicherte, kam das Projekt in Fahrt. Für Regula Straub, Geschäftsführerin der Schweizer Berghilfe, ist die Erlebniswelt ein gutes Beispiel, wie der sanfte Tourismus einer Randregion dringend benötigte Impulse geben kann. «Wenn die erlebniswelt muotathal in Zukunft noch erfolgreicher wirtschaften kann, dann profitiert davon das ganze Tal», bringt sie es auf den Punkt. Sechs Voll- und rund dreissig Teilzeit-stellen hat die Erlebniswelt bis heute schon geschaffen, nach dem Ausbau werden es noch mehr sein. Ausserdem liefern viele lokale Produzenten Waren, und auch die anderen Gastronomie-Betriebe sollen profitieren, wenn mehr Gäste ins Tal kommen.

Platz für grössere Gruppen

An Weihnachten ist es nun soweit: Die neue Réception, neue Hotelzimmer und eine zusätzliche Hütte gehen in Betrieb. Zwei weitere Hütten werden bald folgen. «Die Kapazitätserweiterung von 32 auf 56 Betten ermöglicht uns, bei den immer wichtiger werdenden Seminaren auch grössere Gruppen komfortabel unterbringen zu können», sagt Geschäftsführer Beat Heinzer. Dass die Büros nun endlich nicht mehr 3,5 Kilometer entfernt im Dorf untergebracht sind, vereinfacht die Abläufe deutlich. Ausserdem wird der Kontakt zu den Gästen viel direkter. «Wir freuen uns alle riesig darauf, die neuen Bauten endlich in Betrieb nehmen zu können», sagt Beat Heinzer.

Schweizer Berghilfe