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MURI: Modeschau in der «Pflegi» Muri lockt zahlreiche Besucher an

In der «Pflegi» fand zum zweiten Mal eine Modenschau mit Beratung und Verkauf statt. Diesmal war der Anlass öffentlich und zog zahlreiche Besucher an. Künftig will man ihn zweimal jährlich durchführen.
Cornelia Bisch
Der 95-jährige Bewohner Robert Leuenberger (links) stielt dem Verkäufer Ernst Spichiger die Show.

Der 95-jährige Bewohner Robert Leuenberger (links) stielt dem Verkäufer Ernst Spichiger die Show.

Das Restaurant der Pflegimuri ist am Donnerstag Schauplatz einer Modenschau für Seniorinnen und Senioren. Wie es sich für die Präsentation von Haute Couture gehört, wird den knapp 40 Anwesenden ein Cüpli gereicht und man unterhält sich angeregt. «Ich habe mir vorhin zwei gemusterte Blusen, eine Jeans und ein wunderschönes rotes Gilet gekauft», verrät eine Bewohnerin, deren kecker Kurzhaarschnitt und die bunten Schmetterlingsohrringe ihr Stilbewusstsein verraten. «Ich war letztes Jahr schon Kundin und finde das eine ganz feine Sache», ergänzt sie überzeugt.

Derweil stolziert die 90-jährige Ida Koch durch die Reihen ihrer Freunde und präsentiert mit sichtlichem Spass schon vor Beginn der Modenschau, was sie sich aus dem provisorisch eingerichteten Laden nebenan ausgesucht hat. Sie ist heute eines der hauseigenen Models, welche die neusten Sommertrends vortragen. Ida Koch trägt eine vorteilhaft geschnittene, bunte Bluse und eine leichte, beige Hose mit Gummizug, den sie ungeniert vorzeigt. «Das ist ein tipp-toppes Kombi», findet sie. «Die Idee zu diesem Anlass hatte ursprünglich unser Heimleiter Thomas Wernli», erzählt Sandra Portmann, die den Anlass als Verantwortliche für Kultur- und Freiwilligenarbeit in der Pflegimuri organisiert hat. Sie schaute sich im Internet nach Firmen um, die solche Dienste anbieten. Fündig wurde sie bei dem in Basel ansässigen «Mode Homeservice», einem kleinen Unternehmen, das sich auf den Verkauf von Kleidern und Accessoires in Alters- und Pflegeheimen spezialisiert hat. «Wir betreiben keinen Laden, sondern reisen mit unseren Produkten von Heim zu Heim», sagt Ernst Spichiger, der das Familienunternehmen gemeinsam mit seiner Frau Antonela führt.

Bequeme Schnitte, pflegeleichte Materialien

Mit viel Charme und Humor präsentieren die beiden – er als Speaker, sie als Model – die neusten Modetrends. «Die Firma führt vor allem Kleidung für ältere Damen und Herren», weiss Sandra Portmann. «Die Schnitte sind besonders bequem und die Materialien pflegeleicht.» Auch die Preise sind moderat. Das Sortiment reicht von Damen- und Herrenbekleidung über Lingerie und Nachtwäsche zu Gesundheitsschuhen, Gürtel und Hosenträgern. Die beiden Unternehmer bringen eine grosse Auswahl an Produkten mit, richten in einem Heimraum ein kleines Verkaufsgeschäft ein und bedienen die älteren Leute zuvorkommend. «Sie nehmen kurz die Masse der Kundin, fragen nach ihren Wünschen und suchen ihr etwas heraus», erzählt Portmann. «Der Verkauf lief sehr erfolgreich. Zwischen ein und drei Uhr heute Nachmittag war der Raum voller Kunden.» Nicht alle sind Bewohner der Pflegimuri. Auch Betagte aus dem Dorf ergreifen die Gelegenheit, sich aus der neusten Sommerkollektion etwas auszusuchen. Passt es nicht auf Anhieb, nimmt das Ehepaar Spichiger Änderungen vor. Und ist mal nicht die gewünschte Farbe oder Grösse vorrätig, kann man eine Bestellung aufgeben. Der Erfolg des Anlasses ist so überwältigend, dass die Pflegimuri ihn künftig zweimal jährlich, im Frühling und im Herbst, durchführen will.

Inzwischen ist die Modenschau in vollem Gange. Ida Koch hat ihr Outfit bereits präsentiert, von Ernst Spichiger galant am Arm geführt. Zwischendurch zeigen auch Antonela Spichiger und ihre Helferin immer wieder farbig aufeinander abgestimmte Shirts, Blusen, Strickjacken, Gilets und Hosen.

Nun tritt Anna Maria Karli mit einem eleganten Deuxpièces in Erscheinung, einem Traum in Pastell, der die ältere Dame ausgezeichnet kleidet. Als attraktives Herrenmodel amtet der 95-jährige Robert Leuenberger, der auch gleich das Zepter beziehungs­weise das Mikrofon, in die Hand nimmt und den kühlenden, weichen, bequemen Stoff seines blau gestreiften Poloshirts rühmt. «Das wäre ein ideales Geschenk für eine Frau an ihren Mann», rührt er gewandt die Werbe­trommel. «Aber denkt daran, das schöne neue Hemd auch anzuschreiben, sonst geht es in der Wäscherei verloren», scherzt er und erntet damit schallendes Gelächter.

Cornelia Bisch

cornelia.bisch@zugerzeitung.ch

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