NATIONALFEIERTAG: 1. August: Das läuft in der Zentralschweiz

In vielen Gemeinden in unserer Region finden am 31. Juli oder am 1. August spezielle Reden statt. Wir verraten Ihnen in einer grossen Übersicht die bekannten Redner, die spektakulärsten Feuerwerke, die Bauernhöfe, welche zum Brunch laden, was an der Schweizer Fahne so speziell ist und wie Sie selber eine 1.-August-Wegge backen.

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Oben: Kinder bereiten sich 2013 auf einen Lampionumzug im Appenzellerland vor. Unten: Mitarbeiterinnen einer Fahnenfabrik fixieren das weisse Kreuz auf einer Schweizer Fahne. (Bild: Keystone)

Oben: Kinder bereiten sich 2013 auf einen Lampionumzug im Appenzellerland vor. Unten: Mitarbeiterinnen einer Fahnenfabrik fixieren das weisse Kreuz auf einer Schweizer Fahne. (Bild: Keystone)

Feuerwerke in unserer Region

Am Donnerstag und Freitag werden vielerorts in der Zentralschweiz Feuerwerke gezündet. Hier eine Auswahl:

31. Juli

Littau: Littauerberg (Mooshof), um Mitternacht. Festbetrieb mit Live-Musik ab 18 Uhr.
Sursee: Martignyplatz, 22.30 Uhr.
Risch: Festplatz Rotkreuz, 22.30 Uhr.
Lungern: Seenachtsfest, 22 Uhr.
Flüelen: Seepromenande 22.30 Uhr.
Gurtnellen: 23 Uhr.

1. August

Sempach: Meierhöfli, zirka 22 Uhr.
Brunnen: 21.45 Uhr.
Bannalp: zirka 22.30 Uhr.
Klewenalp: 21.45 Uhr.
Wirzweli: 22 Uhr.
Flüeli-Ranft: zirka 22 Uhr.
Sarnen: Seefeld, Feuerschiff, 22 Uhr.
Vitznau: Bucht, 22.30 Uhr.

Vorsicht mit Feuerwerk

Wer Feuerwerk abbrennt, sollte Vorsichtsmassnahmen beachten. Speziell Kinder sind einem hohen Risiko ausgesetzt. Um Unfälle und Brände zu vermeiden, hält die Beratungsstelle für Brandverhütung die folgenden Tipps für den 1. August bereit:

  • Lassen Sie sich beim Kauf von Feuerwerk informieren, und lesen Sie die Anleitung.
  • Feuerwerk kühl und trocken lagern.
  • Zünden Sie nie Feuerwerk in der Nähe von Menschen.
  • Raketen dürfen nur aus fest verankerten Flaschen und Rohren starten.
  • Feuerwerk gehört nicht in die Hände von kleinen Kindern.
  • Nähern Sie sich Blindgängern erst nach mindestens fünf Minuten.
  • Schliessen Sie Fenster, Dachlukarnen und Türen, um Häuser vor Irrläufern zu schützen.
  • Zum Schutz der Tiere appelliert der Schweizer Tierschutz, nur am 1. August Feuerwerk abzubrennen. Haustiere sollten bei geschlossenen Fenstern im Haus gelassen werden.

Hinweis: Weitere Informationen zum sicheren Abbrennen von Feuerwerk erhalten Sie auf der Homepage der Beratungsstelle für Brandverhütung www.bfb-cpi.ch.

Besondere Feiern, bekannte Redner, spezielle Feste

In vielen Gemeinden unserer Region finden am 31. Juli oder am 1. August spezielle Feiern statt. Eine Auswahl:

Luzern

Sursee: Bundesrat Alain Berset wird am 31. Juli bei der Bundesfeier auf dem Martignyplatz erwartet. Nach einem Apéro mit der Bevölkerung richtet der Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) um 19 Uhr einige Worte an die Festbesucher. Infos auf www.sursee.ch.

Luthern: Bundesrat Johann Schneider-Ammann besucht am 1. August die öffentliche Bundesfeier in Luthern Bad. Um 13.45 Uhr steht eine Ansprache des Vorstehers des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) auf dem Programm. Infos auf www.luthern-bad.ch.

Zug

Zug: Die 1.-August-Feier findet auf dem Landsgemeindeplatz statt. Ab 14 Uhr gibts diverse Konzerte. Ab 14.30 Uhr wird auf der Rössliwiese Hornussen gespielt, und die EVZ-Stars Josh Holden und Santeri Alatalo geben Autogramme. Die Rede des Zürcher Philosophen und Publizisten Ludwig Hasler beginnt um 20 Uhr. Danach gehts weiter mit Musik von Anna Rossinelli und Palo Santo. Infos auf www.zug-tourismus.ch.

Nidwalden

Buochs: Am 1. August feiern die Pilatus-Flugzeugwerke in Stans einen Meilenstein in ihrer Firmengeschichte. Sie präsentieren mit dem PC-24 den ersten Business-Jet, der in der Schweiz erdacht, entwickelt und hergestellt wird. Aus diesem Anlass gibt es auf dem Flugplatz Buochs einen grossen Event, der um 10 Uhr startet (Türöffnung 8 Uhr). Der Event endet um 15.30 Uhr. Infos auf www.pilatus-aircraft.com.

Obwalden

Engelberg: Der 1. August beginnt mit Alphornklängen um 7 Uhr. Ab 11 Uhr folgen das Frühschoppenkonzert und die Sportlerehrung. Danach gibts einen Festgottesdienst und tagsüber diverse Konzerte. Um 20.30 Uhr werden gratis Lampions abgegeben. Danach folgt ein Umzug. Die Festansprache hält Dominique Gisin, Goldmedaillengewinnern in der Abfahrt an den Olympischen Spielen in Sotschi. Infos auf www.engelberg.ch.

Uri

Altdorf: Das 1.-August-Programm startet um 11 Uhr auf dem Rathausplatz. Dieses Jahr ist die Gemeinde Visp zu Gast. Visps Gemeindepräsident Niklaus Furger hält die Festansprache. Am Nachmittag veranstalten die Visper beim Winkel ein gemütliches Walliser Fest, das bis 3 Uhr nachts dauert. Infos auf www.altdorf.ch.

Rütli: Die Bundesfeier steht im Zeichen der Jugend. Zu Gast sind Jungwacht und Blauring. Festredner ist der Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbands, Jean-François Rime. Es sind noch Gratistickets vorhanden. Diese gibts bei Seelisberg Tourismus (Tel. 041 820 15 63) und bei Brunnen Tourismus (Tel. 041 825 00 40). Infos auf www.sgg-ssup.ch.

Schwyz

Schwyz: Die 1.-August-Feier startet um 11 Uhr mit dem Jodlerklub Edelweiss und der Brass Band Musikverein Ibach. Um 11.30 Uhr hält die Schwyzer Autorin Blanca Imboden die Festansprache. Anschliessend gibts Mittagessen und Beisammensein mit musikalischer Unterhaltung. Infos auf www.schwyzkultur.ch.

Diese Bauernhöfe laden bei uns zum 1.-August-Brunch

Zum 22. Mal laden am 1. August zahlreiche Bauern in unserer Region zum Brunch auf dem Bauernhof ein. Der Brunch kostet für Erwachsene zwischen 20 und 35 Franken. Da die Platzzahl beschränkt ist, ist eine Anmeldung direkt bei den Bauernfamilien bis morgen Mittwoch obligatorisch. Bereits jetzt sind mehrere Angebote ausgebucht. Hier eine Übersicht derjenigen Bauernhöfe in der Zentralschweiz, die laut der nationalen Internetseite www.brunch.ch noch freie Plätze haben

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1.-August-Wegge

Zutaten für 1 grosses Brot oder 4 kleine Brötchen

500 g Mehl
½ TL Salz
21 g Hefe
65 g Butter
2,5 dl Milch
1 Ei, verquirlt
0,2 dl Milch zum Bestreichen
Fähnchen zum Dekorieren

Zubereitung

Mehl und Salz in einer tiefen Schüssel mischen und eine Mulde formen. Die Hefe in einer Tasse zerbröckeln und mit wenig Milch auflösen. In die Mulde giessen, mit wenig Mehl bestäuben und gehen lassen, bis die Hefe Blasen wirft. Butter in einem Pfännchen schmelzen, vom Feuer nehmen und mit der Milch ablöschen. Mit dem Ei zum Mehl geben und alles zu einem glatten Teig verarbeiten. 10 bis 15 Minuten kneten, bis der Teig elastisch ist. 1 grosses oder 4 kleine Brötchen formen. Aus wenig Teig ein oder vier Kreuze formen, Brötchen damit verzieren und auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen. Bei Raumtemperatur 15 Minuten gehen lassen und anschliessend 15 Minuten kühlstellen. Mit Milch bestreichen und im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad je nach Grösse 20 bis 30 Minuten backen. Herausnehmen und auskühlen lassen.

Hinweis
Jede Woche erscheint in unserer Zeitung ein typisches Rezept aus der Zentralschweiz oder ein Rezept auf der Basis von regionalen und saisonalen Zutaten. Dieses Rezept stammt von Swissmilk.

Unsere Schweizer Fahne – und was daran so speziell ist

Das Schweizer Kreuz auf rotem Grund ist seit 1815 das offizielle Wappen der Schweiz. Dieses ist – zusammen mit der Flagge des Vatikans – weltweit einzigartig.

Es ist genau 199 Jahre her: Im Jahre 1815 wurde das Kreuz zum offiziellen Schweizer Wappen. Es fand zunächst zwar nur im Schweizer Siegel Verwendung. Allerdings trugen die kantonalen Truppen als Zeichen der Zugehörigkeit zum eidgenössischen Heer ab dem 3. Juli 1815 auf Anordnung von General Niklaus Franz von Bachmann eine drei Zoll breite Armbinde, auf der das weisse Schweizer Kreuz auf rotem Grund aufgebracht war.

Bereits bei den alten Eidgenossen

Die Verwendung des Schweizer Kreuzes ist allerdings viel älter. Es wurde nämlich bereits von den alten Eidgenossen als Feldzeichen benutzt. Die früheste dokumentierte Verwendung geht auf die Schlacht von Laupen im Jahr 1339 zurück. Weisse Kreuze aus Leinwandstreifen wurden am Gewand der Krieger befestigt, teilweise wurden auch Waffen mit dem Kreuz gekennzeichnet.

Die Herkunft des Schweizer Kreuzes ist ungeklärt, es besteht jedoch wahrscheinlich ein Zusammenhang zum Kult der zehntausend Ritter, der im Frühmittelalter in der Schweiz weit verbreitet war. Den heiligen Mauritius und Ursus war auf Darstellungen dabei häufig eine Fahne zugeordnet, die ein weisses Kreuz auf rotem Grund zeigte.

Heutige Form 1889 definiert

Die eidgenössische Militärfahne wurde dann 1848 vom neu gegründeten Bundesstaat übernommen. Das Schweizer Kreuz war aus fünf Quadraten zusammengesetzt und unterschied sich deutlich vom früher verwendeten schlanken Kreuz.

1889 legte die Bundesversammlung im Bundesbeschluss vom 12. Dezember, betreffend das eidgenössische Wappen, die heutige Form des Kreuzes im Schweizer Wappen fest: «Das Wappen der Eidgenossenschaft ist im roten Felde ein aufrechtes, frei stehendes weisses Kreuz, dessen unter sich gleiche Arme je einen Sechstel länger als breit sind.» Das Verhältnis von Breite und Länge der Kreuzarme beträgt also 6 zu 7, von Breite und Gesamtlänge des Kreuzbalkens 6 zu 20.

Weil die Schweizer Fahne aus den Militärfahnen hervorgegangen ist, weist sie — zusammen mit der Fahne des Vatikanstaates — als einzige auf der Welt eine quadratische Form auf.

Die Herstellung der Schweizer Fahnen wird in einigen wenigen Betrieben der Schweiz noch traditionell von Hand bewerkstelligt. So etwa bei der Art Fahnen AG in Luzern. Im kleinen Betrieb werden Fahnen auf Bestellung noch von Hand genäht, wie Geschäftsführer Adolf Hess sagt. «Wir sind in der Lage, Fahnen in praktisch jeder Grösse herzustellen. Dadurch heben wir uns von Billig-Importen aus Fernost ab.» So stammt etwa die Fahne auf dem Hotel Schweizerhof in Luzern mit einer Fläche von 25 Metern aus der Werkstatt der Art Fahnen AG.

Hess findet, dass es sich gut mache, wenn ein Schweizer Produkt wie eine Schweizer Fahne auch in der Schweiz hergestellt werde.

Grösste Fahne an der Rigi

Nicht aus der Fabrikation von Hess stammt die gewaltige Fahne, die jedes Jahr an der Rigi angebracht wird. Sie ist mit einer Dimension von 31 mal 31 Metern die grösste Schweizer Fahne und wiegt rund eine Tonne. Der Weggiser Unternehmer Röbi Küttel montiert sie jeweils mit einer Gruppe von rund 15 Bergsteigern und anderen trittsicheren Männern jedes Jahr vor dem 1. August. «Die Arbeit ist nicht jedermanns Sache. Das schwere Material muss auch heute noch zwei Kilometer weit zu einem Felsvorsprung oberhalb von Vitznau getragen werden.»

Küttel hat bereits 1986 die erste Fahne dort oben gehisst. Diese hatte immerhin eine Dimension von 12 mal 12 Metern. «Damals wollten ich und mein Kollege lediglich ein Zeichen setzen, weil wir die Ersten waren, die diesen Weg begingen», sagt er.

sb/rgr/red