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National- und Ständerat: So wählen Sie richtig

Streichen, kumulieren, panaschieren: Wer wählen will, hat viele Möglichkeiten. Das alles ist gar nicht schwierig, wenn man weiss wie. Unsere Tipps helfen weiter.
Lukas Nussbaumer

Wer wählt, hat die Qual der Wahl. Das gilt in besonderem Mass für die diesjährigen Nationalratswahlen vom 20. Oktober. In Luzern, Schwyz und Zug, wo in der 200 Parlamentarier zählenden grossen Kammer neun, vier und drei Sitze zu verteilen sind, wurden so viele Listen und Kandidaten eingereicht wie nie zuvor. Auch in Obwalden ist die Auswahl mit fünf Kandidaten so gross wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Weiter haben die Ausmarchungen um die jeweils zwei Ständeratssitze die Parteien in Luzern, Schwyz und Zug angestachelt, ihre besten Kräfte zu einer Kandidatur zu bewegen.

Wer Nationalratslisten ändert, muss dies handschriftlich tun

Wer sich aufgrund dieser grossen Auswahl also dazu entschlossen hat, seine Stimme abzugeben, kann dies schriftlich oder persönlich an der Urne tun. Aber Vorsicht: Änderungen auf den Wahllisten müssen handschriftlich vorgenommen werden, Gänsefüsschen und dergleichen sind nicht erlaubt. Ebenfalls zu beachten gilt es: Mehr als ein Wahlzettel im amtlichen Wahlcouvert macht Ihre Wahl ungültig. In Kantonen mit Proporzwahlen wie Luzern, Zug und Schwyz, bei denen die Parteien und Gruppierungen ihre Wahlvorschläge auf Listen einreichen, haben Sie die Möglichkeit, Namen zu streichen, zu panaschieren oder zu kumulieren. Sie können den vorgedruckten Wahlzettel auch unverändert ins Couvert legen. So gehen Sie vor:

Streichen: Kandidatennamen auf Wahllisten können ersatzlos gestrichen werden. Dies mit der Vorgabe, dass der Wahlzettel mindestens einen Kandidaten enthält. Der leer gewordene Platz zählt noch immer für die Partei, deren Wahlzettel Sie gewählt haben, jedoch nicht mehr für den Kandidaten.

In diesem fiktiven Beispiel stehen dem Kanton 5 Sitze im Nationalrat zu. Die Parteien können deshalb maximal 5 Kandidaten auf den Wahlzettel setzen. Hier sind 2 der 5 Kandidaten durchgestrichen. Partei X erhält dennoch alle 5 Stimmen. (Bild: watson)

In diesem fiktiven Beispiel stehen dem Kanton 5 Sitze im Nationalrat zu. Die Parteien können deshalb maximal 5 Kandidaten auf den Wahlzettel setzen. Hier sind 2 der 5 Kandidaten durchgestrichen. Partei X erhält dennoch alle 5 Stimmen. (Bild: watson)

Kumulieren: Der Name eines Politikers kann zweimal aufgeführt werden. So erhält der Kandidat je zwei Partei- und Kandidatenstimmen. Mehr als zweimal darf der Name allerdings nicht aufgeführt werden. Ist die Liste bereits voll, muss man zum Kumulieren einen anderen Kandidaten streichen.

Hier wurde ein Kandidat gestrichen und dafür ein anderer kumuliert. Die Anzahl der Parteistimmen für Partei X bleibt gleich. (Bild: watson)

Hier wurde ein Kandidat gestrichen und dafür ein anderer kumuliert. Die Anzahl der Parteistimmen für Partei X bleibt gleich. (Bild: watson)

Panaschieren: Es ist möglich, Namen von Kandidaten anderer Listen auf den Wahlzettel einer Partei zu schreiben. Mit jedem panaschierten Namen verliert die Partei, deren Liste Sie gewählt haben, eine Stimme. Diese fällt jener Partei zu, von deren Liste der panaschierte Kandidat stammt.

Hier erhält Partei X nur 4 Stimmen, weil Kandidat 6 für Partei Y kandidiert. Partei Y erhält damit 1 Stimme. (Bild: watson)

Hier erhält Partei X nur 4 Stimmen, weil Kandidat 6 für Partei Y kandidiert. Partei Y erhält damit 1 Stimme. (Bild: watson)

Leere Liste: Statt einer vorgedruckten Kandidatenliste einer Partei können die Wähler auch eine leere Liste handschriftlich mit dem Namen von Kandidaten eigener Wahl füllen. Auf leeren Listen dürfen allerdings nur Namen geschrieben werden, die auf irgendeiner Parteiliste im Kanton aufgeführt sind.

Listenplätze, die Sie leer lassen, gehen verloren. (Bild: watson)

Listenplätze, die Sie leer lassen, gehen verloren. (Bild: watson)

Majorzsystem: In sechs kleineren Kantonen, die nur einen Vertreter in den Nationalrat entsenden können, wird dieser im Mehrheitswahlverfahren gewählt. Dazu gehören in der Zentralschweiz Ob- und Nidwalden sowie Uri. Bei Majorzwahlen ist jener Kandidat gewählt, der am meisten Stimmen erhält. Kumulieren ist nicht möglich.

Bei den Ständeratswahlen ist Kumulieren verboten

Anders läuft es bei den Ständeratswahlen. Hier darf kein Kandidat mehr als einmal auf Ihrer Wahlliste erscheinen. Wenn Sie einen vorgedruckten Wahlzettel verwenden, dürfen Sie aber Kandidatennamen streichen und die Namen von anderen wählbaren Kandidaten auf die Liste schreiben. In den Kantonen Luzern, Schwyz und Uri ist grundsätzlich jeder wählbar, der in diesen Kantonen stimmberechtigt ist.

In Zug, Ob- und Nidwalden dürfen nur Kandidaten gewählt werden, die in den amtlichen Unterlagen aufgeführt sind. Deshalb sind in Ob- und Nidwalden, wo bis zum Eingabeschluss vom 2. September nur die Bisherigen Erich Ettlin (CVP, Obwalden) und Hans Wicki (FDP, Nidwalden) angetreten sind, beide Ständeräte in stiller Wahl bestätigt worden. Noch 2015 mussten sich Ettlin und Wicki in Kampfwahlen durchsetzen. Im Kanton Zug dagegen kommt es zu Wahlen. Neben dem Bisherigen Peter Hegglin (CVP) bewerben sich sechs weitere Kandidaten um die beiden Sitze.

So wird die Stimme abgegeben

Seit 1994 ist die voraussetzungslose briefliche Stimmabgabe gesetzlich zugelassen. Bei dieser bequemen Art der Stimmabgabe gilt es, folgende Punkte zu beachten:

  • Den Wahlzettel (allenfalls zusammen mit jenem der Ständeratswahl) legen Sie ins Stimmcouvert und kleben es dann zu.
(Bild: abstimmungskuvert.ch)

(Bild: abstimmungskuvert.ch)

  • Stimmrechtsausweis unterschreiben und zusammen mit dem Stimmcouvert ins amtliche Zustellcouvert legen (in einigen Kantonen ist das Stimmcouvert zugleich das Zustellcouvert).
(Bild: abstimmungskuvert.ch)

(Bild: abstimmungskuvert.ch)

(Bild: abstimmungskuvert.ch)

(Bild: abstimmungskuvert.ch)

  • Werfen Sie das allenfalls frankierte Zustellcouvert (das hängt von den kantonalen Regelungen ab) rechtzeitig in einen Briefkasten.
    Bei A-Post: Spätestens am Donnerstag vor dem Wahlsonntag.
    Bei B-Post: Spätestens am Dienstag vor dem Wahlsonntag.

Wenn Sie lieber an die Urne gehen, haben Sie an mindestens zweien der letzten vier Tage vor dem Wahlsonntag Gelegenheit, Ihre Stimme im Wahllokal Ihrer Gemeinde abzugeben. In Ihren Wahlunterlagen finden Sie Adressen und Öffnungszeiten. Sie benötigen folgende Unterlagen:

  • Amtliches Stimmcouvert mit dem Wahlzettel (allenfalls zusammen mit jenem der Ständeratswahl)
  • Stimmrechtsausweis
  • Amtlicher Ausweis

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