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MURI: Niederlage für den Gemeinderat

Die Stimmberechtigten sprechen sich gegen die Einführung von Blockzeiten und Schwimmunterricht auf der Unterstufe aus. Damit wird ein bereits an der Gemeindeversammlung gefasster Beschluss gekippt.
55 Prozent der Stimmenden im Klosterdorf haben sich gegen die Einführung von Schwimmunterricht und zusätzliche Lektionen ausgesprochen. (Symbolbild: Stefan Kaiser)

55 Prozent der Stimmenden im Klosterdorf haben sich gegen die Einführung von Schwimmunterricht und zusätzliche Lektionen ausgesprochen. (Symbolbild: Stefan Kaiser)

Mit der Einführung von umfassenden Blockzeiten in der Unterstufe (1. und 2. Primarklasse) wollte der Murianer Gemeinderat eine Lücke schliessen. Doch aus diesem Vorhaben wird nichts: An der gestrigen Urnenabstimmung haben sich 1400 Einwohner gegen die Einführung von Blockzeiten mit Schwimmunterricht und zusätzlichen Unterrichtslektionen ausgesprochen, 1125 haben dafür votiert. Das entspricht einem Nein-Anteil von 55,4 Prozent. Die Stimmbeteiligung liegt bei 52,6 Prozent.

An der Gemeindeversammlung vom 9. November hatten die Anwesenden dem Traktandum mit 176 Ja- zu 109 Nein-Stimmen zugestimmt. Daraufhin wurde bekanntlich das Referendum ergriffen (wir berichteten).

Mehrkosten: «Herausgeworfenes Geld»

Urheberin des Referendums war die IG pro Murianer Familie. Die Gruppe argumentierte, die Gemeinde biete bereits heute kostenlos und freiwillig Randstundenbetreuung für Kinder an. Die Mehrkosten für erweiterte Blockzeiten seien «herausgeworfenes Geld». Studien würden belegen, dass die Konzentration und Aufnahmefähigkeit der Kinder nicht während vier Lektionen aufrechterhalten werden könne. Ausserdem bezeichnete die IG die Organisation des Schwimmunterrichts in Ottenbach als «logistisch, wirtschaftlich und ökologisch nachteilig und unsinnig». Auf ihrer Homepage nehmen die Mitglieder der Interessengruppe Stellung zum gestrigen Ergebnis: «Wir freuen uns über dieses Resultat und bedanken uns herzlichst für Ihre Unterstützung», heisst es dort. Im Gegensatz zu den zwei Wochen, die zwischen Infoabend der Schule und der Gemeindeversammlung im Herbst gelegen hätten, habe man dank dem Referendum «genügend Zeit» gehabt, um auf die Problematik des Projektes aufmerksam zu machen.

Die Gemeinde führte ins Feld, dass Blockzeiten die Organisation des Familienalltags erleichtern würden. «Was für 90 Prozent aller Schweizer Schulen richtig ist, kann für Muri nicht so falsch sein», hielt der Gemeinderat in der Abstimmungsbroschüre fest. Schwimmen zu können sei der beste Schutz vor dem Ertrinken, der inzwischen zweithäufigsten unfallbedingten Todesursache bei Kindern, begründete die Exekutive weiter. Die kombinierte Einführung mache Sinn und nehme lediglich voraus, was mit der Einführung des Lehrplans 21 ohnehin kommen werde. Das Projekt hätte jährlich wiederkehrende Kosten von rund 120 000 Franken mit sich gebracht.

«Wichtig, dass nun Klarheit herrscht»

Yvonne Leuppi (CVP), Murianer Gemeinderätin und Schulvorsteherin, sagt auf Anfrage, dass sich ein knappes Resultat abgezeichnet habe. «Für den Gemeinderat ist in erster Linie wichtig, dass nun in dieser Frage Klarheit herrscht», erklärt sie. Bis zur Einführung des Lehrplans 21 wird also am aktuellen Modell mit der Randstundenbetreuung nichts geändert, wie auf der Homepage der Schule Muri zu lesen ist.

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

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