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MURI: Auszeichnungen für nachhaltiges Bauen

Das Energie-Forum und die Gemeinde haben den sechsten Energiepreis an die Bauherren zweier nachhaltiger Objekte vergeben. Es handelt sich dabei um einen Neubau und eine Altbausanierung.
Cornelia Bisch
Die Preisträger freuen sich sichtlich über die Ehrung ihrer nachhaltigen Bauprojekte.

Die Preisträger freuen sich sichtlich über die Ehrung ihrer nachhaltigen Bauprojekte.

Wurden vor der Sanierung noch 4000 Liter Heizöl in einem durchschnittlichen Winter verheizt, so kommt das 44-jährige Wohnhaus der Familie Gabi und Peter Anderhub nun mit einem Bruchteil der Energie aus. Und es ist saubere, erneuerbare Energie.

Für ihre vorbildlich nachhaltige Sanierung wurde den Landwirten der sechste Energiepreis des Energie-Forums und der Gemeinde Muri verliehen. «Statt einfach nur das Nötigste zu tun, hat Familie Anderhub mit dieser nachhaltigen Sanierung vorausschauend und klug gehandelt», sagte Stefan Staubli, Präsident des Energie-Forums Muri, anlässlich der Preisverleihung. Ausgezeichnet wurde zudem der nachhaltige Neubau von Ruedi und Annemarie Halter, welcher nach dem anspruchsvollen Minergie-P-Label erstellt wurde und wärmetechnisch praktisch autark funktioniert.

Erneuerbare Wärme- und Energiequellen

Das sanierte Heim von Familie Anderhub wird von einer Erd­sonden-Wärmepumpe geheizt, die mit Solarstrom betrieben wird. Die neue Wärmedämmung nach Minergie-A-Standard und die Komfortlüftung erhöhen zudem die Wohnqualität. Um alte Kältebrücken zu eliminieren, wurde der Balkon abgefräst und durch eine vorgehängte Konstruktion ersetzt. Anstelle von Ziegeln wurde auf dem Dach eine ­sogenannte Indach-Fotovoltaik­anlage montiert. Damit wird ein Autarkiegrad von rund 60 Prozent erzielt. «Mit der Sanierung ist den Bauherren ein Quantensprung in Bezug auf die Reduktion des CO2-Ausstosses gelungen», sagte Staubli. Bei alten Gebäuden bestehe in der Schweiz noch ein gewaltiges Einsparpotenzial, da rund 35 Prozent des gesamten Erdölbedarfs zur Wärmegewinnung verheizt würden. Der Rest diene als Treibstoff.

Ökologisch bauen ist wirtschaftlich

Die Investitionskosten der Sanierung hätten sich in tragbarem Rahmen bewegt, und die Gesamtbetrachtung falle dank der tiefen Betriebskosten auch aus wirtschaftlicher Sicht langfristig positiv aus, heisst es im Pressetext des Forums. «Tatsächlich sparen wir alles in allem jährlich rund 4500 Franken ein», betonte der Bauherr Peter Anderhub.

Ebenso verhält es sich beim zweiten prämierten Objekt, dem komplett neu erstellten Zweifamilienhaus von Ruedi und Annemarie Halter, das nach neustem Stand der Technik in Holzbauweise gebaut wurde. «Holz stellt die Verbindung zum Wald und seiner beruhigenden Atmosphäre her», so Staubli. Aber ebenso wichtig sei die ausgezeichnete Ökobilanz von Holz als Baustoff. Mit dem Einsatz einer Wärmepumpe, kontrollierter Wohnungslüftung und ebenfalls einer Indach-Fotovoltaikanlage ist das Haus wärmetechnisch praktisch zu 100 Prozent autark.

Schulterklopfen für engagierte Umweltschützer

Der Energiepreis ist mit 2000 Franken dotiert und wird jährlich an ein oder zwei von einer Fachjury ausgewählte nachhaltige Projekte vergeben. Als Gemeindevertreterin und Jurymitglied wohnte der Ehrung auch Gemeinderätin Milly Stöckli bei. Andere Gemeinden hätten sich auf die Fahne geschrieben, zur Energiestadt zu werden, sagte sie. «Die Gemeinde Muri könnte dieses Label schon lange beantragen. Wir sanieren unsere öffentlichen Bauten im Minergie-Standard und bauen Fotovoltaikanlagen und Sonnenkollektoren für Warmwasser», zählte sie auf. Auch einzelne Grünflächen würden seit diesem Sommer nicht mehr regelmässig gemäht, sondern ökologisch mit Sommerflor bepflanzt. «Die Blumenpracht sollte dann im nächsten Jahr sichtbar werden.»

Der Gemeinderat habe sich hingegen dazu entschieden, einzelne Personen, Firmen oder Unternehmen zu würdigen, die freiwillig etwas zur Ressourcen- und Umweltschonung beitrügen. «Wir wollen nicht für ein Label Geld ausgeben und uns als Gemeinde selber auf die Schultern klopfen. Nein, wir wollen den Bürgern, den Unternehmern und Firmen mit dem Energiepreis unsere Beachtung schenken.»

Stefan Staubli und Milly Stöckli gratulierten den sichtlich erfreuten Preisträgern zu ihrem zukunftsorientierten Engagement.

Cornelia Bisch

cornelia.bisch@zugerzeitung.ch

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