NARRENMESSEN: Standing ovation für den Schwyzer Pfarrer

Die umstrittene Schwyzer Narrenmesse ist am Sonntagabend ruhig und würdig begangen worden. Rund 800 Gläubige nahmen am Gottesdienst in der Schwyzer Pfarrkirche teil.

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Die Schwyzer Kirchengänger applaudieren ihrem Pfarrer. (Bild Laura Vercellone/Neue SZ)

Die Schwyzer Kirchengänger applaudieren ihrem Pfarrer. (Bild Laura Vercellone/Neue SZ)

Die würdig begangene Eucharistiefeier war vielleicht etwas bunter als eine Feier unter dem Jahr. Aber um nichts weniger würdig oder ehrfürchtig. Im Gegenteil: sie war ein eigentliches Lehrstück kirchlichen Gehorsams. Unter den über 800 Kirchgängern befanden sich zwar sehr viele Kostümierte, aber keine Maskierten. Um eine Teilnahme ohne Maske hatte der Schwyzer Pfarrer Reto Müller im Vorfeld der umstrittenen Messe gebeten.

Und daran haben sich seine Schäfchen gehalten. Alle. Sie haben sich allerdings nicht wegen des Bischofs an die Weisung gehalten. «Das haben wir wegen Reto gemacht», sagte eine als traditionelle Schwyzer Fasnachtsfigur gekleidete ältere Dame aus Schwyz.

Langer Applaus
 Die Fasnacht als Thema war in der Kirche immer präsent. So waren alle Fasnachtsoberhäupter der Gemeinde Schwyz anwesend. Auch wurde der Narrentanz getrommelt. Oder auf der Orgel erklang das Japanesenlied. Der Organist Raphael Immoos hat alle in der Kirche vorgetragenen Orgelstücke selber komponiert und mit musikalischen Anspielungen auf die traditionelle Schwyzer Fasnacht gespickt. Dafür erhielt er lang anhaltenden Applaus. Noch längeren stehenden Applaus erhielt Pfarrer Reto Müller zum Schluss der Messe. «Ich danke für die vielen Solidaritätsbezeugungen, die ich im Vorfeld bekommen habe.»

Harry Ziegler

Den ausführlichen Artikel zu diesem Thema lesen Sie am Montag in der «Neuen Luzerner Zeitung» und deren Regionalausgaben.