Neue Nüsslergwändli präsentiert

Rückblick in die Zeit der Vereinsgründung, sowie Ausblick zum 90-Jahr-Jubiläumsanlass prägten den Verlauf der höchst unterhaltsamen Nüssler-GV.

Drucken
Teilen
Die jungen Maschgraden mit ihren neu genähten Blätzgwändli. (Bild: Christof Ehrler/Neue SZ)

Die jungen Maschgraden mit ihren neu genähten Blätzgwändli. (Bild: Christof Ehrler/Neue SZ)

Über 200 Fasnächtler trafen sich am Samstagnachmittag im «Wyssen Rössli» zur 91. Generalversammlung der Schwyzer Nüssler. Gleich zu Beginn zog der abtretende Aussenminister Thomas Reichmuth sämtliche Zuhörer in seinen Bann, als er auf den Stock gebeugt durch den Saal schritt und Reminiszenzen aus den Anfängen der Schwyzer Fasnacht zum Besten gab. Mit den Worten von Paul Kamer schilderte Reichmuth das Wesen der Fasnacht so: «Das Nüsseln ist eine verflumeret schwierigi Kunst!»

Alt Präsident Fräsi Annen doppelte mit einem Gedicht nach: «Dä gfrornig Schnudernas.» Markus Lacher zeigte sich tief beeindruckt: «Die poetische Kunst von Fräsi ist derart hochstehend, dass ich vorschlage, ihm nächstes Jahr den Kulturpreis zu übergeben.» Alt Präsident Hans Weber liess den legendären Einfall 1990 in Steinen Revue passieren, als sich eine Schwyzer Rott zum Talibasch und Välädi gesellte und Absätze verteilte. Im Jahresbericht des souveränen Präsidenten Remo Hicklin wurden die Narrenmesse erwähnt sowie das Gruppennüsseln in Ibach kritisch thematisiert.

Zwei Demissionen im Ministerrat

Im Ministerrat gab es zwei Wechsel. Präsident Hicklin würdigte die Verdienste der beiden Abtretenden. Sybille Annen kümmerte sich um die Kinderfasnacht. Das Grossaufgebot der Kindermaschgraden am Güdeldienstag war Beweis für das tolle Programm. Neu wird Christa Tschümperlin-Weber dafür verantwortlich sein. Aussenminister Thomas Reichmuth schaffte es, stets genügend Maschgraden für Auftritte und Umzüge zusammenzutrommeln. Poldi Travatori übernimmt sein Amt.

Emotionaler Höhepunkt war sicher der Auftritt der acht neu genähten Blätzgwändli. Die von Marco Helbling detailgetreu gestalteten Kostüme wurden von vier Kindern und vier Erwachsenen präsentiert. Der Nüsslernachwuchs genoss den Auftritt beim Nüsslervolk sichtlich.

Traditionell kreativ gestalten sich jeweils die Kassenberichte, der stumme Dialog ab Flipchart von Kassierin Ursi Teiler überzeugte ebenso wie die von Maria Nobs per Radiorekorder lässig vorgetragene Bilanz der Garderobenvermietungen. Von den 385 ausgeliehenen Gwändli waren vermehrt landwirtschaftliche Kostüme - Viehhändler und Bauer - gefragt. Silvan Andermatt und Alexander Grab als Rechnungsprüfer schlugen aufgrund der kerngesunden Nüsslerfinanzen vor, ehemalige verdienstvolle Nüsslerkassiere in den Kantonsrat zu schicken, um das Budget zu sanieren.

Apéro per tutti am 29. Januar

Zum 90-Jahr-Jubiläum der Schwyzer Nüssler findet am 29. Januar ein spezieller Anlass statt. Der Auftakt erfolgt mit dem Geburtstagsnüsseln, gefolgt vom Apéro per tutti auf dem Hauptplatz, und am Abend zirkulieren Gastgruppen in den Schwyzer Restaurants. Die Beteiligung beim Schwäbisch-Allemanischen Narrentreffen in Laufenburg am 5. und 6. März dient zur Kontaktpflege mit befreundeten Fasnachtsvereinen. Die Kinder dürfen sich am Güdeldienstag auf eine Premiere freuen, der Ministerrat führt ein Kasperlitheater auf. Eine positive Mitteilung gab es auch für die Schwyzer Greifler. Dem Theater um die Bewilligung setzte Markus Lacher ein Ende. Er versprach die Gebühren zu übernehmen, was Greiflerpräsident Josef Heinzer mit Freude zur Kenntnis nahm.

Christof Ehrler