MUOTATHAL: Schwyz lockert Fahrverbot auf Waldstrassen

Im Kanton Schwyz machen Älpler mobil gegen Fahrverbote auf Alp- und Waldstrassen. Die Regierung kommt ihnen entgegen.

Merken
Drucken
Teilen
Der Bund fordert Fahrverbote auf Waldstrassen. Der Kanton Schwyz erteilt nun weitere Fahrbewilligungen. (Bild: Archiv Neue SZ)

Der Bund fordert Fahrverbote auf Waldstrassen. Der Kanton Schwyz erteilt nun weitere Fahrbewilligungen. (Bild: Archiv Neue SZ)

Teile der Muotathaler Bevölkerung kämpfen seit längerem gegen die Umsetzung des Bundesgesetzes über das Waldstrassenfahrverbot. Ziel des lokalen Komitees «Fahrverbote» ist es, dass Besucher von Anwohnern im Erschliessungsgebiet weiterhin auf Alp- und Waldstrassen fahren dürfen. Diesem Wunsch kommt nun der Regierungsrat entgegen, wie er am Donnerstag mitteilt.

Der Regierungsrat will den Besucher-Begriff ausweiten und auch die Frage der Zufahrt zu Restaurants neu regeln. Engere Familienangehörige, die Personen in einem durch eine Waldstrasse erschlossenen Gebiet oder Jagdbanngebiet besuchen möchten, erhielten eine Fahrbewilligung. Ebenso Personen, die im Gebiet Arbeiten verrichten. Personen, die «üblicherweise keinen Kontakt zu Anwohnern» haben, erhielten jedoch keine Fahrerlaubnis.

Laut dem Umweltdirektor Andreas Barraud können mit der neuen Regelung auch Familienangehörigen und Bekannten solche Fahrbewilligungen ausgesprochen werden. Dasselbe gilt für Besucher von «traditionellen, kulturellen oder religiösen Anlässen». Nicht in den Genuss einer Fahrbewilligung kommen Personen, die üblicherweise keinen Kontakt zu Anwohnern haben. Ebenso will der Regierungsrat die Zufahrt zu Restaurants, die ganzjährig und haupterwerblich betrieben werden, gestatten. So ist beispielsweise schon heute die Zufahrt zum Berggasthaus Hochgütsch für Gäste explizit gestattet.

Die Muotathaler Behördenvertreter sowie Vertreter des Komitees Fahrverbote zeigten sich an einem Treffen am Mittwochabend erfreut darüber, dass der Regierungsrat den Anliegen der Älpler entgegen kommt. Gleichzeitig stellt Barraud klar, dass er bei seiner Ansicht bleibe, dass die individuelle Zufahrt von Gästen und Kunden zu saisonalen Alpbetrieben nach wie vor nicht in Frage kommt. Die Schwyzer Regierung will die Verordnung per 1. Juni in Kraft treten.

pd/rem