NATURGEFAHREN: Weniger Wildtiere im Schutzwald an der Rigi

Weil Wildtiere an jungen Weisstannen knabbern, ist die Verjüngung des Schutzwaldes an der Rigi gefährdet. Die Kantone Schwyz und Luzern wollen gemeinsam so auf das Leben der Wildtiere Einfluss nehmen, dass der Wald weiterhin vor Naturgefahren schützen kann.

Drucken
Teilen
Gefordert: Weniger Tiere im Schutzwald an der Rigi. (Bild: Pius Amrein  / Neue LZ)

Gefordert: Weniger Tiere im Schutzwald an der Rigi. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

3300 der 4300 Hektaren Rigi-Wald sind Schützwälder. Sie schützen die Anrainergemeinden, aber auch die Autobahn, die Kantonsstrasse, die SBB-Gotthardlinie und Stromleitungen vor Steinschlägen, Erosionen, Hochwasser, Rutschungen und Murgängen. Vor allem an der Nordlehne und am Gersauerstock schwächt das Wild aber den Schutzwald.

Für die Verjüngung und den Aufbau des Waldes sehr wichtig ist die Weisstanne. Allerdings liebt das Wild diesen Baum. Der Wildverbiss ist an verschiedenen Orten der Rigi so stark, dass die natürliche Verjüngung des Schutzwaldes gefährdet ist.

Bereits 2012 kamen die Kantone Schwyz und Luzern überein, das Problem gemeinsam anzugehen. Ein externer Projektleiter, der Urner Jagdverwalter und Forstingenieur Josef Walker, wurde eingesetzt.

Wie das Schwyzer Umweltdepartement am Mittwoch mitteilte, werden nun Arbeitsgruppen integrale Ansätze zum Schutz des Waldes suchen. Dabei müssten die verschiedenen, teils sich widersprechenden Interessenlagen miteinbezogen werden.

Massnahmen sind gemäss der Mitteilung auf jagdlicher, land- und alpwirtschaftlicher oder forstlicher Ebene denkbar, aber auch beim Tourismus oder bei der Raumplanung.

Ein Ziel ist, dass das Wild sich weniger im Schutzwald aufhält. Silvio Covi, der beim Kanton Luzern für die Schutzwälder zuständig ist, sagte auf Anfrage, es könnten etwa Rückzugsgebiete geschaffen werden oder Massnahmen ergriffen werden, damit das Wild auch ausserhalb des Waldes Nahrung finde.

Einen festen Zeitplan für die Umsetzung der Massnahmen gibt es nicht. Es sei ein längerfristiges Projekt, sagte Covi. (sda)