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Neue Wege des Herzens in Flüeli-Ranft

Auf der Suche nach der inneren Mitte? Die Ranfter Gespräche sind ein interreligiöser Leitfaden zur spirituellen Praxis. Sie finden heuer zum zweiten Mal statt.
Andreas Faessler
Ursula Bründler hat das Zentrum Ranft 2017 gegründet. (Bild: Pius Amrein, Flüeli, 4. September 2019)

Ursula Bründler hat das Zentrum Ranft 2017 gegründet. (Bild: Pius Amrein, Flüeli, 4. September 2019)

Mit der zunehmenden Geschwindigkeit im Alltag, den rasanten gesellschaftlichen Entwicklungen und der steigenden Fülle an Sinnesimpulsen wächst unweigerlich die innere Unruhe des Menschen. Da braucht es Orte der Entschleunigung, Orte, welche den passenden Rahmen stellen, wieder zu sich selber zu finden.

Das Seminarhaus Dorothea in Flüeli-Ranft ist genau so ein Ort. Besser bekannt als «Zentrum Ranft», ist es ein Haus der Begegnung, der Spiritualität, der Mystik und Stille. Ein interreligiös ausgerichtetes Zentrum, wo Kontemplation und Ich-Findung im engen Kontext mit Kultur, Wissenschaft, Politik und einer ökologischen Lebensweise stehen. Ursula Bründler hat das Zentrum Ranft gegründet, nachdem der Gebäudekomplex ab 2016 gut ein Jahr lang leer gestanden hatte.

«Ich wollte einen Ort aufbauen, an dem etwas stattfinden kann, das in die Tiefe geht», sagt die Luzernerin. Sie hat ihre spirituelle Affinität bereits am Ort ihrer Kindheit am Rotsee und später unter anderem auch in Indien entwickelt. Das Finden der Mitte durch Versöhnung mit sich selbst nach innen wie nach aussen ist ein wichtiger Bestandteil des universellen Auftrages, welchen das Zentrum Ranft zu erfüllen hat. So ist denn auch der grosse Mystiker Bruder Klaus wie auch sein Radsymbol sicht- und spürbar allgegenwärtig im Haus. «Mit dem Zentrum Ranft soll etwas bewahrt und verankert werden, das in der heutigen Zeit allmählich zu verschwinden droht, hier im Ranft aber noch existiert», sagt die 58-Jährige und meint damit vorderhand die Spiritualität und die meditative Aura der Stille, welche für das Finden von Ruhe und innerer Balance von so grosser Bedeutung sind. «Es ist eine sehr offene, christliche Spiritualität, die im Haus herrscht.» Mit christlich ist nicht etwa ein konfessionell definierter Rahmen gemeint, sondern die Haltung: Im Zentrum Ranft ist Platz für jegliche Art Spiritualität, unabhängig von Faktoren wie Religion, sozialem Hintergrund oder kultureller Zugehörigkeit. Ohnehin geht es im Zentrum Ranft in erster Linie ­gerade um die Spiritualität und nicht um Religion und Glaube. «So holt man auch die junge ­Generation besser ab», nennt Ursula Bründler eine ihrer Missionen. Ihr breites, im Aufbau befindliches Netzwerk ist ihr eine grosse Stütze, so tauscht sie sich mit anderen Institutionen ähnlicher Ausrichtung aus, wie etwa mit dem Lassalle-Haus in Edlibach ZG, dem Romerohaus in Luzern und Hilfswerken wie dem Fastenopfer. Überdies hat sich zu Hans und Markus Schmid, Gründer und CEO der Schmid Gruppe und Mitinitianten des Zentrums Ranft, eine tiefe Freundschaft entwickelt – sie tragen finanziell und strategisch einen wesentlichen Teil zum Gelingen des Projekts bei.

Das «Herzstück» des Zentrums

Steht das Haus Dorothea einerseits allen offen, hier Zeit zu verbringen, zur Ruhe zu kommen oder eigenständig einen Selbstfindungsprozess zu durchlaufen, so bietet das Zentrum auch eine Reihe an Aktivitäten wie Seminare – so genannte Retreats – und Veranstaltungen an, mit denen man sich in Achtsamkeit im ­Umgang mit sich selber und der Umwelt schulen lassen kann.

Das «Herzstück» des Zentrums aber, wie Ursula Bründler es liebevoll nennt, sind die Ranfter Gespräche, inspiriert von der Mystik Bruder Klaus’. Zum zweiten Mal wird dieser dreitägige Anlass heuer durchgeführt. Vom 20. bis 22. September geht es um die Auseinandersetzung mit spirituellen, interreligiösen und ethischen Themen auf breiter Ebene. Ein Fokus liegt dabei auf der spirituellen Praxis Tibets, Chinas und des Christentums. Unter dem Leitgedanken «neue Wege des Herzens gehen» geben namhafte Referentinnen und Referenten wertvolle Einblicke in die Spiritualität des Westens wie des ­Ostens. Begleitet von Meditationen, kulturellen Einlagen und einer gemeinsamen Feier, sollen die Ranfter Gespräche eine «Friedensplattform» sein für Begegnung, Bildung und Austausch. Und alles unter der allgegenwärtigen Ägide Bruder Klaus’, dessen Gedenktag – der 25. September – kurz nach den Ranfter Gesprächen begangen wird. «Bruder Klaus ist auch für mich persönlich eine wichtige Figur», sagt Ursula Bründler. «Seine Wirkkraft ist hier nach wie vor spürbar.»

Die Suche nach einer sinnerfüllten Lebensweise

Ursula Bründler, die in Sursee Schulunterricht gibt, hat kürzlich den Bachelor in Neuer Theologie abgeschlossen und schreibt derzeit an ihrer Masterarbeit zum Thema «bescheidenes Leben», was unter anderem das Suchen nach einer sinnerfüllten, befriedigenden und ökologischen Lebensweise bedeutet. «Auch ich befinde mich noch immer in meinem Selbstfindungsprozess», sagt die Luzernerin. Und dieser Prozess bekräftigt sie denn auch in ihrem Engagement, das Zentrum Ranft zu einem spirituellen Ort mit überregionaler Strahlkraft auszubauen, der Menschen mit dem Bedürfnis nach Stille und innerer Erbauung ein Hort ist.

Hinweis
Alles zum Zentrum Ranft und zu den Ranfter Gesprächen 2019 unter www.zentrumranft.ch

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