Neue Regeln für Entsorgung von Speiseresten

Seit Ende Juni ist es verboten, fleischhaltige Speiseabfälle zu Tierfutter zu verarbeitet. Gewerbliche Speisereste dürfen im Kanton Schwyz aber auch nicht über die Grüngutsammlung der Gemeinde entsorgt werden.

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Speiseabfälle dürfen nicht mehr zu Tierfutter verarbeitet werden. (Bild: PD)

Speiseabfälle dürfen nicht mehr zu Tierfutter verarbeitet werden. (Bild: PD)

Im Kantons Schwyz fallen im Jahr rund 4600 Tonnen Speiseabfälle an. Etwa 75 Prozent dieser Abfälle wurden bis anhin zu Schweinesuppe verarbeitet und verfüttert. Aufgrund einer neuen nationalen Gesetzgebung dürfen fleischhaltige Speiseabfälle aber seit dem 30. Juni nicht mehr zu Tierfutter verarbeitet werden.

Keine gewerblichen Abfälle im Grüngutsammlung

Für das Gastgewerbe, Kantinen, Heime und Spitäler stellt dies aber ein Problem dar. Laut Mitteilung des Amts für Umwelt des Kantons Schwyz dürfen nämlich gewerbliche Speiseabfälle nicht über die Grüngutsammlung der Gemeinde entsorgt werden. Auch das Ableiten von festen und flüssigen Speiseresten über die Kanalisation ist nach der Gewässerschutzverordnung und der kantonalen Verordnung zum Gewässerschutzgesetz verboten.

Die umweltfreundlichste alternative Entsorgung ist laut Mitteilung die Vergärung in einer dafür geeigneten Anlage. Mit den 4600 Tonnen Speiseabfälle könnten rund 2700 MWh Energie in Form von Strom und Wärme oder Bio-Gas erzeugt werden. Der nach der Energiegewinnung anfallende Gärrest ist ein Dünger, welcher in der Landwirtschaft, dem Gartenbau oder auch von Privaten genutzt werden kann.

Abfälle aus Haushalten

Speiseabfälle aus Haushalten können unter zwei Voraussetzungen in geringen Mengen der kommunalen Grüngutsammlung mitgegeben werden. Erstens müsse die Gemeinde dafür sorgen, dass keine gewerblichen Speisereste eingesammelt werden und zweitens dürfe das zusammengetragene Material nur auf Kompostier- und Vergäranlagen verwertet werden, auf deren Gelände keine Nutztiere gehalten werden. Kann dies nicht sichergestellt werden, müssen Speiseabfälle zusammen mit dem Hauskehricht oder allenfalls über eine Separatsammlung entsorgt werden.

pd/bep

An EU angepasst

Die Verfütterung von Speiseresten («Schweinesuppe») an Schweine ist seit 2006, unter anderem aufgrund der Maul- und Klauenseuche-Katastrophe 2001 in Grossbritannien, in der ganzen EU verboten. Durch diese Seuche mussten in Grossbritannien im Jahr 2001 rund 4.3 Millionen Tiere getötet werden. Um die bilateralen Abkommen im Veterinärbereich einzuhalten und die Schweizer Exportmöglichkeiten nicht einzuschränken, muss auch die Schweiz diese Verfütterung verbieten. Es konnte aber eine lange Übergangsfrist ausgehandelt werden, um der Branche die Möglichkeit zu geben, sich neu zu organisieren. Diese Übergangsfrist ist am 30. Juni 2011 abgelaufen.

pd