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MURI: Ein Gottesdienst mit Spray-Einlage

Unter dem Motto «Himmlisch» stellt der Street-Art-Künstler Pirmin Breu seine Werke aus. Am 10. Dezember wartet auf die Besucher eine besondere Performance.
Der Künstler Pirmin Breu ist in Muri aufgewachsen. (Bild: PD)

Der Künstler Pirmin Breu ist in Muri aufgewachsen. (Bild: PD)

Im Untergeschoss der reformierten Kirche Muri eröffnet am kommenden Wochenende eine besondere Ausstellung. «Himmlisch» lautet das Motto der Aus­stellung von Pirmin Breu – der Künstler ist weit über die Region hinaus bekannt. Die Vernissage findet am Sonntag, 3. Dezember, um 17 Uhr statt. Pirmin Breu stellt Bilder und Skulpturen aus, wie die Organisatoren mitteilen. Kirchenpfleger Hans Kaufmann wird eine kurze Einführung geben, Manuel Bannwart umrahmt den Anlass musikalisch mit seiner Stegharfe. Pirmin Breu ist nur 200 Meter von der Kirche entfernt, am Rüchligweg, aufgewachsen und spielte oft mit den fast gleichaltrigen Pfarrerskindern. Seine Werke, die er nun zeigt, widerspiegeln seine Vergangenheit, die Schlichtheit der Räume oder auch den Blick, den man an klaren Tagen von der Kirche aus hat.

Doch so gradlinig ist seine Künstlerkarriere nicht verlaufen. Angefangen hat seine Berufslaufbahn ganz konventionell mit einer Lehre als Schriftenmaler in Luzern. Er lernte auch das Vergolden und Marmorieren. Sein Lehrbetrieb stemmte sich damals gegen die Einführung von Computern am Arbeitsplatz. So hatte es der Lehrabgänger schwer, eine Stelle zu finden, und wandte sich der Street-Art-Szene zu. «Wir waren 20 bis 30 Jugendliche in Muri, die nachts Wände besprayten, die meisten standen Schmiere», wird er in der Mitteilung zitiert.

Graue Fabrikwände blieben nicht verschont

Die Eltern hatten nichts bemerkt, die Spraydepots waren im Wald gut versteckt. Die Jungen respektierten historische Bauten und Kirchen, graue Fabrikwände mussten aber daran glauben. Irgendwann flog die Szene auf, und sie bekamen es mit der Murianer Polizei zu tun. Breu hatte vorsichtshalber vier bis fünf Namen verwendet, damit ihm nicht zu viele Taten angelastet werden konnten. Die Reaktionen der geschädigten Firmenbesitzer waren sehr unterschiedlich. Das ging so weit, dass einige verlangten, das Bild sei zu vervollständigen und auszubessern.

Heute ist Breu ein weit herum respektierter Künstler, der mit seiner Street-Art aus der Illegalität herausgetreten ist und von seinen Werken leben kann. Ab und zu macht er Auftragsarbeiten, so hat er schon über zehn Flugzeuge der Pilatuswerke in Stans kunstvoll besprayt. Seine Auftraggeber sind meist renommierte Firmen, die grosse Wandflächen in Empfangs- und Kongressräumen gestalten lassen. Bei den Appenzeller Bahnen sprayte er doppelsinnig das Thema «Alp-auf-Zug» als Performance auf den Speisewagen.

Gesang der preisgekrönten Jugendkantorei

Ein besonderes Highlight wird anlässlich des Gottesdienstes mit der mehrfach preisgekrönten Christophorus-Jugendkantorei aus Altensteig im Schwarzwald am Sonntag, 10. Dezember, um 10 Uhr in der Kirche Muri stattfinden. Während des Gottesdienstes und der Gesangsdarbietungen wird Pirmin Breu ein Bild ­sprayen, wenn der Chor das Stück «Ehre sei Gott in der Höhe» von Felix Mendelssohn singt.

Die Ausstellung an der Maiholzstrasse 24 kann nach dem 10. Dezember jeweils zu Öffnungszeiten des Sekretariates (Montag bis Freitag, 8 bis 11 Uhr; Montag, Donnerstag und Freitag, 14 bis 17 Uhr) besichtigt werden. Am Sekretariat kann der Schlüssel für die Räumlichkeiten verlangt werden. (red)

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