MUOTATHAL: Muotathal: Wasserfall von Felssturz zerstört

In Muotathal haben sich mehrere Felsstürze ereignet. Rund 100'000 Kubikmeter Fels sind abgebrochen – und es könnte noch mehr werden.

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Gewaltige Felsmassen stürzten in die Tiefe. (Bild Andreas Oppliger/Neue SZ)

Gewaltige Felsmassen stürzten in die Tiefe. (Bild Andreas Oppliger/Neue SZ)

Am Freitagabend, zirka um 19.30 Uhr, hat sich in Muotathal beim bekannten Wasserfall eingangs Ried ein Felssturz ereignet. In der Nacht auf Samstag und am Samstagnachmittag folgten weitere Felsstürze.

Insgesamt sind rund 100'000 Kubikmeter Fels – was einem Gewicht von rund 250'000 Tonnen entspricht – in die Tiefe gestürzt. Dabei wurde der bekannte Muotathaler Wasserfall zerstört. Die Felsnase, von welcher das Wasser des Mettlenbachs in die Tiefe stürzte, ist abgebrochen, so dass das Wasser nun direkt an der Felswand ins Tal fliesst.

Lagebeurteilung am Montag
Es ist nicht auszuschliessen, dass weitere Felsstürze folgen werden. «Für Anwohner besteht zurzeit aber keine Gefahr», sagt der Schwyzer Kantonsgeologe Daniel Bollinger. Einig eine Person wurde am Samstagabend aus Sicherheitsgründen evakuiert, weil nicht klar war, wie sich die Lage weiter entwickelt.

Bollinger geht davon aus, dass die Felsstürze durch die tiefen Temperaturen ausgelöst wurden. «Wasser, das durch Spalten in den Stein gedrungen ist, gefror und vermochte den Felsen geradezu zu sprengen.» Am Sonntag werde sich der Revierförster die Sache genauer anschauen. Eine detaillierte Lagebeurteilung ist aber erst morgen Montag möglich. «Wir brauchen einen Bergführer und allenfalls einen Helikopter, um die Situation genau abklären zu können.»

ost/Andreas Oppliger

Weitere Informationen lesen Sie am Sonntag in der Zentralschweiz am Sonntag.

Kurz vor 14.30 ereignete sich ein dritter Felssturz. (Leserbild Roger Berger)