MURI: Im Dorfzentrum entsteht ein neues Quartier

Ein Jahr nach dem Erwerb des Luwa-Areals durch die Allianz Suisse erfolgte Anfang April der Start eines Neubauprojekts. Es entstehen Mietwohnungen und Gewerbeflächen sowie eine Kulturhalle.

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Die Mietwohnungen auf dem Luwa-Areal im Zentrum von Muri werden ab Frühling 2019 bezugsbereit sein.

Die Mietwohnungen auf dem Luwa-Areal im Zentrum von Muri werden ab Frühling 2019 bezugsbereit sein.

Noch steht die Industriehalle 5 als einzige Überlebende der ehemaligen Lüftungssysteme- und Apparatefabrikanlage der Luwa auf dem weiten Areal ziemlich verlassen da. Alle übrigen Gebäude wurden schon lange abgebrochen. Seit Frühling dieses Jahres herrscht jedoch wieder Hochbetrieb. Bis Ende 2019 werden auf dem Gelände insgesamt 197 Mietwohnungen sowie Büro-, Verkaufs- und Gewerbeflächen entstehen. Die alte Industriehalle im Zentrum der Überbauung wird erhalten und künftig multifunktional als Kultur- und Veranstaltungsort mit Gastronomie­betrieb und Ateliers genutzt.

Das Projekt im Umfang von rund 100 Millionen Franken ist eine der bislang grössten Immobilieninvestitionen der Versicherungsgesellschaft. Moderne Architektur mit der industriellen Vergangenheit des Ortes zu verbinden, war das Ziel der Feldmann Immobilien AG als Projektentwicklerin und der Allianz Suisse Immobilien AG.

Ein Gewinn für die Gemeinde

«Die Entwicklung auf diesem Areal ist für Muri ein Gewinn», sagt Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger. «Wenn aus Altem Neues entsteht, ist dies immer auch eine Chance für eine positive Entwicklung. Neue Wohn- und Gewerberäume werden mitten im Dorf gebaut. Und mit der Halle 5 entsteht ein Ort für die Öffentlichkeit.» Die Kultur- und Veranstaltungshalle steht künftig allen Gemeindebewohnern offen. Auch ein Restaurant und Geschäfte werden das Gebiet beleben. Entsteht hier ein neues Dorfzentrum? «Die Entwicklung entlang der Luzernerstrasse bietet sicher viele Möglichkeiten», stellt Budmiger fest. «Aber auch das Quartier Wey mit der Marktstrasse versprüht immer noch einen ganz besonderen Charme. Wir wollen dieses Gebiet unbedingt auch in Zukunft belebt erhalten.» Deshalb sei der Entscheid bewusst gefallen, die Gemeindeverwaltung im Kloster zu belassen und deren Teilneubau ebenfalls in diesem Gebiet zu errichten. «Ausserdem ist die Schule im Kloster untergebracht. Wir hoffen, dass die Geschäfte auch weiterhin auf den Standort beim Kloster setzen und damit Erfolg haben werden.»

Bei der Vermietung auf dem Luwa-Areal soll laut Allianz Suisse vor allem auf eine gute Durchmischung der neuen Bewohner geachtet werden. Deshalb werden sich die Preise auch im mittleren bis unteren Preissegment bewegen.

400 bis 500 Personen zusätzlich

«Wir rechnen damit, dass 400 bis 500 Personen das Areal bewohnen werden», so Carlo Gruber, Geschäftsleiter der Feldmann Immobilien AG. Ein Projekt in dieser Grössenordnung bringt zwangsläufig mehr Verkehr während und nach der Bauphase mit sich. «Um alle Anforderungen zu erfüllen und den rechtlichen Auflagen gerecht zu werden, wurde ein Verkehrskonzept zusammen mit Fachexperten und den regionalen sowie kantonalen Behörden erarbeitet», so Gruber. «Der Verkehrsdruck in Muri ist da und wird natürlich mit jedem zusätzlichen Angebot an Wohn- und Gewerberäumen grösser», räumt auch Hans-Peter Budmiger ein. «Wir erarbeiten aktuell das Projekt für die Sanierung der Luzernerstrasse, die zirka im Jahr 2019 in Angriff genommen wird. Es sind beispielsweise Fussgängerquerungen mit Inseln vorgesehen sowie eine Mittelspur. Auch die Kapazität des Kreisels wird durch Massnahmen erhöht.»

Es werden bereits Gespräche geführt mit potenziellen Gewerbemietern für die Büro- und Ladenflächen sowie mit Gastrobetreibern für das Restaurant in der Halle 5. «Das Interesse an den Gewerbeflächen und Wohnungen ist schon erfreulich gross. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir bei Baufertigstellung eine hohe Vermietungsquote haben werden», sagt Martin Kaleja, CEO der Allianz Suisse Immobilien AG.

Auch für die Nutzung von Ateliers besteht bereits ein gewisses Interesse. «Wir haben immer wieder Anfragen bezüglich Atelierräumen», erklärt der Gemeindepräsident. «Es gibt heute schon diverse Nutzungsmöglichkeiten, beispielsweise im Gebäude der Fremo. Ich denke, dass diesbezüglich ein Bedarf vorhanden ist.»

Cornelia Bisch

cornelia.bisch@zugerzeitung.ch