MUOTATHAL: Muotathaler Alpchäsmärcht hofft auf Rekord

15 000 Besucher möchte das OK heuer am Alpchäsmärcht begrüssen. Damit es kein Verkehrs­problem gibt, hat man bei der ­Baustelle Gibelhorn eine ­Lösung gefunden.

Andrea Schelbert
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Tausende Besucher lockt der Muotitaler Alpchäsmärcht jedes Jahr an. Heuer findet er am 26. Oktober statt. (Bild Erhard Gick)

Tausende Besucher lockt der Muotitaler Alpchäsmärcht jedes Jahr an. Heuer findet er am 26. Oktober statt. (Bild Erhard Gick)

Witze und Sprüche gab es an der gestrigen Medienkonferenz zum bevorstehenden 18. Muotathaler Alpchäsmärcht viele zu hören. Wer aber eine Pressemappe oder eine Zusammenstellung von Informationen erwartet, ist hier fehl am Platz. OK-Präsident Markus Betschart und Medienchef Werner Betschart verhalten sich auch an solchen Medienanlässen so, wie sie sind: bodenständig, unkompliziert und authentisch. Sie erzählen das, was ihnen in dem Moment gerade einfällt. Sie beantworten geduldig und mit viel Humor die Fragen der drei Journalisten. Und sie schmücken das wenig Neue, das es zu erzählen gibt, mit einigen spannenden Geschichten vom Leben auf der Alp aus. Von Kindesbeinen an gehen beide Muotathaler im Sommer auf die Alp. Er kenne darum jeden Stein im Alpgebiet und verlaufe sich auch bei Nebel nicht, sagt Werner Betschart. Der Medienchef und seine Familie sind im Sommer auf vier verschiedenen Alpen im Bödmeren-Gebiet anzutreffen. Betscharts haben heuer 1 Tonne Alpkäse produziert. OK-Präsident Markus Betschart und seine Familie bewirtschaften die Alp Hintere Rotmatt. Sie haben 3 Tonnen Alpkäse hergestellt.

«Gras hatte viel Energie»

Insgesamt haben die Muotathaler Älpler heuer rund 80 Tonnen Alpkäse produziert. Das Organisationskomitee hofft, dass man am diesjährigen Alpchäsmärcht rund 9 Tonnen Alpkäse absetzen kann. Das wäre ein Rekord. «Es wäre schön, wenn wir das erreichen könnten. Dann würden wir unsere Keller im Frühling ausräumen», so Werner Betschart. Fragt man die zwei Älpler nach dem diesjährigen Alpsommer, ist zu erfahren: «Er wollte nicht richtig beginnen im Frühling. Doch danach lief es gut.»

«Wächsigs Wätter» habe es anschliessend gegeben. «Das Gras ist zwar spät, dafür aber kontinuierlich gewachsen. Darum hatte das Gras viel Energie. Dies wiederum hat die Milchleistung der Kühe positiv beeinflusst», sagt Werner Betschart. Und auch Markus Betschart ist überzeugt: «Die Qualität des diesjährigen Alpkäses stimmt. Wenn man so einen schönen Sommer erlebt, wird auch der Käse gut sein.»

Das OK wäre froh, wenn der Muotathaler Grossanlass heuer 15 000 Besucher und damit einen Besucherrekord verzeichnen könnte. «Wir sind bereit», hiess es gestern. Auch die Verkehrsführung bei der Baustelle Gibelhorn wird dem erhöhten Verkehrsaufkommen angepasst. Generell wolle man bodenständig bleiben und nicht zu einer Chilbi mutieren. Bundespräsident Ueli Maurer haben die Muotathaler Älpler nicht eingeladen. «Wir können nicht jedes Jahr toppen und noch mehr machen. Wir haben ja bald wieder ein Jubiläum zu feiern.» Bei der 20. Durchführung werde man nicht etwa einen Schweizer Bundespolitiker, sondern ­Barack Obama einladen. «Wir müssen nur noch jemanden finden, der uns die Einladung auf Englisch übersetzt», erklärt Markus Betschart. Solche Information sind aber nicht wirklich ernst zu nehmen. Bemerkungen dieser Art gehören bei Muotathalern, wie es Betscharts sind, einfach dazu.

HINWEIS

Der 18. Muotitaler Alpchäsmärcht beginnt am Samstag, 26. Oktober, um 10 Uhr. Weitere Informationen unter www.alpkaesemarkt.ch